Franz Schneider feiert 80. Geburtstag

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Das ist derzeit der Lieblingsplatz der zweijährigen Mia: Bei Opa Franz Schneider im gemütlichen Sessel.
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Gebürtiger Mutlanger, Pädagoge aus Leidenschaft, vielfach engagiert in der Kommunalpolitik, im kirchlichen Leben und im Ehrenamt.

Mutlangen. „Der ist noch vom alten Schlag“, sagt der Schwabe zuweilen und will das dann als großes Kompliment verstanden wissen. Einer, über den in Mutlangen und darüber hinaus so mancher das sagen dürfte, ist Franz Schneider - Lehrer aus Leidenschaft, Rektor, aber auch Handwerker, überzeugter Christ und ab diesem Sonntag ein 80er.

Franz Schneider kann auf ein bewegtes Leben blicken: Am 16. Mai 1941 geboren, besucht er in Mutlangen die Volksschule und macht nach dem Willen des Vaters eine Lehre als Polsterer, Raumausstatter und Sattler. Eigentlich soll er den Familienbetrieb übernehmen, ein alteingesessenes Geschäft in Mutlangen. Doch Franz, der sich in seinem erlernten Beruf zunächst in der Schweiz und in einer Polstermöbelfabrik in Deutschland die ersten Sporen verdient, hat anderes im Sinn. Lehrer ist sein Traumberuf.

1963 eröffnet sich ihm eine einmalige Gelegenheit. Es ist die Zeit des Lehrermangels, weshalb das Land den zweiten Bildungsweg öffnet. Franz Schneider besteht die Eignungsprüfung für die Pädagogische Hochschule, studiert dort das Lehramt an Grund- und Hauptschulen und absolviert 1965 die erste Dienstprüfung. „Ich bin der Kolpingsfamilie noch heute unheimlich dankbar, dass sie mich damals bei der Vorbereitung unterstützt hat“, sagt er. Und denkt gerne an diese Zeit an der PH zurück, wo er zusammen mit Ilse, seiner späteren Frau studierte. Beide wurden dann als junge Pädagogen in den „unterversorgten Dörfern“, wie man damals sagte, eingesetzt. Franz unterrichtete in Unterschneidheim, seine Ilse in Röttingen. 1967 wurde er an die Hauptschule Straßdorf versetzt und 1970, nach der zweiten Dienstprüfung, an die Hauptschule Mutlangen. Franz Schneider heiratete seine Ilse, das Paar bekam vier Kinder.

Ab 1977 war Franz Schneider Konrektor der Grundschule in Mutlangen, von 1983 bis 1991 Rektor der Grundschule Großdeinbach und schließlich ab 1991 bis zum Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2004 Rektor der Mutlanger Grundschule.

Hinzu kommt eine lange Liste ehrenamtlichen Engagements. 18 Jahre lang, von 1968 bis 1986, war Franz Schneider Mitglied des Kirchengemeinderats in St. Georg in Mutlangen.

Seit 1965 singt er im katholischen Kirchenchor - ist derzeit zudem in coronabedingt zusammengestellten Schola aktiv, seit Jahrzehnten als Lektor und Eucharistiehelfer im Einsatz und seit 2006 auch als Leiter von Wort-Gottes-Feiern eingesetzt.

Franz Schneider gehörte außerdem dem ersten Kreistag des Ostalbkreises an, war dessen Mitglied von 1973 bis 1979 sowie von 1975 bis 2001 Mitglied des Gemeinderats in seiner Heimatgemeinde Mutlangen. Ab 1988 war er Sprecher der CDU-Fraktion in diesem Gremium.

Der Jubilar war Jugendschöffe beim Amtsgericht Schwäbisch Gmünd, engagierte sich ab 2004 in St. Markus in Mutlangen ehrenamtlich für Senioren und zählt seit 2018 zu den Aktivposten im Mutlantis Förderverein.

Lesen, rätseln und radeln - ganz besonders aber die Musik sind Franz Schneiders Hobbys. Das Klavierspiel und das Singen bereiten ihm bis heute täglich große Freude.

In seinem reichen Leben musste Franz Schneider auch Schicksalsschläge verkraften - seine älteste Tochter und seine Frau Ilse verstarben früh. Doch „ich hatte auch Hilfe“, sagt er. Seit fast 25 Jahren ist Franz Schneider in zweiter Ehe glücklich verheiratet. Viele Reisen im In- und Ausland sowie nach Übersee und Fernost hat er mit seiner Frau Eva unternommen. Gemeinsam sind die beiden Großeltern von 14 Enkelkindern.

Franz Schneider ist nicht zuletzt in Mutlangen ein gefragter Ansprechpartner, wenn es um die Heimat und die Geschichte der Gemeinde Mutlangen geht. Einerseits aus eigenem Erleben und andererseits dank seiner Recherchen kann er fundiert, schier unendlich und spannend erzählen. Anke Schwörer-Haag

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