Naturparkmarkt als echter Magnet

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Morgens wurden die Äpfel auf der Frickenhofer Höhe aufgesammelt. Direkt am Marktstand werden sie zu Saft verarbeitet.
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Das Aktionsbündnis Schwäbisch-Fränkischer Wald kann sich über unzählige Besucherinnen und Besucher freuen. 30 interessante Stände beim Markt am Sonntag in der Eschacher Ortsmitte.

Eschach

Der Bürgermeister hat es gewusst: „Es ist der erste Naturparkmarkt, der in den Sommerferien abgehalten wird“, sagt Jochen König und blickt sich stolz um. Aller Unkenrufe zum Trotz wimmelt es auf dem wunderbaren Dorfplatz vor dem Rathaus nur so von Besuchern an diesem herrlichen Sonntag. Sie alle sind gekommen zum Schauen, zum Kaufen, zum Plaudern, zum Schlemmen. Und sie alle kommen voll auf ihre Kosten.

Die Ortsdurchfahrt ist für den Verkehr gesperrt. Rund 30 Stände sind hier aufgebaut - mit Produkten, die allesamt in der Region hand- und hausgemacht wurden. „Wenn wir hier essen, fördern wir die Region“, zitiert die erste Landesbeamtin Gabriele Seefried deshalb eine Analyse der Veranstaltung, die sie gehört und die ihr „total gefallen“ habe. Auf einem Holzbrett liegen Leckereien bereit, wie sie an den Verkaufstheken im weiten Rund des Markts angeboten werden. Über den Platz weht der verführerische Geruch von Raclette und an den zahlreichen Versorgungsständen stehen jetzt, um die Mittagszeit, die Menschen in langen Schlangen.

Die Zeit wird ihnen dabei nicht lang. Denn offensichtlich hat der Naturparkmarkt magnetische Wirkung und hier Bekannte zu treffen, ist naheliegen. Also hält man bei angenehm sommerlichen Temperaturen unter den schattigen Bäumen ein Schätzchen hier, ein Schwätzchen da. Erfährt so manches aus dem Nachbardorf oder trifft Menschen mit ähnlichen Interessen, die von weiter her angereist sind, um in Augenschein zu nehmen, was Direktvermarkter und Kunsthandwerker präsentieren. Angenehm im Griff zum Beispiel die weichen Pinsel und Bürsten aus Ziegenhaar, die Reinhold Rottenbiller aus Fichtenberg in seinem Sortiment hat. Ideal, um den Staub auch aus der kleinsten Ritze zu bekommen, erfährt die Kundin am Stand. Zum Verlieben außerdem die Erlebnisbücher aus Stoff, die Omchens Nähstübchen aus Gschwend präsentiert. „Ich hoffe, dass ich bald Oma werde und das verschenken kann“, sagt eine ältere Dame und streicht andächtig über das Bildchen, das eine freundliche Kuh zeigt und bei der Berührung ganz leicht knistert.

Fleisch- und Wurst, Salzkuchen, Kuchen, Eis und Honig, Käse, Obst, Gemüse und Wildspezialitäten. Jede Menge feinster Spirituosen; Biere und Weine. Das Angebot ist riesig und viele der Anbieter kennen ihre Kundschaft persönlich: Jochen Altvater zum Beispiel ist Eschacher, die Zutaten für seinen Rhabarberlikör sind hier im Ort gereift. Und Rainer Berroth aus Seifertshofen fertigt seine Schneidbretter, Handrechen, Spiele, Kuchen oder Bloozdeckel auch aus Holz, das hier gewachsen ist.

Hier, die Gegend rund um Eschach, können die Besucher näher erkunden, die sich mit Naturparkführerin Helene Angstenberger auf eine Rundtour um die Gemeinde machen. Auf dem rund 4,5 Kilometer langen Mühlenweg durch Wald flicht die ausgebildete Fachfrau kleine Aktionen für alle Sinne ein und hat auch sonst allerhand Informationen für die Mitwanderer parat.

Naturparkführer Rolf Angstenberger hütet derweil den Stand auf dem Naturparkmarkt. Bei ihm gibt es diesmal vor allem Informationen zum Thema Wildbienen im Garten, Tipps wie man Nisthilfen bauen kann und welche Nahrungspflanzen man für die Bienen am besten bereithält.

Damit es den Kindern auf dem Naturparkmarkt nicht langweilig wird, haben die Naturparkführer sich auch ein Bastelangebot ausgedacht, das - Ehrensache - hauptsächlich auf Naturmaterialien setzt. Diesmal sind zum Beispiel Schneckenhäuser dran.

An den Infoständen Tourismus im Weinsberger Tal und am Infostand Naturpark gibt es zudem Flyer und Broschüren zum Mitnehmen.

Weitere Naturparkmärkte sind geplant am 11. September in Sulzbach an der Murr; am 2. Oktober in Murrhardt.

Die Durchgangsstraße ist gesperrt, damit die Marktbesucher Raum zum flanieren haben.
Eine Verkostung der vielfältigen Angebote ist fast überall möglich.
Leckeres Rapsöl wird direkt am Stand gepresst. Die wohlriechenden Abfälle sind eine Lieblingsspeise der heimischen Schweine. Foto: Jan-Philipp Strobel
Den ganze Tag über ist an den Ständen viel los. Foto: Jan-Philipp Strobel
Den ganzen Tag über ist an den Ständen viel los. Foto: Jan-Philipp Strobel

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