Coronatests an Schulen sind eine Folter

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Rund 60 Teilnehmer kommen zur Querdenker-Demo nach Eschach.

Rund 60 Teilnehmer demonstrieren in Eschach gegen die Corona-Verordnungen.

Eschach. "Jeder hat das Recht, seine Meinung kundzutun", meinte Eschachs Bürgermeister Jochen König am Mittwoch angesichts der kurzfristig anberaumten "stationären Kundgebung" des Marktplatzdemoteams Schwäbisch Gmünd auf dem Eschacher Rathausplatz.

Bereits zu Beginn der Kundgebung kam es zu einem Streitgespräch zwischen den Polizeibeamten, Bürgermeister König und Demonstranten. Dabei ging es um Fotoaufnahmen, angefertigt von Polizeibeamten zur Dokumentation von Teilnehmern, die ohne Maske der Versammlung beiwohnten. Telefonisch wurde der Anwalt der Querdenker, Markus Haintz, konsultiert, der von einer "groben Störung des Versammlungsrechts" und von "versuchten Einschüchterungsversuchen" seitens der Behörden sprach. Für die Polizei sei keinerlei Rechtsgrundlage zum Anfertigen von Bildern vorhanden. Jochen König wertete das Aufbegehren der Demonstrationsteilnehmer als "pure Provokation". Im Vorfeld der Kundgebung seien bei einem Deeskalationsgespräch mit den Veranstaltern Thomas und Linda Jauch aus Spraitbach, den Ordnungsbehörden und der Rathausverwaltung die "Spielregeln" festgelegt worden, die unter anderem besagten, dass die Behörden Fotos von Teilnehmern ohne Maske anfertigten.

Der Alfdorfer Gastronom Stefan Schmidt berichtete davon, dass es keine Versammlungen mehr auf dem Gmünder Marktplatz geben werde. Er erzählte von seinem letzten "großen Spaziergang" am Dienstag in Gmünd und dem "großen Kino" der anwesenden "Staatsmacht". Gmünd sei eine der ersten Städte, die "demonstrationsbefreit" sei. "Sehenden Auges" sei man auf dem Weg in eine Diktatur, klagte Schmidt an, der selbst keine Demonstrationen mehr anmelden dürfe. Die "Anzettler" der Coronaverordnungen würden "zur Rechenschaft" gezogen – auch vor der "göttlichen Schöpfung", drohten die Redner.

"Nein! Zum Testzwang, an Kitas und Schulen": So lautete das Motto in Eschach. In ihren Redebeiträgen prangerten Thomas und Linda Jauch, die Eschacherin Tina Romdhani und Tanja Buschbeck die regierungstreuen "Mainstream-Medien" und die "Lügenpresse" an, die für die Spaltung der Gesellschaft verantwortlich seien. Bei einer freien Meinungsäußerung zu Corona-Themen finde eine "gesellschaftliche Hinrichtung" statt, ausgelöst durch die Mainstream-Medien. Die Coronatests an Schulen und Kitas seien "Folter". Die dazu erforderlichen Nasenabstriche seien eine "bewusste Körperverletzung". Mit den Impfungen werde genmanipulatives "Gift" verteilt. "Lügenpresse und Staatsgewalt" wurden als "Unterstützer" der absichtlichen Zerstörung von Regierungssystemen verantwortlich gemacht. Dies sei bereits vor Jahren so geplant gewesen.

Mit einem "klardenken statt querdenken"-Transparent verfolgte das Eschacher Vater-Tochter-Gespann Linda und Michael Behringer das Geschehen. Der Vorsitzende des Eschacher Jugendzentrums war nahezu sprachlos. Er könne nicht verstehen, was er hier zu sehen und hören bekomme. Michael Behringer sieht eine Spaltung des Landes durch die Querdenker-Aktionen. "Menschen sterben an dem Virus, die Gesundheitssysteme stehen vor dem Kollaps, im Gegenzug treffen sich Menschenmengen ohne Maske und Abstand."

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