Ein grober Klotz für den Notfall

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Direkt hinter dem höheren Busch an der Südfassade der Grundschule soll die über fünf Meter hohe Fluchttreppe stehen.
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Nach einer Besichtigung und einer ausgiebigen Diskussion spricht sich das Mutlanger Gremium für den zweiten Rettungsweg und den erweiterten Brandschutz in der Grundschule aus.

Mutlangen

Wir schaffen kurzfristig die beste Lösung, dass alle Kinder das Schulgebäude verlassen können – und alle Fachleute haben dem zugestimmt." Mit dieser Feststellung setzt Bürgermeisterin Stephanie Eßwein den Schlusspunkt unter eine ausgiebige Diskussion über die Verbesserung des Brandschutzes und die Errichtung eines zweiten baulichen Rettungswegs. Das Gremium spricht sich dann aber einstimmig für den Verwaltungsvorschlag aus.

Zuvor hatten die Mutlanger Gemeinderäte beim Ortstermin an der Grundschule in der Ortsmitte in Augenschein genommen, was Ortsbaumeister Volker Grahn rundheraus als "groben Klotz" bezeichnet hatte. Auf der Südseite des Gebäudes, zum Schulhof hin, soll ein Fluchtturm in Aluminiumbauweise geschaffen werden – 5,14 Meter hoch, 3,75 Meter breit. Hinter einem Busch könne die Treppenanlage allerdings so platziert werden, dass die Optik nicht allzu erdrückend wirke, meinte Grahn.

Melanie Kaim hakte später in der Sitzung nach, ob den Grundschulkindern denn eine solche Treppenanlage zugemutet werden könne. Vor Jahren sei ein solcher Vorschlag abgelehnt worden mit dem Argument, dass das für Erst- und Zweitklässler zu gefährlich sei. Der Fluchtweg werde mit den Kindern wöchentlich geübt, merkte Bürgermeisterin Stephanie Eßwein an, während der Ortsbaumeister darauf verwies, dass in der U-3-Betreuung der Fluchtweg auch über eine Treppenanlage führe. Monika Offenloch hingegen fand es total gut, dass es nun eine Alternative zum im Brandfall womöglich total verrauchten Treppenhaus gebe. "Das ist die beste Lösung, die wir kriegen können", meinte sie. Auch mit Blick darauf, dass das Grundschulgebäude ja womöglich in den nächsten Jahren abgerissen werden könnte, sei ein Fluchtturm für 35 000 Euro eine gute Lösung.

Rose Gaiser lobte den ausgewählten Standort. Im Fluchtfall gelangten die Kinder direkt auf den Schulhof und könnten dort betreut werden, meinte sie.

Klaus Vogel störte sich mehr daran, dass die Rauchmeldeanlagen händisch bedient werden müssen und dass nichts unternommen werde, um eine Rauchausbreitung im Treppenhaus zu verhindern. Man habe, erwidert Volker Grahn, bei der Brandverhütungsschau alle Möglichkeiten ausgeschöpft, die sinnvoll seien. "Immerhin doktern wir an einem Gebäude herum, das aus dem Jahr 1957 stammt", betonte er.

Wie die Brandschutzmaßnahmen aussehen? Für insgesamt 78 000 Euro werden alle Klassenzimmer eines Stockwerks durch den Einbau von Türen verbunden, was im zweiten Obergeschoss einen vermehrten Aufwand bedeutet, da das Gebäude mit einem Stahlbetongurt versteift ist. Die Klassenzimmertüren in Richtung Flur werden mit zusätzlichen Dichtungen versehen, die als Rauchsperren fungieren. Im Untergeschoss wird eine zusätzliche Treppe eingebaut, die ins Freie führt. Im Gebäude werden 20 Rauchmelder angebracht, die miteinander vernetzt sind. Der Alarm, der im ganzen Schulhaus zu hören ist, müsse allerdings nach wie vor per Hand ausgelöst werden.

Umgesetzt sein sollen alle Einzelmaßnahmen bis zum Ende der Sommerferien. Wie lange vor allem die Lösung mit dem Fluchtturm Bestand hat, hänge von der Entscheidung über die Zukunft des Gebäudes ab, erklärte die Bürgermeisterin auf die Nachfrage von Sebastian Weiler. Mit der Umsetzung des integrierten Quartierskonzepts für das Areal um die Hornbergschule, das der Gemeinderat demnächst beraten wird, könnte die Grundschule in der Ortsmitte überflüssig werden.

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