Wo die Anwohner zu schnell fahren

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Kämmerer Wilfried Binder stellt dem Gögginger Gremium einen den Finanzzwischenbericht 2022 vor. Zum Ende des Jahres liegt die Pro-Kopf-Verschuldung bei 13,95 Euro.

Göggingen

Verkehr und Finanzen sind die prägenden Themen der recht kurzen öffentlichen Sitzung des Gemeinderats. Ersteres spricht ein Bürger an, der im Friedhofsweg wohnt und findet, dass hier „mit unglaublicher Geschwindigkeit“ durchgefahren werde. „Das ist gefährlich und macht viel Lärm, der die Lebensqualität einschränkt“, betont er.

Bürgermeister Danny Kuhl gibt ihm recht - auch bei der Beobachtung, dass es sich hauptsächlich um Anwohner handle. Er schlägt vor, dass Ross und Reiter genannt und die Schnellfahrer angesprochen werden. Natürlich werde die Verkehrsschau die Örtlichkeit nochmals begutachten und man werde die Messtafel aufstellen, um das tatsächliche Tempo zu dokumentieren. Leider helfe das in der Regel genau so wenig, wie ein Blitzer: Drei fahren rein und dann hat es sich rumgesprochen, schildert Gerhard Maier entsprechende Erfahrungen in der Stuifenstraße. „Ich verstehe nicht, wie man das machen kann, wenn man selbst dort wohnt“, wundert er sich kopfschüttelnd.

In Sachen Finanzen gibt Kämmerer Wilfried Binder den ersten Zwischenbericht für das Jahr 2022 und hat, zumindest was die Zahlen angeht, noch keine Hiobsbotschaften im Gepäck. Weil die im Stellenplan ausgewiesene und mit rund 75 000 Euro unterfütterte Beamtenstelle in der Hauptverwaltung bislang nicht besetzt werden konnte, wird der Planansatz von rund 1,6 Millionen Euro für 2022 wohl deutlich unterschritten, meint Binder.

Die Tarifsteigerungen, die im Kindergartenbereich zu erwarten seien, werde man abdecken können. In den übrigen Bereichen laufe bei den Personalausgaben alles nach Plan. Auch was die Unterhaltung der Gebäude betreffe, habe man für Energie und Heizung inzwischen eine Sicherheit für Nachzahlungen eingearbeitet. Die großen Preissteigerungen seien sowieso erst nächstes oder übernächstes Jahr zu erwarten, da der Kommunalvertrag mit dem Energieversorger noch nicht gekündigt worden sei.

Darüber hinaus kann Wilfried Binder eine positive Steigerung bei der Gewerbesteuer vermelden. Statt der geplanten 400 000 Euro finden sich im Zwischenbericht 614 529,57 Euro. Das mit der Mai-Steuerschätzung avisierte Plus von rund 80 000 Euro aus dem Finanzausgleich werde dagegen keinen Bestand haben.

Weiterhin sei keine Kreditaufnahme vorgesehen, sagt Binder, der von einem Schuldenstand zum Jahresende von 34 640 Euro ausgeht, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 13,95 Euro gleichkomme. Auch die Liquidität sei mit rund 2,7 Millionen Euro zum Jahresende „noch gut“. Künftig dürfte es aber auch in Göggingen schwieriger werden, alles umzusetzen, was gewünscht wird, mahnt Binder.

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