Wo die Angst grausame Realität ist

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Viele Sachspenden wurden in Göggingen gesammelt, mit Hilfe der Nachbarn verladen und in Richtung Charkiw transportiert.
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Olga Gerashchenko, die Gründerin des Vereins Ukraine-Hilfe-Göggingen, hat sich am Dienstag zum zweiten Mal auf den Weg gemacht. Was sie aus der Ukraine erzählt und wie man helfen kann.

Göggingen

Es ist ein Hin und Her, das Olga Gerashchenko zurzeit erlebt - physisch und psychisch. Die Göggingerin ist in der Ukraine aufgewachsen und seit dem Überfall Putins auf ihr Herkunftsland ganz konkret mit Hilfsgütern zwischen dem Ostalbkreis und Warschau unterwegs. Fährt an diesem Dienstag schon zum zweiten Mal los. Sie fühlt sich, wie sie sagt aber auch mental hin und hergetrieben zwischen dem doch noch weitgehend normalen Leben hier in der schwäbisch ländlichen Region und der schockierenden, ratlos machenden und grausamen Realität in der Ukraine.

Jetzt, bei ihrer zweiten Fahrt, wird sie eine Freundin und deren Kind aus dem umkämpften Land herausholen. Das Haus dieser Familie, das ganze Lebenswerk, sei komplett zerstört, erzählt Olga Gerashchenko. Die Stadt Charkiw, wo die Göggingerin herstammt, weiter unter Beschuss. „Da ist es gruselig. Der Kindergarten, in den ich gegangen bin, ist zerbombt. Die Häuser sind sehr stark beschädigt. Unter der Bevölkerung gibt es hohe Verluste. Die meisten versuchen, irgendwie wegzukommen. Mit dem Zug. Mit dem Auto.“

Olga Gerashchenkos Eltern leben seit 20 Jahren in einer Datscha, die sie auf dem Land bei Charkiw aufgebaut haben. 50 Ziegen werden auf der Farm gehalten, die bislang von den Kämpfen verschont geblieben ist. Die Eltern haben eine Familie aus der Stadt aufgenommen. Auch ihre Schwägerin in Lemberg biete einer Mutter mit Kindern Unterschlupf, erzählt Olga Gerashchenko von den beiden Jungs, die von einem Bombenangriff so stark traumatisiert sind, dass sie sich seit einer Woche nicht mehr ausziehen, um nicht in Socken flüchten zu müssen.

Mit was man den Menschen jetzt helfen kann? „Isomatten, Schlafsäcke, Babynahrung, Babywindeln, Hygieneartikel, Medikamente, die nicht abgelaufen sind“, zählt Olga Gerashchenko auf. Und sie dankt allen, die ihre Aktion und den dafür gegründeten Verein bislang unterstützt haben. Besonders den Nachbarn und den Firmen Allnatura und Weleda, für die Olga Gerashchenko seit Jahren arbeitet. Sie ist froh, den Verzweifelten, von denen viele unter Schock stehen, helfen zu können. Und sie bewundert zugleich die innere Stärke der Menschen, die für das Land kämpften.

Wie man Ukraine-Hilfe Göggingen unterstützen kann

  • Geldspenden, wovon blutstillende Präparate, Blut-Abbindesysteme, Brand- und Wundheilungsverbände gekauft und an die Grenze gebracht werden können sollten auf folgendes Bankkonto überwiesen werden IBAN: DE28 4306 0967 7037 0242 00, Kontoinhaber: Olga Gerashchenko
  • Es gibt auch eine Möglichkeit über Paypal zu spenden. Der Link steht auf www.akewa.eu.
  • Sachspender sollten vorab Kontakt mit Olga Gerashchenko aufnehmen unter Telefon (0152) 318 42 76.0

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