Gefahr – sobald ein Kopf durchpasst

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Das Informationsfahrzeug des Landeskriminalamts ist derzeit im Ostalbkreis unterwegs. Reiner Klotzbücher, im Ostalbkreis für das Thema zuständig (l.), und Jannis Bodle vom LKA geben Tipps und haben praktische Beispiele im Gepäck.
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Wie jeder seine Wohnung oder sein Haus sichern kann, darüber informiert die Polizei zu Beginn der dunklen Jahreszeit auch mobil vor Ort. Warum tätig werden wichtig ist.

Mutlangen

Er hat ihn schon gesehen, den Einbrecher, der der Überwachungskamera den Stinkefinger zeigt. Allerdings, erzählt LKA-Experte Jannis Bodle, habe dieser böse Bube das aus purem Frust getan. Denn das gefilmte Haus war zusätzlich mechanisch perfekt gesichert. Zweimal hätten der Schurke und sein Komplize damals – bis zur Unkenntlichkeit vermummt – ihr Glück an den Fenstern und Türen versucht. Erfolglos. Was schon deshalb gut gewesen sei, weil die Aufnahmen zwar gestochen scharf gewesen seien, identifizieren hätte man die Täter trotzdem nicht können.

Jannis Bodle und sein Kollege Reiner Klotzbücher, der für die Polizeiliche Beratung im Ostalbkreis zuständig ist, können stundenlang solche Geschichten erzählen von all den Tricks und Fertigkeiten, die Einbrecher so drauf haben. Für die beiden Experten ist deshalb das A und O jeder Sicherheitsmaßnahme eine solide mechanische Basis. Fenster zum Beispiel, deren Schließmechanismen sich mit "Pilzköpfen" im Rahmen verankern lassen. Griffe, die man abschließen kann. Versenkbare Zylinder, Schrauben, die sich nicht wieder aufdrehen lassen. Alles, was eine Barriere bietet, die Zeit kostet.

Denn schnell und unauffällig – das sei die bevorzugte Arbeitsweise der Schurken, die sich am Eigentum anderer vergreifen. 80 Prozent der Einbrecher kämen übers aufgehebelte Fenster ins Haus, blickt Reiner Klotzbücher auf die Statistik und bei einer Beratung kann problemlos vormachen, wie das in Sekundenschnelle funktioniert. Noch mal etwa sieben Prozent schlügen ein Loch in die Scheibe, um ans Ziel zu kommen. Beides Methoden, die sich verhindern oder zumindest gewaltig erschweren ließen.

Die Experten raten also dringend, jede "Luke", die breiter ist als 20 Zentimeter, gesondert abzusichern. Mit Schlössern, Zapfen oder Gittern. "Ich hab mal einen Fall gehabt, da muss ein Schlangenmensch am Werk gewesen sein", erzählt Klotzbücher, der auch zu diesem Thema auf jede Menge Erfahrung blicken kann mit dem Fazit: "Nur was so schmal ist, dass ein Kopf nicht durchpasst, ist sicher."

Wie wichtig es ist, dass die Menschen ihre Wohnung oder ihr Haus ausreichend absichern, erlebt Reiner Klotzbücher immer wieder. Selten seien es dabei die materiellen Verluste, die auf Dauer schmerzen. Schlimmer sei es, wenn ideell wichtige Erinnerungsstücke plötzlich nicht mehr da sind oder kaputt gemacht wurden. Am allerschlimmsten aber wirke das Gefühl, dass jemand Unbefugtes in die Privatsphäre eingedrungen ist. Schubladen durchwühlt hat, deren Inhalte man nicht mal seinen besten Freunden zeigen würde. Oft habe ein Einbruch so starke psychische Folgen, dass die Opfer sich in Behandlung begeben müssten oder am Ende sogar die Wohnung aufgeben.

Ein Einbruch hat oft psychische Folgen.

Reiner Klotzbücher, Berater

Im Oktober, wenn die dunkle Jahreszeit beginnt und die Einbrüche in der Regel zunehmen, informiert die Polizei deshalb ganz besonders über Möglichkeiten, sich zu schützen. Sie hat zudem Adressenlisten mit zertifizierten Handwerkern parat. Weitere Termine sind am

  • Dienstag, 13. Oktober, ist das Informationsfahrzeug zum Beispiel auf dem Marktplatz in Gschwend und am
  • Donnerstag, 15. Oktober, auf dem Johannisplatz in Schwäbisch Gmünd von 10 bis 16 Uhr.

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