Das Eschacher JuZe-Team baut um für Flüchtlinge

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Bei den Arbeiten am Projekt, „s'Kammerle“ in eine Wohnung für Flüchtlinge umzugestalten, hat das JuZe-Team auch jede Menge Spaß. Dem Vorstandsteam Daniel, Julia und Mike Behringer (unten rechts) geht das bei der Planung auch so. ⋌⋌Fotos: aks/privat
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Wie sich das Hilfsprojekt über Monate entwickelt hat und warum es zu den Werten des außergewöhnlichen evangelischen Vereins in Eschach so gut passt.

Eschach

So war das im Gemeinderat: Bürgermeister Jochen König erzählt stolz von diesem Projekt. Das JuZe stelle seinen Treff - die ehemalige Lehrerwohnung - jetzt als Wohnung für Flüchtlinge aus der Ukraine zur Verfügung, verrät König. Und nicht nur das. Das Vorstandsteam, die Gruppenleiter und die Teamer des rührigen evangelischen Jugendvereins stemmen - unterstützt vom Bauhof und der Gemeinde - die Umbaumaßnahmen obendrein noch selbst.

Ortswechsel: Daniel, Julia und Mike Behringer vom neuen Vorstandsteam, zu dem noch die an diesem Abend verhinderte Kim Winkel gehört, sitzen am Tisch und erzählen von einem ungewöhnlichen Jugendtreff, in dem sich dieses besondere Projekt über Monate entwickeln konnte. Mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine sei das Thema Krieg, seien Trauer, Angst und Betroffenheit auch in den wöchentlichen Gruppensitzungen zur Sprache gekommen. Denn, sagt Mike Behringer, „wir machen nicht nur gerne Halli Galli, bei uns geht es auch um Werte, um soziales Engagement, um etwas, das tiefer geht.“ Er staune immer wieder, was schon die Kinder Wesentliches dazu zu sagen haben. Und was sie tun wollen.

Das JuZe Eschach hat also einen Kindernachmittag in der LEA, der Landeserstaufnahmestelle in Ellwangen, gestaltet. Und das als weiteren Impuls verstanden, noch mehr zu tun. Das gern genutzte „'s Kämmerle“, wie der Jugendtreff heißt, sollte Raum geben für die Menschen, die aus den Kriegsgebieten kommen. Fünf Umbauabende haben die Teamer schon gewerkelt - Wände geweißelt, Löcher zugegipst, neuen Boden verlegt. Schätzungsweise drei bis vier Abende brauche man noch, vermutet Dani Behringer. Aber wo welche Wände eingezogen werden, das hänge auch ein bisschen davon ab, wer letztendlich in Eschach ankomme. 100 Quadratmeter sei zu viel für eine kleine Familie. Da es aber nur ein Bad und eine Küche gibt, wäre eine Großfamilie leichter unterzubringen, als mehrere Menschen, die sich nicht kennen. Zwei Mütter mit insgesamt sieben Kindern hatte das für die Verteilung zuständige Landratsamt jetzt angekündigt. Ob das so kommt, lasse sich aber noch nicht absehen.

Für das JuZe-Team spielt der Zeitpunkt nicht die große Rolle: Wenn es vor Weihnachten nicht mehr klappt, könne man die Räume wenigstens in Ruhe fertigmachen, sagt Dani Behringer lachend. Denn gerade zu dieser Zeit ist der Umbau nicht das einzige Projekt der JuZe-Aktiven. Just an diesem Samstag wird nämlich auf dem Rathausplatz kräftig in die Hände gespuckt und beim Aufbau des Weihnachtsmarkts geholfen. Sogar mit einem eigenen Stand ist das JuZe vertreten. Denn der Verein finanziert sich über solche Aktionen sowie die Unterstützung von Gemeinde und Kirchengemeinde, damit die Kinder und Jugendlichen keine Mitgliedsbeiträge bezahlen müssen.

Außerdem bereiteten die Gruppen sich auf das Kurrende-Singen vor, sagt Julia Behringer und erzählt, wie die Kinder und Jugendlichen von Haus zu Haus gehen, um den Senioren in der Gemeinde mit Liedern und Gedichten weihnachtliches Flair ins Haus zu bringen. „Das sind oft ganz besondere Momente, die auch bei uns noch lange nachwirken“, freut sie sich schon.

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