Saison für den Storchengang eröffnet

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Die achte Saison an der Eschacher Kneippanlage „Am Baach“ ist eröffnet. Bürgermeister Jochen König freut sich auf Besucher, die das kühle Nass zu schätzen wissen.
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Die Eschacher Kneippanlage lädt wieder zur Abkühlung im Areal „Am Baach“ ein. Für das ehrenamtlich gewachsene und getragene Bürgerprojekt ist es bereits das achte erfolgreiche Jahr.

Eschach

Was macht man mit diesem zerbrochenen Trog? Kreativ werden, statt jammern. Denn könnte man an dieser Stelle nicht etwas Neues gestalten? Zumal es einen kontinuierlichen Wasserzufluss gibt, der dann ins benachbarte Gewässer mündet?

Dieser Gedanke hatte die Anlieger, darunter Bürgermeister Jochen König, vor acht Jahren an der besagten Stelle umgetrieben. Und plötzlich war die Idee geboren: „Wir bauen eine Kneippanlage.“ Das war 2014.

Gesagt, getan, brachten im Schnitt zehn bis 15 Helfer ihre Tatkraft und ihr Wissen ein und ließen sich in ihrem Willen nicht beirren. Außerdem wurden Sponsoren gefunden. Wichtig, da Eschach finanziell nicht auf Rosen gebettet ist. Die Gemeinde zahlte aber immerhin rund 3000 Euro für den Beton. Obendrein wurde vom örtlichen Steinmetz ein Tauchbecken für die Arme gestiftet. Da sorgten Bürger unentgeltlich dafür, dass Schotter, Steine für den Belag und vieles mehr herbeigebracht wurden. Ebenso eine historische Pumpe.

Noch heute erinnert sich Jochen König gerne an die Wochenenden, an denen mit viel Einsatz am Entstehen der Kneippanlage gearbeitet wurde. Und an denen die Frauen am Nachmittag auf einer Fläche neben der Gemeinschaftsbaustelle immer den Grill anwarfen und die Arbeiter mit Steak, Würstchen und Salaten verwöhnten. Bürgerschaftliches Engagement und Zusammenhalt in Reinkultur. „Ich war der Meister der Mischmaschine für den Beton“, erzählt der Schultes lachend. Und es sei offensichtlich was draus geworden, obwohl er von der Ausbildung her aus dem „nicht technischen, gehobenen Dienst“ entstamme, witzelt König.

Heute ist die Kneippanlage „Am Baach“ nicht mehr wegzudenken. Viele Gruppen nutzen sie zur Abkühlung. Freuen sich über das kühlende Wasser, das dank seines natürlichen Zu- und Ablaufs stets frisch ist. Zwei Rundwanderwege wurden zwischenzeitlich angelegt. Der eine führt durch den Wald zur Götzenmühle, hinauf zum Büttenbuch und wieder zurück zur Kneippanlage. Ganz neu ist der sogenannte Mühlenweg, der ebenfalls an der Kneippanlage startet, nach Vellbach führt und dort endet. In diesem Jahr gibt’s eine neue Beschilderung für den Weg über die Götzenmühle. „Das Holz der alten Schilder ist marode und wird gegen neues ersetzt“, kündigt König an.

Gern kühlen die Wanderer, die oft in Gruppen unterwegs sind, ihre Beine im Kneippbecken ab, beobachtet er. „Die Anlage ist nun über die Region hinaus bekannt“, freut sich Jochen König über die Resonanz. Auch gebe es immer wieder Anrufe anderer Kommunen, die sich über die Realisierung einer Kneippanlage bei den Eschacher Profis kundig machen.

Besonders schön findet der Schultes die Tatsache, dass bislang kein Vandalismus und keine Verschmutzung zu registrieren seien. Vielleicht liege es an der sozialen Kontrolle, denn die Anwohner, allen voran der einstige Bauhofleiter Martin Stein, die die Anlage mit eigener Muskelkraft gebaut haben, haben natürlich ein wachsames Auge auf das Kleinod.

Mehr noch: Auch für die Unterhaltung der Anlage muss die Gemeinde keinen Cent bezahlen. Ehrenamtlich wird das Becken immer wieder abgelassen und von Algen oder Schmutz mit Schrubbern und Hochdruckreinigern befreit – und dann wieder eingelassen. Achteinhalb Stunden dauere es, bis der natürliche Wasserzufluss das Becken dann wieder gefüllt hat. Auch für das Rasenmähen rund um die Anlage kommt keine Rechnung. Und vor dem Winter werden die Bänke abgebaut und verstaut.

Um dann im Mai wieder aufgestellt zu werden. Denn jetzt heißt es erst einmal: „Auf zum Storchengang 2021.“

Die Anlage ist wirklich nicht mehr wegzudenken.“

Jochen König,, Bürgermeister

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