Schulkindbetreuung wird teurer

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Schulkindbetruung wird teurer.
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Gögginger Gremium folgt dem Verwaltungsvorschlag für eine Neuorganisation. Was die Eltern ab dem 1. Januar jetzt finanziell erwartet. Luftfilter werden vorerst nicht angeschafft.

Göggingen

Gerade mal 27 Minuten kurz ist die erste öffentliche Sitzung unter Vorsitz von Bürgermeister Danny Kuhl. Nicht wirklich schmerzlos ist der wichtigste Beschluss, den das Gremium fasst: die Gebühren für die Schulkindbetreuung steigen. Deutlich.

Doch von vorne: Gleich zum Amtsantritt habe er sein Wahlkampfthema Schulkindbetreuung anpacken müssen, berichtet Kuhl dem Gremium von einem Personalproblem, das es kurzfristig zu lösen galt. Was gelungen sei. Inzwischen gebe es wieder vier Personen, die sich vor und nach dem Unterricht um die Erst- bis Viertklässler kümmerten. Aufgefallen sei im Zug der Neubesetzung aber, dass das seither extrem flexible System kaum mehr zu handhaben sei. Bislang könnten die Eltern nicht nur zwischen sieben verschiedenen Modellen und Zeiträumen frei wählen, sondern die Anmeldung jederzeit erweitern oder verkürzen. Da organisatorisch den Überblick zu behalten, sei eine fast nicht zumutbare Herausforderung, meinte der Bürgermeister und schlug deshalb folgende Systematik vor,

- dass erstens künftig nur noch zwischen drei kombinierbaren Zeiträumen gewählt werden kann: 7 bis 8.15 Uhr; 11.45 bis 14 Uhr; 14 bis 16 Uhr.

- dass zweitens die Gebühren, die derzeit für eine Vollbetreuung 60 Euro pro Monat ausmachen, angehoben werden. Eine Nachbargemeinde verlange für dieselbe Leistung 175 Euro, informierte Kuhl und schlug eine Erhöhung auf insgesamt 125 Euro vor - wobei 30 Euro für Zeitraum eins zu bezahlen wären; 50 Euro für Zeitraum zwei sowie 45 Euro für Zeitraum drei zwischen 14 und 16 Uhr. Damit könne man die derzeitigen Einnahmen von 1325 Euro monatlich aufstocken auf rund 2020 Euro und steigere die Kostendeckung von rund 40 auf rund 60 Prozent.

- drittens schließlich machte sich der Bürgermeister dafür stark, dass die Anmeldung auf den Anfang des Schuljahres gebündelt werden solle, dann bindend ist und nur noch in Härtefällen - etwa wenn sich die Arbeitszeiten der Eltern verschieben - geändert werden könne.

Grundsätzlich wollte das Gremium sich einer Neuordnung der Schulkindbetreuung nicht widersetzen, weshalb es nur um Details ging: Tobias Streit ließ sich bestätigen, dass die Eltern die einzelnen Wochentage nach wie vor flexibel auswählen können. Und mit Blick auf die steigenden Gebühren mahnte er: „Da muss die Gemeinde nichts dran verdienen.“ Das Kopfnicken der anderen Mitglieder des Gremiums fasste Marco Ziegler in einen konkreten Vorschlag zusammen: „Ich denke, 100 Euro als Maximalkosten für die Bündelung aller drei Zeiträume müssten auch reichen“, sagte er und ergänzte, dass das Modell um eine halbjährliche Anmeldemöglichkeit ergänzt werden sollte.

Bürgermeister Danny Kuhl nahm diese Anregungen für den Beschluss auf, der bei einer Enthaltung gefasst wurde, nun veröffentlicht und ab 1. Januar 2022 umgesetzt werden soll. Dass für die Kinder aus Horn, wohin der Mittagsbus um 13 Uhr fährt, eine Lösung gefunden wird, forderte Friedrich Reupke. Der Schultes sagte zu, man werde mit den Eltern individuell reden.

Weil die Wirksamkeit nicht einhellig bestätigt wird und gute, sprich wirksame und zugleich leise Geräte, rund 10 000 Euro kosten, schlug der Bürgermeister vor, das Thema Luftfilter in der Schule zunächst ad acta zu legen. Mindestens sieben Geräte würden benötigt, was eine Investition von 70 000 Euro bedeute. Das Gremium stimmte zu. „Unser wichtigstes Ziel muss sein, dass die Schule offen bleibt“, forderten Marco Ziegler und Tobias Streit aber.

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