Erich Pommerenke: Er ist doch „erst“ 1973 hergezogen

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Geschichtspfad Spraitbach
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Wie aus dem ehemaligen Waldstettener Erich Pommerenke ein echter Spraitbacher wurde, der seit fast 50 Jahren politische Verantwortung in der Gemeinde trägt.

Spraitbach. Er ist zur Stelle, als Not am Mann ist in der Gemeinde. Als vor Jahren Ulrich Baum krankheitsbedingt für lange Zeit pausieren muss, springt Erich Pommerenke als Ehrenamtler in die Bresche. Gemeinsam mit Sarah Heide, Stefan Mord und den übrigen Mitgliedern des Gremiums stemmen die Gemeinderäte auch die Herausforderungen an der Spitze der Verwaltung. Eine zusätzliche Belastung - aber auch eine lehrreiche Zeit, sagt der Mann, der im Hauptberuf an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd Didaktik und politische Bildung gelehrt hat.

Er ist, inzwischen Pensionär, auch zur Stelle, als Spraitbach in Coronazeiten auf die geplante 725-Jahrfeier verzichten muss. Es ist Erich Pommerenke mit zu verdanken, dass die Trauer darüber nicht lange anhält, sondern schnell und kreativ eine Lösung gefunden ist. Eine nachhaltige Lösung, die viel länger wirkt als jedes Fest. Spraitbach legt einen ganz konkret erwanderbaren Geschichtspfad an, kennzeichnet so längst vergessene Orte, die in der Gemeinde aber schon große Bedeutung hatten. Viele kleine Events gibt es ganze das Jubiläumsjahr über zu eröffnen. Und es entsteht eine virtuelle Chronik, für die Pommerenke, der seit 1975, also seit bald 50 Jahren im Gemeinderat sitzt und seit rund 20 Jahren stellvertretender Bürgermeister ist, in akribischer Fleißarbeit Fakten, Texte, Bilder und Schriftstücke gesammelt hat. Immer in großer Bewunderung für jene, die das Material lieferten. Raimund Schindler zum Beispiel, der jahrzehntelang das Leben in Spraitbach fotografisch festhielt. Oder Marlis Schleissner-Beer, die die alte Chronik des evangelischen Pfarrers Friedrich Walcher aus der Sütterlinschrift in die heute von jedermann lesbare lateinische Schrift übertragen und um Fußnoten, Quellenhinweise und Urkundennachweise bereichert hat.

Erich Pommerenke, der „erst“ seit 1973 aus Waldstetten hergezogen ist, ist nicht zuletzt durch diese Recherchearbeit für die virtuelle Chronik zu einem der Spraitbacher geworden, der die Gemeinde in fast allen Facetten des Lebens aus dem FF kennt. Bei vielem, was er recherchiert hat, war er dabei - auch bei der 700-Jahr-Feier im Jahr 1996, von der es in der Chronik auf der Homepage nun einen offiziellen, mehr als einstündigen Erinnerungsfilm gibt. Pommerenke hat zudem lange Zeit die Volkshochschule im Ort geleitet und, sagt er heute lachend im Rückblick, die Integration in die Gemeinde sei von alleine gekommen - seine Kinder waren im Kindergarten, in der Schule, die Familie war aktiv in den Vereinen im Ort.

Sein Engagement im Gemeinderat schätzt Erich Pommerenke sehr, obwohl es viel Zeit in Anspruch nimmt. Man bekomme, analysiert er, eine interessante Innensicht, erlebe mit, wie Projekte entstehen, kenne die Abwägungen, die zur Entscheidung geführt haben. Trotzdem müsse man immer auch wieder einräumen, ergänzt er selbstkritisch, dass womöglich nicht alle Aspekte bedacht wurden. Manchem kritischen Bürger habe er schon geantwortet: Ja, Du hast recht. Wir haben uns alle Mühe gegeben, aber das ist noch mal ein Argument, das bedacht sein will.

Vermutlich ist es diese Haltung, die die Laudatoren beflügelt hatte, als Erich Pommerenke 2015 für 40 aktive Jahre als Gemeinderat die Ehrenstele des Gemeindetages erhält. Selbst nach einer schweren Krankheit hat er sich zurückgekämpft. Seine Besonnenheit, seine stets sachorientierte Suche nach vernünftigen Lösungen wird gewürdigt. Sein Engagement für die Bürgerwerkstatt, die Jugendarbeit und alle Belange Spraitbachs ist im Ruhestand nicht weniger, sondern mehr geworden.

Man bekommt dabei eine interessante Innensicht.“

Erich Pommerenke

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