Gewappnet für Notversorgung

+
170 000 Euro werden in den Hochbehälter Mittelbronn vom Wasserverband Menzlesmühle investiert. Foto: Tom
  • schließen

Der Zweckverband Wasserversorgung Menzlesmühle schafft Stromaggregate an. Was sie kosten und was sie leisten werden.

Welzheim

Der Zweckverband Wasserversorgung Menzlesmühle wappnet sich für die kommenden Monate und will sich nicht eiskalt erwischen lassen, sollte es zu einem kompletten Stromausfall – „Blackout“ kommen. Was dies konkret bedeutet, erklärte Verbandsvorsitzender Thomas Bernlöhr in der kürzlichen Versammlung. Geschäftsführer Hubert Barth habe gemeinsam mit den Wassermeistern „eine zutiefst eigene Geschichte entwickelt“, machte Bernlöhr deutlich. Im Falle eines kompletten Stromausfalls werden Notstromaggregate zum Einsatz kommen.

„Das wäre dann ein manueller Notbetrieb, bei dem die fünf Wassermeister arbeiten, dass die Heide wackelt“, beschrieb der Vorsitzende anschaulich. Was gemeint ist? Dass die Wasserversorgung als kritische Infrastruktur aufrecht erhalten bleibt durch den Einsatz von Stromerzeugern, die nicht am Netz hängen, sondern von fossilen Kraftstoffen betrieben werden. Wäre dies nicht der Fall, würden bei einem großflächigen Stromausfall die Versorgungszonen im Verbandsgebiet nicht versorgt werden, stünde nach wenigen Stunden in den Ortsnetzen kein Trinkwasser mehr zur Verfügung. Mit dem Ukrainekonflikt verschärft sich die Gefahrenlage für Ausfälle bei der Energieversorgung.

Dies, so Bernlöhr, sei der Zeitpunkt, um Krisenpläne zur Aufrechterhaltung der Versorgung zu aktualisieren und auszuarbeiten. Daraus resultierende, nötige Investitionen gelte es umzusetzen. „Eine funktionierende Notstromversorgung ist zu gewährleisten.“ Der Verband hält sich bezüglich der Wasser-Notversorgung an die behördlichen Vorgaben. Etwa vom Innenministerium. Was bedeutet, dass für die Versorgung der Bewohner, bei der Menzlesmühle geht es um rund 30 000 Haushalte und Unternehmen, eine Abgabemenge von 50 Liter pro Person und Tag zu gewährleisten ist. In „normalen“ Zeiten werden 130 Liter pro Tag und Person gerechnet.

Das aktuell erarbeitete Notfallkonzept ergibt einen Bedarf von vier Stromerzeugern. Dabei geht es um einen 120 kVA, stationär eingehausten Erzeuger am Standort Buchengehren und um zwei 60 KvA, mobilen Stromerzeuger am Standort Auchstrut und Waldhaus. Was Gesamtausgaben von 115 000 Euro bedeutet. Bereits vorhanden ist ein Erzeuger mit einer Leistung von 55 kVA am Standort Batschenhof.

Ohne Diskussion stimmten die Verbandsgemeinden (Gschwend, Durlangen, Spraitbach, Welzheim, Kaisersbach und Alfdorf) dieser 115 000-Euro-Anschaffung für eine garantierte Notversorgung zu. Vorsitzender Bernlöhr kommentierte nach dieser Abstimmung: „Diese Investition ist notwendig und verantwortungsbewusst, dass wir alle gut schlafen können.“

Er dankte Geschäftsführer Hubert Barth den fünf Wassermeistern für die „Kniffelarbeit“, die sie für die Erstellung des Notfallkonzepts meisterten.

Der Diesel, der für die Betreibung der externen Stromerzeuger benötigt wird, ist in einem Schultank in Welzheim bevorratet. Dass der Diesel dann zu den Stromerzeugern gelange, dafür seien dann eben die fünf Wassermeister zuständig. Das entsprechende Versorgungskonzept im Notfall garantiere das Zusammenspiel innerhalb des Verbands zwischen Leitungen, Pumpstationen, Druckerhöhungsanlagen und Ähnlichem. Beschlossen wurde zudem, dass unter anderem die Schaltanlage im Hochbehälter Mittelbronn für rund 170 000 Euro erneuert wird. Darin enthalten sind auch neue Endverschlüsse der Steuerkabel sowie eine Visualisierung der Betriebszustände. Zumal Mittelbronn ein zentraler Knotenpunkt ist, bei dem die Informationen zum Bezug des Fremdwassers zusammenlaufen.

Zurück zur Übersicht: Schwäbischer Wald

Kommentare