„Ade Bürgermeister. Willkommen Walter Weber“

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Gemeinderat mit Friedrich Reupke an der Spitze verabschiedet Walter Weber
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Warum die Veranstaltung in der Gögginger Gemeindehalle eine ganz besondere war.

Göggingen „Sie waren die richtige Person, zur richtigen Zeit am richtigen Ort“, lobt Friedrich Reupke als Sprecher des Gemeinderats und bringt den Inhalt eines ungewöhnlichen Abschiedsabends so auf den Punkt: „Ade Bürgermeister. Willkommen Walter Weber.“ Denn die Gögginger haben dem Mann, der 29 Jahre, fünf Monate und 24 Tage ihr Bürgermeister war, bei der offiziellen Verabschiedung, die der Musikverein Horn umrahmt, eines ganz klar versichert - er gehört dazu, er ist einer von ihnen. Ganz bestimmt auch deshalb, weil man mit Walter Weber hart diskutieren, aber immer einen Kompromiss finden und immer hinterher noch in guter Gemeinschaft zusammensein kann.

Es ist ein besonderer Moment, dieser Abschiedsabend. Das hat schon Landrat Dr. Joachim Bläse in seiner Ansprache klargestellt. Der dienstälteste Bürgermeister des Ostalbkreises tritt in den Ruhestand. Eine Zäsur also. Ausdrücklich starken Applaus gibt es vom Publikum in der vollen Halle, in der auf Webers Wunsch hauptsächlich Gögginger sitzen, beim landrätlichen Dankeschön an einen „typischen schwäbischen Schultes“: für den das Bürgermeistersein kein Acht-Stunden-Job gewesen sei; der die Gemeinde auch finanziell hervorragend geführt habe - angesichts von 20 Projekten, die über den Ausgleichsstock gefördert wurden; und dem stets auch die Vereine und das Ehrenamt ein wichtiges Anliegen gewesen seien.

Wie viel Rückhalt Walter Weber während seines Wirkens in der Gemeinde gehabt habe, leitet der Landrat auch aus den Wahlergebnissen ab: 1992, bei zwei Gegenkandidaten, mit 68,5 Prozent der Stimmen gewählt; 2000 mit 99,2 Prozent wieder gewählt; 2007 mit 99,5 Prozent der Stimmen wieder gewählt; 2015 mit 87,8 Prozent der Stimmen wieder gewählt - „das ist eine unglaubliche Leistung angesichts der Tatsache, dass man es als Bürgermeister ja nie allen Recht machen kann“.

Und hier gibt es den nächsten ausdrücklich starken Applaus für Walter Weber: „Sie waren ein Demokrat durch und durch“, analysiert der Landrat, „Sie haben sich gerne eingebracht in die Diskussion und nicht immer die Mehrheitsmeinung vertreten. Aber Sie haben Mehrheiten akzeptiert und mehrheitliche Meinungen mitgetragen.“ Deutlich hörbar bestätigen die Göggingerinnen und Gögginger diese Feststellung.

Abschließend würdigt der Landrat zudem, dass Walter Weber sich im Kreistag, in den Verbänden, darunter das DRK, und in der Ausbildung von Verwaltungsfachleute engagiert hat.

„Was Sie geleistet haben, hat das Amt zu dem gemacht, was es heute ist. Es waren tolle und schöne Jahre, in denen wir einiges geprägt haben“, stellt Bürgermeisterstellvertreter Friedrich Reupke dann fest. Viel dazu beigetragen habe Webers Humor und Gelassenheit. Selbst in kritischen Situationen habe man eine gemeinsame Lösung gefunden. Aus den vielen Erfolgen, die Reupke aus 29 Jahren aufzählen kann, ragt als letzter Höhepunkt die Ansiedlung des Seniorenheims heraus. Und als emotionales Großereignis die 750-Jahrfeier, die auch dank Walter Webers Einsatz zu einem rundum gelungenen Fest geworden sei.

Hier hakt als überraschender Grußwortredner später auch Feuerwehrkommandant Alexander Maier ein und erinnert außerdem lobend den Einsatz des Bürgermeisters beim Kreisfeuerwehrtag 1999. „Sie haben immer hinter der Feuerwehr gestanden. Das hat mir sehr imponiert“, betont er und lädt Weber „zu jeder Veranstaltung der Feuerwehr schon jetzt ein.“

Ganz praktisch bedanken sich schließlich die Vereine des Orts dafür, dass Walter Weber immer ein offenes Ohr für sie hatte und als DRK-Vorsitzender, Tennis- und Fußballvereinsaktiver sowie 12-Stunden-Wanderer tatsächlich einer der ihren ist. Timo Beißwenger (TGV Horn) und Walter Schock (Kleintierzüchter) überreichen den Rucksack samt geweihtem Wanderstock und Gutschein für neue Wanderschuhe. Denn hier gebe es eindeutlich Investitionsbedarf.

Gerührt bedankt sich der so Geehrte: „Ich habe versucht, meine Aufgabe ordentlich zu machen.“ Anke Schwörer-Haag

Weber + Landrat

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