In Horlachen wird Geschichte lebendig

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Auf großes Interesse stieß am Sonntag die Wiederöffnung des Museums in Horlachen.

Erstmals seit dem Frühjahr hat das Museum in Horlachen wieder geöffnet.

Gschwend-Horlachen. "Es ist heller", stellt eine Besucherin fest. "Und übersichtlicher", fügt ihr Begleiter hinzu. "Und die Vitrinen sind klasse." Keine Frage, was sich in den vergangenen Monaten im Museum in Horlachen getan hatte, fiel den Gästen am Sonntag gleich auf. Seit der Schließung des Museums im Frühjahr dieses Jahres hat das ehrenamtliche Team rund um den Vorsitzenden Ralf Brix und Sibylle Hornung die Räume gestrichen, teilweise verputzt und acht neue Vitrinen platziert. Außerdem hatte sich das Team daran gemacht, doppelte Exponate auszusortieren.

Rundgang als Einbahnstraße

Nun ist alles übersichtlicher, neu beschriftet und angeordnet. Aus einem großen Sammelsurium wurde ein informatives Angebot, das zum Spaziergang durch die Geschichte in Horlachen einlädt. Coronakonform wird zudem ein Rundgang in Einbahnstraßen-Manier angeboten – und in jedem Raum wartet ein Mitglied des Heimat- und Geschichtsvereins, um Besuchern auf Wunsch Erläuterungen zum Ausgestellten zu bieten.

So hatte sich am Sonntag zum Beispiel Sibylle Hornung im Obergeschoss des Museums aufgestellt, um Besucher durch die Sonderausstellung zum Thema Kommunikation zu führen. Dabei erfuhren Besucher, dass bereits 6000 Jahre vor Christus "getrommelt" wurde, um Neues zu verkünden. Die Keilschrift der Sumerer ist seit 2700 vor Christus bekannt und die Hieroglyphen der Ägypter gibt‘s seit 3000 vor Christus.

Anhand diverser Exponate wird in der Ausstellung die Entwicklung der Kommunikation anschaulich aufgezeigt. Etwa durch ein Detektor-Radio aus dem Jahr 1922 oder einen Morseapparat aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Auch ein "Commodore", dem ersten Computer mit dem liebevollen Spitznamen "Brotkasten", ist im Museum ausgestellt.

Einige der technischen Ausstellungsstücke im Museum in Horlachen sind Leihgaben des Förderverein Technikforum Backnang. "Wir haben ein gutes Miteinander", berichtet Sibylle Hornung. Und dieses gemeinsame Interesse an der Geschichte komme wiederum den Besuchern in Horlachen zugute.

Auftritt des Dorfbüttels

Während die Besucher am Sonntag die Exponate unter die Lupe nahmen, erschien Steffen Altvater und verkörperte mit dem Schellen der Glocke den Dorfbüttel von einst – er verkündete unter anderem die Bekanntgabe, die es am 11. November 1960 gab: "Infos zur Viehhaltung des Distrikttierarztes".

"Das macht einfach Spaß und ich bin geschichtlich interessiert", sagte Altvater auf die Frage, warum er einer der rund 80 engagierten Mitglieder im Heimat- und Geschichtsverein ist. Außerdem wolle er "Geschichte lebendig machen", was ihm auch gelang, indem er wieder die Glocke schwang und die "News" von anno Krug verkündete.

Stumm bleiben derweil die beiden ausgestellten Figuren im Obergeschoss – die "Leichensagerin", die bis in die 1920er-Jahre mit ihrem Korb von Haus zu Haus ging, und neueste Todesfälle übermittelte, sowie der "Hochzeitslader", der einst Bürger über anstehende Vermählungen berichtete.

Die Sonderausstellung m Museum in Horlachen zum Thema Kommunikation ist nochmals am Sonntag, 1. November, von 14 bis 17 Uhr zu sehen.

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