Eigenes Domizil statt "Kindergartenfabrik"

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Einweihung des Kindergartenneubaus in Göggingen: Blumen für Leiterin Bärbel Wiedmann von Architekt Jochen Hermann (stehend), und ein gebackener Schlüssel von Architekt Marc Strohmaier für Bürgermeister Danny Kuhl (re. kniend).
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Neubau für Kleinkindbetreuung in Göggingen offiziell übergeben.

Göggingen.

Gewöhnlich wird ein Kindergarten sogleich nach Fertigstellung eingeweiht. Nicht selten gehen hinten die Handwerker raus und vorne die Festgäste rein. Nicht so am Samstag in Göggingen. Denn der Kindergarten ist bereits vor weit über einem Jahr bezogen worden. Pandemiebedingt gab es nun erst die Einweihung mit einem Tag der offenen Tür. Dass sich die Sprösslinge in der neuen Betreuungseinrichtung pudelwohl fühlen, zeigte sich nicht nur bei ihrem fröhlichen Gesang zum Festakt eindringlich: „Halloooo, halllooo, hallooo …“ wurde da inbrünstig und strahlend gesungen.

„Der Kindergarten wird wunderbar angenommen, und wir haben ein tolles Team“, stellte Bürgermeister Danny Kuhl mit Blick auf die Leiterin Bärbel Wiedmann dankbar fest. Er räumte ein, dass es sein Amtsvorgänger Walter Weber war, der den Neubau initiiert und gemeinsam mit Architekt Jochen Hermann aus Lorch und Handwerkern umgesetzt hatte. „Mir obliegt es nun, ihn offiziell zu eröffnen“, bemerkte er. Kuhl bescheinigte Architekt Hermann „eine exzellente Planung“. Er erinnerte an die Kita-Gruppe, die provisorisch im Rathaus untergebracht war aufgrund des Platzmangels. „Es war nicht immer einfach für alle Beteiligten.“ Jetzt zeigte er sich „sehr beeindruckt“ vom Neubau. Zu den insgesamt drei Außenbereichen befand Kuhl: „Wir haben uns für ein gutes Konzept entschieden.“ Großen Dank sandte er auch an Otto Wiedmann und sein Bauhofteam für die Unterstützung. Ebenso wie das Kita-Team hätten diese ein Riesenengagement bewiesen, das weit über das Normalmaß hinausgehe. Mit Blick auf Architekt, Kita-Leitung und Bauhof sagte er: „Vielen Dank für das tolle Endergebnis.“

„Es gibt für einen Architekten nichts Schöneres als für Kinder zu bauen“, bemerkte Architekt Jochen Hermann, selbst Vater von vier Kindern. Als „total vorausschauend“ bezeichnete er Alt-Bürgermeister Walter Weber, da dieser den Neubau anregte. So finden sich nun fünf Gruppen im benachbarten „alten“ Kindergarten und zwei Gruppen im Neubau. Dieser ist separat für die Kleinkindbetreuung. Denn sieben Gruppen an einem Standort, durch einen einfachen Anbau an den Bestand, befand der Architekt als „nicht zielführend“. „Das wäre eine Kindergartenfabrik mit sieben Gruppen geworden“, argumentierte er.  So aber hätten die Kleinkinder nun ihr eigenes, behütetes Domizil. Nächster Pluspunkt: Besagter Neubau kann, sofern die Kinderzahlen massiv zurückgehen, unkompliziert einer Nachnutzung zugeführt werden. „Denn keiner kennt die Zukunft.“ Kurz ging der Lorcher Architekt, der den Neubau in Rekordzeit gebaut hat – im Juni 2020 war Baustart, im April 2021 war der Bau fertig - auf Zahlen ein. Auf einer Nutzfläche von 386 Quadratmetern sind zwei Gruppenräume mit Nebenräumen und Sanitärräumen entstanden. Zudem wurde am Bestand noch ein kleiner Anbau mit 62 Quadratmetern Fläche und Brandschutzertüchtigung für 220 000 Euro realisiert. Die Kosten wurden insgesamt mit 1,6 Millionen Euro eingehalten. „Die Kostenberechnung stammt aus 2018“, erinnerte der Architekt. Der Neubau erfolgte in Holzbauweise, Augenmerk wurde auf die Ökologie gelegt. Nicht nur durch das extensiv begrünte, leicht geneigte Flachdach, das wie eine Klimaanlage an heißen Tagen wirken soll.

Leiterin Bärbel Wiedmann beschrieb die nun hervorragenden Rahmenbedingungen. Sie erinnerte: „Kinder sind unsere Zukunft“ und sah die Entscheidung für diesen Neubau als „richtig“ an.  Pfarrer Shiju Mathew segnete und weihte den Neubau.

Der Gögginger Nachwuchs ist begeistert.

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