Ernste Gespräche vor schöner Kulisse

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Die Pilgerwege auf dem Weg zur Eröffnung des Kloster-Hospizes in Gmünd führten am Donnerstag am Schloss Horn vorbei.

Rund 50 Pilger machten sich am Donnerstag auf, um bei der Erkundung der Frickenhofer Höhe über Sterbebegleitung zu sprechen.

Schechingen/Göggingen-Horn

Den regnerischen Wetterprognosen zum Trotz machten sich rund 50 Teilnehmer am Donnerstag in Schechingen auf, um an der Wanderung "Pilgerwege" auf dem Weg zur Eröffnung des Kloster-Hospizes im Frühjahr 2021 teilzunehmen. Bürgermeister Werner Jekel freute sich, so viele Interessierte in Schechingen beim Kulturforum begrüßen zu können. Darunter eine stattliche Anzahl von Wanderern, die, durch Wanderführer Manfred Dambacher animiert, aus allen Himmelsrichtungen mit gutem Schuhwerk angereist waren. So etwa Maja Kunz aus Wetzgau. Sie gehört seit Gründung der ersten mobilen Hospizgruppe in Schwäbisch Gmünd zu den ehrenamtlichen Sterbebegleitern dazu. Und stellte auf der Strecke zwischen Schechingen und Horn fest: "Hier war ich jetzt auch noch nicht unterwegs." Auf ihren ehrenamtlichen Hospizdienst angesprochen, machte sie ihreBeweggründe deutlich: "Der Mensch soll nicht allein sein beim Sterben."

23 Kommunen stehen dahinter

Kurz nach den letzten Schechinger Häusern ging's auf einen Feldweg, auf dem die Pilgergruppe von vorwitzigen Ziegen zumindest ein Stück weit begleitet wurde. Nur ein Zaun trennte Fußgänger und Tiere. Das Amusement der Gruppe war nicht zu überhören. Bürgermeister Jekel ging auf der Strecke auf den Blick zum Albtrauf ein und erläuterte das Panorama mit den Kaiserbergen und dem Rosenstein.

Mit von der Partie war auch Dr. Angelika Daiker, die darüber informierte, dass sie mehr als 20 Jahre in der Hospizarbeit in Stuttgart tätig war. Und vor zwei Jahren von den Franziskanerinnen angesprochen wurde, das Kloster-Hospitz in Gmünd während des Baus zu begleiten. Dort entstehen acht Unterkünfte für Sterbende. Aktuell sei der Rohbau abgeschlossen und mit dem Innenausbau sei begonnen worden, konnten die interessierten Wanderer in Erfahrung bringen. Daiker machte zudem darauf aufmerksam, dass aktuell die Ausbildung der ersten ehrenamtlichen Sterbebegleiterinnen und -begleiter begonnen habe. Wobei sie nicht verhehlte, dass es in Schwäbisch Gmünd bereits seit Jahrzehnten eine mobile Hospizgruppe gibt.

Passend zu der Tatsache, dass sich insgesamt 23 Kommunen aus der Raumschaft Gmünd unterstützend hinter das Kloster-Hospiz stellen, waren gleich vier Bürgermeister aus der Region Leintal-Frickenhofer Höhe bei der Wanderung mit auf dem Weg. An der Gemarkungsgrenze übernahm so Bürgermeister Walter Weber die Pilgergruppe von Schechingens Schultes Werner Jekel. Und weiter ging's nach Horn, vorbei an neugierigen Alpakas und Pferden. "Was ist das hier doch für eine Idylle", zeigten sich diejenigen Teilnehmer begeistert, die zum ersten Mal die Frickenhofer Höhe zu Fuß erkundeten. Darunter auch Schwester Brigitta vom Kloster der Franziskanerinnen.

Bei einem kurzen Stopp am Schloss Horn wurde auf die Geschichte eingegangen. Bürgermeister Ralph Leischner aus Leinzell ging zudem auf die Historie des Leinzeller Schlosses ein.

Vom Leintal ging's den höchsten Anstieg hinauf nach Schönhardt, wo es für die Interessierten im Landgasthof "Krone" jede Menge Gelegenheit gab, sich über die Hospizarbeit kundig zu machen. Letztlich verabschiedete der Igginger Bürgermeister Klemens Stöckle – Schönhardt ist ein Teilort von Iggingen – die Gruppe und konnte von den Teilnehmern viel Dank für die Gastfreundschaft und die Organisation entgegennehmen.

Die nächste Wanderung im Rahmen von "Hospiz in Bewegung" ist am 14. Oktober um 14 Uhr ab dem Kloster Lorch.

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