Kindergarten „Kappelwasen“: Kosten steigen, Zeit verzögert sich

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Der Innenausbau für die sechs Betreuungsgruppen in Eschach ist am Laufen. Bürgermeister Jochen König und Kindergartenleiterin Julia Windschüttl auf der Baustelle.
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Wie es kommt, dass der Kindergarten „Kappelwasen“ in Eschach mit der Zeit kämpft, weswegen Bürgermeister Jochen König beruhigt sein kann und was so richtig gut lief.

Eschach

Und nochmals bedarf es Geduld, bis die Umzugskartons gepackt werden können, um in den neuen Kindergarten „Kappelwasen“ in Eschach einzuziehen. Seit dem Baustart im Mai 2021 sind die Handwerker dabei, die Arbeiten nach und nach zu erledigen. Mit kalkulierten 4,5 Millionen Euro präsentiert sich der Neubau als größtes Hochbauprojekt der vergangenen Jahrzehnte. Unter der Federführung von Architekt Andreas Engelhardt aus Waldstetten werden sechs Betreuungsgruppen für Kleinkinder und über Dreijährige entstehen.

Immer wieder gibt‘s Sorgenfalten auf der Stirn von Bürgermeister Jochen König, denn der Bauverlauf gerät immer wieder ins Stocken. So gelang es aufgrund von Lieferschwierigkeiten bei den Fenstern nicht, den Bau über den Winter 2021/2022 „dicht“ zu kriegen. So konnte nicht - wie eigentlich geplant - über die kalte Jahreszeit mit dem Innenausbau gestartet werden. Die Baustelle fiel daraufhin in den Winterschlaf. Als dann die Fenster im Frühjahr endlich drin waren, gab es erneut Lieferschwierigkeiten. „Diesmal beim Estrich“, wie König schildert. Wieder verstrich wertvolle Zeit. So konnte der Zeitplan nicht eingehalten werden. Der Einzug war zum neuen Kindergartenjahr im September 2022 anvisiert gewesen.

„Gut drei Monate können wir einfach nicht aufholen“, bedauert König. Und erklärt die Krux: „Auch die Handwerksfirmen waren im Zeitplan eingetaktet. Aber durch die Lieferschwierigkeiten konnten sie ihre Arbeit nicht erledigen. Folglich sind sie mittlerweile auf anderen Baustellen zugange. Etwa bei der Akustikdecke hätten acht Mitarbeiter arbeiten sollen. Unterm Strich kümmerten sich dann nur zwei statt acht um das Eschacher Gebäude.“

Provisorische Gruppe ist derzeit im alten Kindergartengebäude

Momentan sind die Trockenbauer am Werk, der Elektriker startet ebenfalls demnächst. Das Fliesen ist fast abgeschlossen. Da man von einem Umzug im September ausgegangen war, ist die provisorische Gruppe, die aus Platzmangel in der Grundschule untergebracht war, im alten Kindergartengebäude untergekommen. Leiterin Julia Windschüttl beschreibt: „Es ist kuschlig, aber das kriegen wir hin.“ Zumal es nun tatsächlich nur noch eine Frage von einigen Wochen ist, bis eingezogen werden kann.

Im Inneren des sechsgruppigen Neubaus trifft man auf die Hauptfarben grün und blau. Eine Mensa gibt’s ebenfalls, in der auch die Kinder aus der Grundschule verköstigt werden sollen. Für sie gibt es einen separaten Zugang. Dadurch wird durch ihr Kommen und Gehen der Alltag im Kindergarten nicht gestört. Nachdem man ursprünglich das Essen angeliefert bekommen wollte, wird nun ein Hauswirtschaftsteam jeden Tag frisch kochen. „Wir haben tolle Kräfte gefunden“, zeigen sich König und Windschüttl begeistert.

Aus Sicht der steigenden Energiekosten kann sich der Bürgermeister entspannt zurücklehnen. „Der Kindergarten wird durch eine Fernwärmeleitung zum Biogashof in der Nachbarschaft versorgt.“ Zudem komme aufs Dach eine Photovoltaikanlage. Bezüglich der Ausstattung trumpft der Kindergarten mit einem Alleinstellungsmerkmal: Dem Profil Bewegung entsprechend, finden sich insgesamt drei Kletterelemente. Die 40 000 Euro Zusatzkosten „hat der Gemeinderat sehr gern bewilligt“, berichtet König dankbar.

Großzügig wird der Außenbereich mit 3000 Quadratmetern Fläche. Gefällte Bäume dienen in Form eines Totholzhaufens als ökologischer Ausgleich. Wermutstropfen wird sein, dass die ursprünglich angesetzten 4,5 Millionen Euro für die Kindertagesstätte nicht reichen werden. Preissteigerungen und eine im Voraus nur sehr knapp bemessene Planungsrate mit 100 000 Euro für die Außenflächengestaltung „werden bei weitem übertroffen“, so König.

Der Kindergarten „Kappelwasen“ in Eschach: Bis zum Einzug in den Neubau dauert es noch einige Wochen. Fotos: jan

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