Großer Bahnhof für ein Straßenstück

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Die Frickenhöfer haben lange gewartet auf diesen großen Moment. Entsprechend viele Bürgerinnen und Bürger sind zur Verkehrsfreigabe der Straße nach Rotenhar gekommen und zumindest einige Mitglieder der Bürgerinitiative helfen auch, das Band zu zerschneiden.
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Jahrzehnte haben die Vertreter der Region für die Sanierung und den Ausbau der L 1080 auf der Frickenhofer Höhe gekämpft. Welche Rolle die Bürgerinitiative gespielt hat.

Gschwend-Frickenhofen. Großer Bahnhof für ein eigentlich kleines Stück Straße. Aber ein wichtiges. Und ein heiß umkämpftes. Mit sieben Grußworten und mehr als 50 Festgästen wird das sanierte und teils neu gebaute Stück der Landesstraße L 1080 am Montag seiner Bestimmung übergeben.

Bürgermeister Christoph Hald zählt in seiner Begrüßung die vielen Akteure auf, die hier gemeinsam und zur richtigen Zeit den Finger in einer tiefe Wunde gelegt und die Fäden gezogen haben: Landräte und Abgeordnete, Straßenbauamt und Baufirma, der Eschacher Nachbarbürgermeister und die Gemeinderäten, die Bürgerinitiative, die Anlieger und der örtliche Bauamtsleiter, der flexibel daran mitgewirkt habe, dass nun auch noch eine neue Wasserleitung und Leerrohre fürs Breitband mitverlegt sind.

Steffen Widmann vom Straßenbauamt des Regierungspräsidiums beschreibt die 1,9 Millionen Euro teure Maßnahme als Kombination von Sanierung und Vollausbau. Die Fahrbahn ist nun durchgängig sechs Meter breit. Teils ausgebessert sowie im mittleren Streckenabschnitt komplett neu. Dort sei der kriechende Hang so oft geflickt, dass bei den Arbeiten tief im Untergrund ein 160 Meter langes, altes Fahrbahnstück aus Asphalt entdeckt wurde. Jetzt, nachdem auf 235 Metern eine Wand aus 155 Großbohrpfählen gesetzt ist und gleichzeitig die Entwässerung des Hangs geordnet werden konnte, dürfte eigentlich viele Jahre nichts mehr passieren, meint Widmann. Und er nennt es ein Verdienst der Bürgerinitiative, dass dank der Idee der Bedarfsumleitung für den Busverkehr über einen Forstweg, es nun auch einen durchgehend asphaltierten Radweg zwischen Frickenhofen und Rotenhar gibt.

Bauunternehmer Simon Haag ist froh, dass im konstruktiven Miteinander die Abläufe so optimiert werden konnten, dass die Maßnahme trotz Lieferengpässen „in einer vernünftigen Zeit“ habe umgesetzt werden können.

Landrat Dr. Joachim Bläse betont, dass es im ländlichen Raum ein klares Bekenntnis für die Infrastruktur brauche. „Straßen und Radwege sind für die Menschen, die hier leben, dringend notwendig.“ Ebenso ausreichende Finanzen, um bestehendes Vermögen zu erhalten; dazu Planer und Menschen, die im Straßen- und Tiefbau arbeiten; sowie schließlich die Akzeptanz der Bevölkerung als Verkehrsteilnehmer und Anwohner. „Eine Bürgerinitiative wie hier, die für ein Projekt kämpft und nicht dagegen, ist etwas ganz Besonderes.“ Landtagsabgeordneter Tim Bückner glaubt, dass nicht zuletzt wegen der BI das „Meisterstück“ gelungen sei, das Vorhaben von einem der hinteren Plätze auf der Prioritätenliste nach vorne zu holen.

Geleistet haben dies Altlandrat Klaus Pavel - der „in 24 Jahren meiner Amtszeit bei jedem Neujahrsempfang die Bitte auf Umsetzung dieser Maßnahme“ gehört hat; und Ex-Landtagsabgeordneter Dr. Stefan Scheffold, der der BI die Türen bis zum Verkehrsminister Winfried Hermann geöffnet habe. Das erzählt BI-Sprecher Walter Hees und dankt dann den 500 Mitgliedern der Gruppierung, allen voran Sabine Demeter, Erich Hammer, Familie Eschenhagen und Gerhard Hees, für den großen Rückhalt. Der BI-Sprecher erzählt, wie Bürgermeister Jochen König das Projekt mit Rat und Tat und seinem Fachwissen begleitet habe und Landrat Klaus Pavel es mit aktiver Unterstützung des Ausbaus von Eschach bis Frickenhofen quasi angeschoben hat. Der neue Radweg werde schon jetzt toll angenommen und „für die Bürger ist diese kleine Maßnahme ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung“.

Abschließend ergänzt Bürgermeister Hald glücklich, dass die Sanierung der L1080 nun in Abschnitten bis Gschwend und Horlachen weiter geht.

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