Kläranlagen Leintal: Wer darf sich mit wem verbünden?

+
Die Kläranlage nördlich der Landesstraße L1075 im Leintal bei Horn.
  • schließen

Welche grundsätzlichen Fragen das Gutachten für die Erweiterung und Sanierung der Kläranlage im Leintal beantworten soll und wann mit Ergebnissen zu rechnen ist.

Göggingen

Die Spannung steigt. Was kommt heraus bei dem Gutachten, dessen erste Ergebnisse eigentlich Ende April hätten vorliegen sollen? Was ist zu tun, um die Abwasserreinigung für Iggingen, Göggingen, Leinzell und Täferrot zukunftsfähig aufzustellen. Liegt die beste Lösung für alle Herausforderungen womöglich darin, dass man gemeinsame Sache macht Heuchlingen? Oder Schechingen? Oder Heuchlingen und Schechingen?

Darum geht es: Seit den 1950er-Jahren gibt es den Abwasser-Zweckverband Leintal. Kerngeschäft der Kooperation ist der gemeinsame Betrieb einer Kläranlage - unterhalb von Horn an der Lein gelegen. Technisch wurden hier alle Hausaufgaben stets gewissenhaft erledigt: 1998 stand eine komplette Modernisierung an, später wurde eine Klärschlammtrocknung gebaut und 2019 wurde sie ergänzt um ein Fernwerksystem, das alle Regenüberlaufbecken im Einzugsgebiet einschließt und deren Leerung steuert.

Trotzdem stehen weitere Modernisierungen an. So muss nicht nur die EDV, deren Ursprung bald 30 Jahre alt ist, irgendwann von Grund auf ausgetauscht werden. Auch die Kapazität kommt angesichts der in den vergangenen Jahren ausgewiesenen Neubaugebiete an ihre Grenzen. Und schließlich schreibt der Gewässerschutz inzwischen weitergehende Verfahren zum Schutz der Umwelt vor - zum Beispiel die Phosphatfällung. Hierfür muss aktuell in allen Anlagen investiert werden. „Unterstützung vom Land gibt es dann, wenn mehrere kleine Einheiten sich zusammenschließen“, erklärt der Noch-Verbandsvorsitzende Ralph Leischner weshalb - und damit befasst sich das Strukturgutachten hauptsächlich - eine Kooperation angestrebt wird. Drei Möglichkeiten werden dabei betrachtet: zum einen der Anschluss von Heuchlingen, zum anderen der Anschluss von Schechingen sowie letztlich der Anschluss beider Nachbargemeinden. Wären dann eine oder zwei Leitungstrassen sinnvoll? Welche Investitionen wären jeweils nötig und wie würden diese sich auswirken auf die Gebühren in allen Mitgliedsgemeinden?

Untersucht wird aber auch, wie die auf jeden Fall notwendige Erweiterung um gesetzt werden kann. Gibt es eine Entwicklung in die Breite und wenn ja, in welche Richtung stehen geeignete Grundstücke zur Verfügung? Oder gibt es eine Erweiterung in die Höhe, indem Gebäudeteile aufgestockt werden?

Aktuell sei nun angekündigt, dass Antworten auf diese Fragen noch vor Juli auf dem Tisch liegen sollen. Sie wären dann die Basis für „intensive Gespräche“ unter allen Beteiligten, erklärt Ralph Leischner. Die daraus resultierende Planung könnte im Frühjahr und Sommer 2023 erarbeitet werden. Förderanträge müssen bis 1. Oktober 2023 gestellt werden mit der Hoffnung auf Bewilligung im Juli 2024.

Zurück zur Übersicht: Göggingen

Mehr zum Thema