Tierärztin Anni Prislin: Viel Wärme für winzige Eichhörnchen

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Nur wenige Gramm wiegen die kleinen Pflegekinder der Tierärztin, die gut aufgepäppelt bals in die Natur zurück können
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Warum die Gschwender Tierärztin Anni Prislin fast immer mit einem Brutkasten unterwegs ist und warum die Patienten leichte Verspätungen verzeihen.

Durlangen

Anni Prislin ist Tierärztin und hat sich darüber hinaus der Wildtierhilfe verschrieben - ganz besonders der Eichhörnchenhilfe. Über den Eichhörnchen-Notruf oder von der Eichhörnchenhilfe Stuttgart werden ihr immer wieder zu kleine, kranke oder verletzte Tiere zur Pflege gebracht. Im vergangenen Jahr hat Anni Prislin deshalb rund 40 der kleinen Baumakrobaten aufgepäppelt und so weit geheilt, dass sie wieder in ihre natürliche Umgebung ausgewildert werden konnten.

Auch in dieser „Eichhörnchensaison“ sind bereits um die 20 hilfsbedürftige Babys in ihre Obhut gekommen. Die kleinsten der Patienten wiegen rund 30 Gramm und sind so groß „wie ein kleiner Finger“, erzählt Anni Prislin. Doch es geht noch extremer: Felix wog nur 13,5 Gramm, als er mit einem Katzenbiss aufgefunden wurde.

Alle Winzlinge bekommen von Anni Prislin einen Namen: „Schnarchi“ zum Beispiel hatte einen Madenbefall in der Nase, der ihn zum „Dauerniesen“ zwang. Die Behandlung schlug zügig an, die Maden sind weg, Schnarchi schnarcht nicht mehr. Mini-Angel wurde mit schweren Verbrennungen an den Pfoten, der Flanke und der Nase eingeliefert. Das jetzt extrem vorwitzige Hörnchen lag zu lang auf heißem Asphalt. Haarlos, blind und taub waren Felix, Schnarchi, Angel und Nils auf die Hilfe der ehrenamtlichen Hörnchenretterin angewiesen. Sie sind aber als „Dauerschläfer“ unkomplizierte Patienten, erzählt Anni Prislin. Ihre Körpertemperatur können die Kleinen zu Beginn nicht halten, ein Inkubator – ein Brutkasten wurde organisiert, der den kleinen felllosen „Nackis“ die Mutterwärme ersetzt.

Mit Warmhalten ist es aber nicht getan. Die Tierchen benötigen Milch und das zu Beginn alle drei Stunden, „auch nachts“, erzählt Anni Prislin, auch als zweifache Mama diesbezüglich erprobt. Und sie schätzt die Freiheit, die der Brutkasten bietet. Mit Hilfe eines Adapters kann dieser im Auto mit Strom versorgt werden, weshalb Anni Prislin immer mit einem „Köfferchen voll Hörnchen“ loszieht, wenn sie außer Haus Termine hat. Eine Hochzeit besuchen mit fünf Eichhörnchenkindern? Kein Problem, versichert die engagierte Tierretterin lachend. Obendrein seien die Kleinen eines der Highlights der Feier gewesen.

Die Fütterung der kleinen Säuger sei nichts für Anfänger, warnt Anni Prislin, die anfangs winzigen Mengen Milch werden mit einem speziellen „Nippelsauger“ aus Silikon verabreicht. Ein Laie könnte hier mehr Schaden anrichten als Gutes tun.

Auch die täglichen Arbeitszeiten als Tierärztin in einer Gschwender Tierarztpraxis können mit dem Inkubator überbrückt werden, das zeitintensive Füttern der hungrigen „Meute“ bringe zwar hin und wieder einmal den Terminkalender durcheinander, zumal den Kleinen danach das Bäuchlein sanft massiert werden, damit sie „Pippi“ machen können. Wenn die wartenden Patientenbesitzer aber den Grund für die Verzögerung zu Gesicht bekommen, reagierten alle ausnahmslos positiv und mit Zustimmung.

Gute vier Wochen sind die Hörnchen „immer am Mann“. Die Anstrengung hat sich bei der aktuellen Belegschaft gelohnt. Schnarchi hat sich in der Zwischenzeit zu einem „wahren Monsterhörnchen“ entwickelt und bringt jetzt mit rund elf Wochen weit über 200 Gramm Gewicht auf die Waage. Angel konnte aus dem Brutkasten ausziehen und bewohnt jetzt eine weich gepolsterte Transportbox. Sie ist aber auf längeren Unternehmungen und bei der Arbeit immer noch dabei. Felix musste von Timo und René getrennt werden. „Er wurde übel gemobbt“. Nicht mehr lange, dann darf er zu Angel in die Übergangsvoliere. Die Pflege und Aufzucht der kleinen Kletterkünstler ist zeit- und kostenintensiv. Die überlebensnotwendigen Inkubatoren liegen in der Anschaffung zwischen 300 Euro und 800 Euro, altersgerechtes Futter, Ausstattung der Volieren und auch die Beschäftigungsangebote kosten Geld. Spenden sind deshalb sehr willkommen.

Wie man helfen kann: Unter http://www.eichhoernchenhilfe-stuttgart.de gibt es Bedarfslisten für Sachspenden und Angaben über ein Spendenkonto, um den Tierrettern finanziell unter die Arme zu greifen.

Nur wenige Gramm wiegen die kleinen Pflegekinder der Tierärztin, die gut aufgepäppelt bals in die Natur zurück können
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