Ein Großbrand, bei dem Wasser fehlt

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Feuerwehrleute löschen den Brand eines landwirtschaftlichen Anwesens mit Wohnhaus und Scheune in Ruppertshofen-Steinenbach. Bei einem Feuer ist ein hoher Sachschaden entstanden.
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Löschwasser aus dem Güllebehälter: In Steinenbach bei Ruppertshofen brennt ein Haus samt angrenzender Scheune aus. Brach der Brand am Wechselrichter der Photovoltaikanlage aus?

Ruppertshofen-Steinenbach

Die Rauchsäule war noch in Brainkofen zu sehen: Beim Brand eines Bauernhauses und der angrenzenden Scheune in Ruppertshofen-Steinenbach sind vier Menschen obdachlos geworden. Den Bewohnern ist nichts passiert, zwei davon wurden wegen eingeatmeter Rauchgase zur Sicherheit ins Krankenhaus gebracht. Mehr als 100 Feuerwehrleute von sieben Ortsfeuerwehren waren bei dem Brand am Mittwochnachmittag im Einsatz. Nach ersten Schätzungen der Polizei liegt der Schaden bei rund 500 000 Euro.

Der Alarm kam um 12.58 Uhr, als erste waren Feuerwehrleute aus Ruppertshofen und Spraitbach an der Brandstelle. "Es schlugen Flammen aus den Fenstern im Erdgeschoss", beschreibt Sven Klein, der Ruppertshofener Kommandant, die Lage beim Eintreffen. Und der Brand sei gerade dabei gewesen, auf die angrenzende Scheune überzugreifen. Was die Arbeit der Feuerwehrleute erschwerte, das waren die "bescheidenen Löschwasserverhältnisse", wie sich Kreisbrandmeister Otto Feil ausdrückt. Eine zweite Brandstelle war das nächste Zusatz-Problem für die Wehrleute: Durch Funkenflug hatte ein Heuballenlager in rund 80 Metern Entfernung entzündet.

Schon im Nachbarort Tonolzbronn konnte man den Aufwand sehen, den die Feuerwehren zur Wasserversorgung betreiben mussten: Ein dicker orangefarbener Löschwasserschlauch lief durch den ganzen Ort am Rand der Durchgangsstraße: eine 1600 Meter lange, schnell gebaute Wasserleitung vom Ruppertshofener Wasserturm bis zur Brandstelle. Weitere Wasserreservoirs wurden angezapft, unter anderem durch einen Pendelverkehr, den helfende Landwirte mit ihren Güllefassanhängern organisierten. Sogar den Gartenpool eines Nachbargrundstücks des brennenden Hauses pumpten die Feuerwehrleute leer. "Insgesamt haben wir mehr als drei Kilometer Schlauch verlegt", sagt Feuerwehr-Pressesprecher Sven Berger.

Was die Feuerwehr verhindern konnte: dass der Brand der Strohballen auf dem Nachbarhof auch dort aus Gebäude übergriff. Was sie nicht mehr verhindern konnte: Das Haus, in dem das Feuer ausgebrochen war, brannte fast völlig aus. Gleich nach seinem Eintreffen hatte Kommandant Sven Klein die Alarmierungsstufe erhöht: Dachstuhlbrand, Drehleiter erforderlich! Das Fahrzeug mit Drehleiter steuerten die Feuerwehrkameraden aus Mutlangen bei. Noch zweieinhalb Stunden nach der ersten Alarmierung machten zwei Einsatzkräfte im Korb der Drehleiter ihre nicht ungefährliche Arbeit. Einer lockerte mit dem Fuß reihenweise Dachziegel und stieß sie zu Boden, der andere arbeitete mit dem Löschwasserschlauch.

Es war am Ende ein Bild der Zerstörung, als die größten Flammenherde gelöscht waren: Grauer Qualm steigt immer noch aus dem Gebäude, hunderte Dachziegel liegen zerbrochen auf dem Hof, Löschwasser tropft überall vom den Dachrändern, das Haus ist unbewohnbar geworden. "Da ist nichts mehr zu retten", hatte ein Nachbar, der aus sicherem Abstand zuschaute, schon während der Löscharbeiten gesagt. Immerhin kann Ruppertshofens Bürgermeister Peter Kühnl auch Positives sagen: "Für die Bewohner haben wir schon einen Platz gefunden, wo sie in nächster Zeit wohnen können." Ein Aufruf für Kleiderspenden werde bei Bedarf folgen.

Gehen 16 Uhr konnten die Führungskräfte der beteiligten Feuerwehren aus Ruppertshofen, Spraitbach, Gschwend, Durlangen, Mutlangen, Eschach und Täferrot, eine erste Bilanz ziehen. Rund 110 Einsatzkräfte der Feuerwehr waren mit 22 Fahrzeugen im Einsatz. Sieben Polizisten und zehn DRKler waren zusätzlich im Einsatz. Zur Brandursache gibt es noch keine genauen Erkenntnisse. "Bei unserem Eintreffen hat der Hausbesitzer den Wechselrichter als Ursprung der Flammen genannt", sagt Sven Klein, der Ruppertshofener Kommandant. Die Polizei jedenfalls schließt dieses Bauteil der installierten Photovoltaikanlage als Ursache nicht aus.

Der anfängliche Mangel am Löschwasser ist kein Einzelfall. "In so kleinen Orten kommt das häufig vor", sagt Kreisbrandmeister Otto Feil. Kein Wunder, wenn in einer Minute vierhundert Liter Wasser gebraucht werden. Feil: "Das sind vier Badewannen pro Minute."

Ein Wohnhaus in Ruppertshofen-Steinenbach steht in Vollbrand.
Feuerwehrleute löschen den Brand eines landwirtschaftlichen Anwesens mit Wohnhaus und Scheune in Ruppertshofen-Steinenbach. Bei einem Feuer ist ein hoher Sachschaden entstanden.
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Eine Luftaufnahme des Einsatzortes.
Ein Wohnhaus in Ruppertshofen-Steinenbach steht in Vollbrand.
Ein Wohnhaus in Ruppertshofen-Steinenbach steht in Vollbrand.

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