Nistkästen als Brennholz benutzt

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So stolz waren die Kinder, als sie im Januar ihre Nistkästen aufgehängt haben. So traurig ist das Ende der Brutmöglichkeiten.
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Große Enttäuschung beim Bezirksfischereiverein Lein-Rems. Gewässerwart und Kindergruppe hatten die gut genutzten Brutmöglichkeiten im Coronawinter gebastelt.

Göggingen

Martin Achatz ringt um eine druckfähige Formulierung, als er an diesem Morgen ein Foto per Mail geschickt bekommt. „Dieser Anblick stimmt mich sehr ärgerlich“, sagt der zweite Vorsitzende des Bezirksfischereivereins Lein-Rems dann. Eine Passantin nimmt bei diesem Anblick dagegen kein Blatt vor den Mund: „Das ist eine große Sauerei“, stellt sie klar.

Was sorgt denn für so viel Aufregung? Am Rückhaltebecken Götzenbach bei Göggingen sind mutwillig Nistkästen heruntergerissen worden, wohl in der Absicht, sie als Brennholz zu verwenden. Schon das sei ein Frevel, findet der Vorsitzende - zumal die Vereinsmitglieder bei einer Reinigungsaktion vor wenigen Tagen festgestellt haben, dass die Nistkästen alle von den Vögeln gut angenommen worden sind. Besonders bedauerlich findet Martin Achatz, dass damit die engagierte Jugendgruppe des Vereins einen Dämpfer bekommt. Gemeinsam mit Gewässerwart Gerd Zidorn hatten die Kinder als Beschäftigung im Coronawinter zwölf solcher Kästen gebaut und im Januar rund um den Götzenbachsee aufgehängt. Und damit offensichtlich eine Versorgungslücke gestopft. Denn im Frühjahr und Sommer war in allen Nistkästen Betrieb - sehr zur Freude der Baumeister.

„Es ist so schade, dass die Arbeit der Kinder und der Lebensraum der Tiere mutwillig zerstört worden sind“, schimpft Martin Achatz. Bürgermeister Danny Kuhl gibt dem Vereinsvorsitzenden Recht: „Das geht gar nicht“, findet er und bedauert, dass gerade an den idyllischen Orten wie am See immer wieder Treffen sind, die dann aus dem Ruder laufen. „Wahrscheinlich sind es nur eine Handvoll Leute, die sich nicht benehmen können. Und meist ist dann auch Alkohol im Spiel“, vermutet er.

In der Kontrolle derart neuralgischer Örtlichkeiten arbeiten Gemeinde und Polizei eng zusammen. Das bestätigt auch Holger Bienert, der Sprecher des Präsidiums in Aalen. „Die Gemeinden melden uns das und wir fahren solche Ausflugziele und Parkplätze bei unseren anlasslosen Kontrollfahrten regelmäßig an.“

Die Fischer um Martin Achatz und Gerd Zidorn würden sich wünschen, dass die Übeltäter Mitleid haben mit den Kindern und den Tieren. Schön wäre, wenn sie als Wiedergutmachung Müll um den See aufsammeln. „Oder so mutig sind und sich melden und mit den Kindern neue Nistkästen basteln.“

Vielleicht sind sie mutig und melden sich.“

Martin Achatz, Vorsitzender
Beim Aufhängen im Januar.

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