Ernstfall sticht Großübung: sechs Feuerwehren im Einsatz

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Von dem etwa 50 Quadratmeter großen Gebäude ist fast nichts mehr übrig geblieben. Foto: Jan-Philipp Strobel
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Warum die Leinzeller Floriansjünger am Freitagabend kurzerhand umdisponieren mussten und wie man die Lage gemeistert hat.

Leinzell. Von wegen Übung! Zum echten Einsatz werden die Floriansjünger gerufen - eine Stunde bevor sie auf dem Rieg-Areal in der Ortsmitte den Ernstfall geprobt hätten. Kommandant Sascha Bollin sagt deshalb das wohlvorbereitete Szenario erst mal ab.

Schließlich müssen die Wehren aus Iggingen, Leinzell, Göggingen, Mutlangen, Böbingen und Schwäbisch Gmünd schon zwischen Schönhardt und Iggingen beweisen, dass sie ihr Handwerk verstehen. In exponierter Lage brannte dort eine etwa 50 Quadratmeter große Gartenhütte, in deren Nähe zwei Anhänger abgestellt waren und sich Bienenstöcke, ein Container sowie zahlreiche Büsche und Bäume befanden, erzählt Sascha Bollin.

Weil es im Bereich des Brandes kein Löschwasser gibt, sei das Feuer zunächst mit Wasser aus den Tanklöschfahrzeugen von Iggingen und Leinzell in Schach gehalten worden. Diese wurden in einer nächsten Stufe aus dem großen TLF der Gmünder Floriansjünger gespeist, bis eine Versorgungsleitung vom Hydranten aufgebaut worden war. „Das hat uns wieder gezeigt, wie essenziell diese großen Wasserversorger sind“, betont Bollin. Er ist zugleich froh, dass weder menschliche noch tierische Opfer zu beklagen sind. Die Hühner und Puten aus dem Gehege an der Gartenhütte und die Bienenstöcke konnten rechtzeitig gerettet werden.

Nicht umsonst herbeigekarrt wurde schließlich das Grillgut, mit dem die Floriansjünger nach erfolgreicher Übung ihren Hunger gestillt hätten. Die Verpflegungsstation wurde kurzerhand vom Rieg-Areal ans Leinzeller Feuerwehrhaus verlegt, wo sich der Grillmeister über mangelnde Kundschaft nicht beschweren konnte. Darunter auch etliche Zuschauer, die die Großübung hatten beobachten wollen sowie die Aktiven des Fotoclubs Zoom, die Bürgermeister Marc Schäffler eingeladen hatte, um das Spektakel zu Dokumentationszwecken abzulichten.

Zudem: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, versicherte Architekt Peter Kappes und bot den Floriansjüngern an, dass die Übung in den Abbruchhäusern nun am 29. Juli über die Bühne gehen könnte. Starten sollen die Abbrucharbeiten am 15. August.

Die Verpflegungsstation, an der sich die Floriansjünger nach der Übung hätten stärken sollen, wurde kurzerhand ans Feuerwehrhaus verlegt. Foto: Jan-Philipp Strobel
Am Abbruchhaus auf dem Rieg-Gelände ist eine "Wache" postierte, die die nach und nach eintreffenden Zuschauer über die neuen Gegebenheiten informiert. Foto: Jan-Philipp Strobel

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