Was trotz knapper Kassen geplant ist

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Was sich die einzelnen Kommunen im Verwaltungsverband Leintal-Frickenhofer Höhe für das Jahr 2021 vorgenommen haben und was sie gemeinsam stemmen wollen.

Leintal/Frickenhofer Höhe

Finanziell rosig dürfte die Zukunft für keine der sechs Gemeinden des Verwaltungsverbandes "Leintal-Frickenhofer Höhe" werden. Der Start in die Haushaltsplanberatungen für 2021 hat überall gezeigt, dass Pandemie-(Alt)Lasten und neues Haushaltsrecht zu Herausforderungen für die Kämmerer und die politisch Verantwortlichen führen. Trotzdem überwiegt das Bestreben, die Infrastruktur zu verbessern und die Kommunen zum Wohl der Bürger kreativ weiter zu entwickeln.

Eschach hat in den kommenden Monaten nicht nur die "weißen Flecken" in der Breitbandversorgung im Visier – wofür 1,3 Millionen Euro veranschlagt und 630 000 Euro Fördermittel avisiert sind. In Angriff genommen werden soll auch der Neubau der Kindertagesstätte. Noch im Dezember hat Architekt Andreas Engelhardt aus Waldstetten dem Bürgermeister ein Modell des Neubaus übergeben, für den im Haushalt rund 3,5 Millionen Euro veranschlagt sind. Dritter und eher ungeliebter Ausgabeschwerpunkt ist die Kläranlage. Für rund 1,4 Millionen Euro muss eine neue PH-Fällung eingebaut werden, um die Umweltschutz-Vorgaben zu erfüllen.

Göggingen kann sich in 2021 auf die Umsetzung zweier Großprojekte freuen, die das Generationenspektrum widerspiegeln: So wächst im Südwesten, umgeben von großzügigen Flächen für den Wohnungsbau, die Seniorenresidenz mit rund 60 Pflegeappartements und Generationenwohnungen. Dieses Ensemble soll bis 2022 fertiggestellt sein. Darüber hinaus wird fleißig an der Erweiterung des Gemeindekindergartens gearbeitet. 1,6 Millionen Euro investiert Göggingen hier für zwei weitere Kleinkindgruppen und will im Juli 2021 fertig sein. Doch das ist aktuell nicht die einzige Investition. Saniert wird in zwei Bauabschnitten auch die Untere Straße für 1,3 Millionen Euro. Und angeschoben ist das Großprojekt südliche Ortsmitte – eine Planung, die langfristig die Innenentwicklung der Gemeinde ermöglicht.

Iggingen wird den Ausbau des historischen Amtshauses weiter vorantreiben. Hier soll der Reiz des Denkmals unterstrichen und ein Zentrum für das gesellige Gemeindeleben entstehen. Zugleich dürften die Arbeiten im Baugebiet "Sonnenhalde III" fortgesetzt werden, wo nach Einschätzung des Bürgermeisters bei gutem Verlauf die Bauherren wohl 2022 starten können. Um die 40 Bauplätze für junge Familien können hier angeboten werden. Auf der Agenda der Gemeinde steht darüber hinaus unter anderem die Breitbanderschließung in der Hohenstaufenstraße, die Planung eines Neubaus für das Feuerwehrgerätehaus oder auch die Versorgung der Grundschule mit digitalen Medien.

Leinzell hat mit der Sanierung des Schulzentrums auch 2021 einen finanziell dicken Brocken zu stemmen. 2,6 Millionen Euro sind im Haushalt für diese Maßnahme vorgesehen – insgesamt über die Jahre "schluckt" diese Zukunftssicherung über 7 Millionen Euro. Weiterhin wird Leinzell Geld für den Digitalfunk ausgeben sowie Ersatzbeschaffungen für Bauhoffahrzeuge tätigen. Der Kindergartenneubau ist ebenso wie die Feuerwehrunterbringung in die Zukunft verschoben. Auch die Sanierung der Gemeindestraße wird warten müssen. Der Friedhof, dessen umfangreiche Umgestaltung und Sanierung im November 2019 begonnen hatte, dürfte dagegen im Frühjahr 2021 endlich fertiggestellt werden.

Obergröningen wird Mitte Januar den Schalter umlegen können und hat dann in jedem Haushalt einen Glasfaseranschluss. Traurig hingegen dürfte manchem ums Herz werden, wenn das alte und leider total baufällige Schulhaus abgerissen wird. Wirklichkeit werden könnte der Lückenschluss des Radwegs an der B 19 zwischen Fach und Algishofen.

Schechingen hat auch aus finanziellen Gründen das Thema Ortsmitte in die Zukunft verschoben. Dringlicher in 2021 sind die Sanierung des Abwassersystems und die Beseitigung der "weißen Flecken" beim Breitbandausbau. Außerdem muss Geld für das Freibad ausgegeben werden, wenn die Gemeinde es auf Dauer erhalten will. Freuen darf sich die Grundschule, die wohl 2021 endlich ihr lang ersehntes Gartenhaus bekommen dürfte.

Verwaltungsverband: Alle sechs Gemeinden zusammen werden das neue Gebäude für die Verbandsverwaltung in Angriff nehmen. Der Grundsatzbeschluss wurde im Juli 2020 befasst. Je nach Einwohnerzahl sind die Kommunen beim rund 2,1 Millionen Euro teuren Projekt finanziell gefordert. Die Anträge für eine Förderung aus dem Ausgleichsstock des Landes sollen im Januar gestellt werden.

Das große Schulzentrum in Leinzell, das historische Amtshaus in Iggingen, der Anbau zweier Gruppen an den Kindergarten in Göggingen, die Sanierung des Freibads in Schechingen oder der Neubau einer Kindertagesstätte in Eschach (v.l. oben) – alles Projekte, die sich die Gemeinden vorgenommen haben.

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