Lesermeinung

Geht so eine faire Wahl?

Zur Bürgermeisterwahl

Man sollte nicht glauben, dass mich die Bürgermeisterwahl hier in Leinzell mal dazu bringt einen solchen Beitrag zu schreiben! Anscheinend haben sich da manche Leute ein bisschen zu viel bei den hohen Politikern abgeschaut! Bei 4 Kandidaten war ganz klar, dass es keine einfache Wahl wird. Wenn es nach den Plakaten geht, die im ganzen Ort hängen, denkt man eher an die nächste Bundestagswahl als an eine Bürgermeisterwahl. Da es aber auch hier schon in meinen Augen mehr als unfair zugeht, muss ich meine Meinung einfach loswerden.

Schon vor dem ersten Wahldurchgang fiel mir eines auf: Es wurde von einigen Mitgliedern des Gemeinderates aus der gleichen Partei Werbung für einen Kandidaten gemacht. Ob das in einem Amt des Gemeinderates erlaubt ist, weiß ich nicht, aber es hat einen sehr komischen Beigeschmack für mich gehabt.

Bei 4 Kandidaten dachte ich mir schon, dass keiner der Kandidaten mehr als die Hälfte der Stimmen im 1. Wahldurchgang schafft. Nach der Veröffentlichung der Wahlergebnisse die große Überraschung: Es wurden 100 Stimmen für jemand angegeben, der nicht kandidiert ist. Dass mal jemand im Spaß oder auch ernst gemeint einen anderen Namen auf den Wahlschein schreibt, kann ja vorkommen und ist auch erlaubt. Hier hat sich aber gezielt eine Gruppe zusammen getan, die schon vor der Wahl andere Leute dazu gebracht haben, diesen Namen auf den Wahlschein zuschreiben. Wollte man dafür sorgen, dass keiner die 50 Prozent erreicht? Gut möglich.

Doch das war noch nicht alles, so glaube ich. Die Wahlbeteiligung war sehr niedrig und es lagen 2 Kandidaten sehr eng zusammen mit 38,5 Prozent und 38,1 Prozent. Bei der Neuwahl dürfte es daher wirklich um jede Stimme gehen.

Dazu muss ich noch sagen, dass ein Kandidat in Leinzell, der andere in einer Nachbargemeinde wohnt. Nun folgen Zeitungsberichte in denen der 100 Stimmen-Mann, der nicht kandidiert ist, sagt, dass er auch nicht nachträglich zur Wahl stellt. Der Satz: „Ich fände es besser, wenn jemand von außen kommt.“ Fällt dann aber auch und rückt die Neuwahl nun in ein ganz schlechtes Licht. Bei einer fairen Wahl sollte sich jeder Bürger ein Bild der Kandidaten machen können und dann seine Stimme vergeben. War es nun gewollt, dass diese 100 Stimmen und vielleicht auch noch der ein oder andere Unentschiedene seine Stimme an einen bestimmten Kandidaten gehen sollen?

Ob der zukünftige Bürgermeister ein Leinzeller ist oder nicht, sollte kein Entscheidungsgrund sein. Es soll für den gewählt werden, dem man das Amt des Bürgermeisters zutraut, der sich für Leinzell einsetzt. Wer das Vertrauen der Leinzeller Bürger hat, soll die Neuwahl zeigen, dann aber doch bitte auf faire Art und nicht mit solchen Spielchen! Jenny Pawlak, Leinzell

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