Veränderungssperre wird verlängert

+
Die Veränderungssperre für die Gögginger „Südliche Ortsmitte“ wird verlängert. Ein Betrieb mit Lagerplatz will abwandern.
  • schließen

Das Gögginger Gremium möchte weiterhin eine Fläche für den Bebauungsplan „Südliche Ortsmitte“ sichern. Kritik kommt aus der Bürgerschaft.

Göggingen

Ende November 2019 beschlossen die Gögginger Gemeinderäte zusammen mit dem damaligen Bürgermeister Walter Weber die Satzung über eine Veränderungssperre für den Geltungsbereich des Bebauungsplans „Südliche Ortsmitte“. Hintergrund war die gewollte Überplanung des Gebiets für Wohnbebauung und durch die Veränderungssperre eine zeitliche Sicherung der Fläche.

Bislang konnte aber das Planverfahren noch nicht beendet werden. Zwei Jahre sind seither ins Land gegangen – und die Veränderungssperre würde nun auslaufen. Zur weiteren Sicherung der Planung schlug Bürgermeister Danny Kuhl am Mittwoch in der Sitzung den Gemeinderäten vor, die Veränderungssperre um ein Jahr zu verlängern. Diesem Vorschlag kam das Gremium ohne Debatte nach.

Bereits in der vorangegangenen Bürgerfragestunde stellte ein Bürger die Frage, warum bislang nichts geschehen sei? Nach seiner Ansicht hätte die Gemeinde das Grundstück bereits seit acht Jahren kaufen können. „Wenn der Gemeinderat meint, er könnte Katz und Maus spielen“, ärgerte er sich. Auch Marcus Lutz, der kurz vor der Veränderungssperre von privat ein 5000 Quadratmeter großes Grundstück an der Hauptstraße im Bereich des künftigen Bebauungsplans gekauft hatte, wunderte sich. In Bezug auf sein eigenes Grundstück bemerkte er, dass die Gemeinde hier ihr Vorkaufsrecht hätte ausüben können. Durch die Veränderungssperre seien ihm nun die Hände gebunden bezüglich eines Hausbaus.

Zudem vermeldete er in der Sitzung, den betrieblichen Lagerplatz, den er auf dem Grundstück angelegt hat, aufzugeben. „Jetzt wandern wir ab“, kündigte er an. „Wir wollen uns vergrößern.“ Im Gespräch mit dieser Zeitung erklärte er, dass er in guten Gesprächen mit einer Nachbargemeinde sei. Zudem informierte er, dass er ursprünglich ins Gewerbegebiet Leinzell-Göggingen wollte, aber keine Fläche erhalten habe. Daher habe er das Grundstück von privat an der Hauptstraße gekauft und dort seinen Lagerplatz angelegt.

Marcus Lutz bot in der Sitzung die nötige Fläche an, um die vom Gremium erwünschte, fußläufige Anbindung zwischen der Haupt- und der Stuifenstraße zu realisieren. Die durchs anvisierte Baugebiet „Südliche Ortsmitte“ laufen würde. „Nur nicht für eine Straße“, betonte er.

Er informierte darüber, dass er mit seinem Einspruch bezüglich seines Betriebs beim Verwaltungsgericht in Karlsruhe Recht bekommen habe. Seit 6. November 2021 sei das Urteil rechtskräftig: Sein Betrieb dürfe an der Hauptstraße weiter bestehen. „Die Betriebsuntersagung ist nicht erfolgt“, stellte Lutz fest. Nichts desto trotz werde er aufgrund mangelnder Expansionsfläche mit seinem Betrieb abwandern. Allerdings bleibe das Grundstück in seinem Besitz. Dort möchte er sein Privathaus realisieren. Er hoffte, dass man nun gemeinsam, Gemeinderat, Verwaltung und er, „eine Lösung findet“. Bürgermeister Kuhl kündigte an, nichtöffentlich darüber zu beraten.

Zurück zur Übersicht: Göggingen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare