Neues Bauland im Ortskern anvisiert

+
Im Bereich „Südliche Ortsmitte“ wird ein Bebauungsplan rechtliche Grundlagen für Eigenheime schaffen. Eine Umlegung ist anvisiert. Foto: jan
  • schließen

Der Bereich „Südliche Ortsmitte“ in Göggingen wird neu geordnet. Durch Nachverdichtung soll der Mittelpunkt der Gemeinde gestärkt werden.

Göggingen

Zwischen der Hauptstraße und der Stuifenstraße in Göggingen liegt ein großer Bereich seit langen Jahren brach, beziehungsweise ist nicht bebaut. Prädestiniert, um Platz für Eigenheime zu bieten. Mit dem Ziel, das Ortszentrum zu vitalisieren und nachzuverdichten. Zumal der Gesetzgeber eine innerörtliche Entwicklung stets einer neuen Bebauung an der Peripherie einer Kommune vorzieht.

Von einer diesbezüglichen „langen Geschichte“ sprach Bürgermeister Danny Kuhl, denn bereits im Jahr 2003 gab es erste Gespräche bezüglich einer Bebauung der südlichen Ortsmitte. Allerdings wurde dann erst im Dezember 2013 von den Gemeinderäten der Beschluss gefasst, den Bereich mit einem Bebauungsplanverfahren zu überziehen. Wieder ging viel Zeit ins Land, bis letztlich im November 2020 der Entwurf des Bebauungsplans „Südliche Ortsmitte“ durch den Gemeinderat bewilligt wurde. Es folgte die Beteiligung der Behörden und der Öffentlichkeit, die Anregungen zum Planwerk einbringen konnten. Pandemiebedingt sah die öffentliche Auslegung schließlich so aus, dass aufgrund des Kontaktverbots ein Termin zur Einsicht des Planwerks bei der Gemeindeverwaltung abgestimmt werden musste.

Zwischenzeitlich sind alle Anregungen eingegangen und wurden am Mittwoch im Gemeinderat durch Stadtplanerin Zoriana Piniak erläutert. Einige Anregungen werden nun im Planwerk eingearbeitet. Etwa, dass um das Kulturdenkmal „Gasthaus Rössle“ eine größere Baugrenze gezogen wird, um dessen Bestand zu sichern. Dadurch gibt’s Platz für eine kleine Grünfläche sowie drei öffentliche Parkplätze im Gebiet. Private Anregungen wurden ebenfalls eingearbeitet. Wiederum der Naturschutz regte an, Streuobstbestand zu erhalten. Zudem wird es einen Ausgleich für die magere Flachlandwiese geben.

Eine weitere private Anregung war, dass die Notwendigkeit einer Planung in Frage gestellt wurde. Hier machte Bürgermeister Danny Kuhl deutlich, dass man das Zentrum durch Bebauung stärken wolle, „es geht um Nachverdichtung“. Auch wurde von privater Seite erklärt, dass die Gemeinde nicht Eigentümerin der überplanten Flächen sei. Hier gab es ebenfalls eine deutliche Antwort: Die Gemeinde muss nicht Eigentümerin sein, wenn sie einen Bebauungsplan aufstellt. „Zuerst der Bebauungsplan, dann kann die Neuordnung, also die Umlegung, erfolgen“, erklärte Stadtplaner Claus Wolf, ebenfalls vom Mutlanger Planungsbüro LKP-Ingenieure.

Bürgermeister Danny Kuhl informierte darüber, dass es bereits vor kurzem Gespräche mit den dortigen Grundstückseigentümern gegeben habe. Er zeigte sich in der Sitzung am Mittwoch zuversichtlich, dass man bei der Umlegung einen „guten Konsens“ findet.

Was in der Ortsmitte laut Bebauungsplan entstehen soll? Rund 35 Bauplätze, deren Erschließung in mehreren Bauabschnitten erfolgen soll. Mit einer Zufahrt von der Stuifenstraße sowie einer Zufahrt von der Hauptstraße. Weiter, eine kleine Zufahrt von der Hauptstraße in Form eines Wohnwegs für fünf Gebäude. Einfamilienhäuser und Doppelhäuser sollen auf der Fläche realisiert werden können. Der gesamte Bebauungsplan umfasst eine Fläche von gut drei Hektar, wobei bereits über ein Hektar Bestandsbebauung vorweist.

Ohne Diskussion wurde bei einer Gegenstimme die erneute öffentliche Auslegung, diesmal gemäß der gesetzlichen Vorgabe verkürzt auf 14 Tage,  dann mit den eingearbeiteten Vorschlägen im Plan, beschlossen. Schließlich erfolgt erneut die Abwägung im Gemeinderat. Es werden nur neue Anregungen abgewogen. „In der nächsten Sitzung wird der Bebauungsplan also erneut Thema“, kündigte Bürgermeister Kuhl an. Am Ende steht dann der Satzungsbeschluss.

Zurück zur Übersicht: Göggingen

Kommentare