Stillstand auf der Großbaustelle

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Kiga-Baustelle
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Warum sich um den Neubau des bald sechsgruppigen Eschacher Kindergartens aktuell keine Handwerker scharen. Wie der Zeitplan jetzt aussieht und was alles entsteht. Ein Besuch.

Eschach

Den Blick auf den wachsenden Neubau gerichtet, stellt Eschachs Bürgermeister Jochen König bedauernd fest: „Da tut sich im Moment leider gar nichts.“ Was er meint? Dass auf der Baustelle weit und breit keine Handwerker zu sehen sind, die dafür sorgen, dass der Kindergarten Gestalt annimmt.

Der Grund ist, dass man momentan noch auf die Lieferung der Fenster wartet. Und derer gibt es viele. Schließlich werden einmal sechs Kindergartengruppen in diesem Neubau betreut werden können. Aber es gibt Lieferschwierigkeiten, wie die Fensterbaufirma aus Memmingen laut König berichtet. Vier Wochen liegt deshalb die Baustelle bereits brach.

So konnte die Gebäudehülle nicht „dicht“ gemacht werden. Folglich ist es auch noch nicht möglich, mit dem Innenausbau der Kita loszulegen. „Da sind uns die Hände gebunden“, macht König klar. Gemeinsam mit Architekt Andreas Engelhardt aus Schwäbisch Gmünd habe die Verwaltung sogar überlegt, ob man die Aussparungen für die Fenster einfach mit dicker Folie verhängt. „Aber es sind einfach zu großflächige Fenster dabei. Das geht nicht“, erklärt König. So muss sich die Gemeinde in Geduld üben.

Doch einen Vorteil habe man, schiebt der Bürgermeister nach: „Wir müssen nicht dringend aus dem alten Kindergartengebäude raus. Das ist das positive.“ Und so bleibt nun die Hoffnung, dass die Fenster bald geliefert werden. „Bislang haben wir gut vier Wochen Verzug im Bauablauf“, unterrichtet er.

Ziel: Umzug in den Sommerferien

Großes Ziel ist es, dass in den Sommerferien umgezogen werden kann. Um dann im neuen Gebäude in unmittelbarer Nähe der Grundschule zum neuen Kindergartenjahr mit fünf Gruppen zu starten. Dafür wird geplant, die Sommerpause, die gewöhnlich drei Wochen ist, um eine Woche zu verlängern, beschreibt Jochen König.

Doch zurück in die Gegenwart: Diese Baustelle ist die größte, die Eschach hat. Rund 4,5 Millionen Euro werden investiert. Insgesamt sechs Kindergartengruppen, eine dient momentan als Reserve, werden realisiert. Dazu eine Mensa, in der nicht nur die Knirpse aus der Kita, sondern auch aus der Grundschule ihr Mittagessen in Schichten einnehmen werden.

Für die Grundschüler gibt es einen separaten Eingang, damit bei deren Kommen der Kindergartenablauf nicht gestört wird. Zwei Gruppen mit verlängerten Öffnungszeiten, zwei Ganztagsgruppen sowie eine Kinderkrippe werden ab September, sofern der Bau dann abgeschlossen ist, an den Start gehen. Bei Bedarf kann auch die zweite Krippengruppe problemlos öffnen.

Der großzügige Flurbereich kann als Aula genutzt werden. Zehn Oberlichter sorgen hier für die nötige Helligkeit.

Viel Platz und ein Totholzhaufen

Der Außenbereich sucht dem Befinden des Bürgermeisters nach, seinesgleichen. Denn hier gibt es Platz zuhauf. Bereits angelegt ist ein Totholz-Haufen, der eine der ökologischen Ausgleichsmaßnahmen darstellt. Aber es gibt noch weitere Aspekte für die Ökologie. So wird sich nach der Fertigstellung des Gebäudes später auch eine 30 KW/P-Photovoltaikanlage auf dem Dach finden. Aufgeständert auf der extensiven Flachdachbegrünung. Die Wärme liefert eine Biogas-Leitung, herverlegt von der Biogasanlage eines Eschacher Landwirts in der Nähe.

Die Küche wird so eingerichtet, dass zum einen das Essen anliefert werden kann (Cook and chill), zum anderen aber auch selbst Gerichte gekocht werden können. Für diesen Bereich macht sich die Gemeinde aktuell auf die Suche nach einer Hauswirtschafterin. „Bewerbungen bitte an die Gemeinde schreiben“, fordert der Bürgermeister auf. Angegliedert an die Küche ist zudem ein großer Lagerraum, der einen separaten Zugang für die Anlieferung hat. „Gestartet wird die Betreuung aber mit der Variante Essensanlieferung“, kündigt König an.

Abzüglich des Landeszuschusses aus dem Ausgleichstock (600 000 Euro), und einer Fachförderung, muss die Gemeinde rund 3,8 Millionen Euro finanzieren. Daher wird es 2022 nach insgesamt elf Jahren nötig, einen Kredit in Höhe von 2,1 Millionen Euro aufzunehmen, informiert der Bürgermeister. Der größte Brocken ist für den Neubau. Aber auch beispielsweise die neue Phosphatfällung für die Kläranlage mit 1,4 Millionen Euro muss finanziert werden.

"Der Außenbereich sucht Seinesgleichen.“

Jochen König,, Bürgermeister

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