Klimawandel und trotzdem Freiheit?

+
Rendezvous-Abende im Bilderhaus Nisha Toussaint, Maja Gopel, Niko Paech, Ulrike Ackermann, Urs Niggli, Ralf Fucks
  • schließen

Musikwinter Was die Macher sich für das „Rendezvous“, die traditionelle gesellschaftspolitische Reihe im Bilderhausprogramm, diesmal ausgedacht haben. Ein Blick auf die Vortragenden.

Gschwend

Das ahnen oder wissen mittlerweile alle: Die Klimakrise ist real. Das wünschen sich alle: grüne Städte, saubere Luft, gesunde Böden. Das fragen sich alle: Wie schaffen wir das? Ohne soziale Ungerechtigkeiten, mit Konzepten, die für alle passen - die Menschen auf dem Land und in der Stadt? „Diese spannenden Fragen haben uns bei der Programmplanung beschäftigt - und wir liegen goldrichtig, denn sie sind aktueller denn je“, analysiert Rainer Klein, der Vorsitzende des Bilderhausteams.

Er freut sich also auf jede einzelne Begegnung in dieser Rendezvous-Saison, die am kommenden Mittwoch beginnt mit einem Vortrag der Professorin Dr. Ulrike Ackermann. Sie nennt sich Freiheitsforscherin, analysiert die sich aktuell immer mehr zersplitternde Gesellschaft, den ideologisch und moralisch aufgeladenen Kampf der Kulturen, der Meinungsfreiheit und Wissenschaft immer mehr unter Druck setze. „Das Schweigen der Mitte - Wege aus der Polarisationsfalle“ ist ihre jüngste, viel beachtete Publikation.

Landwirtschaft und nachhaltige Ernährung sind die zentralen Themen von Professor Urs Niggli. Er hat in seinem 2021 erschienenen Buch „Alle satt?“ einen visionären Plan für die Ernährung der Welt entworfen und engagiert sich unter anderem als Experte für Biolandbau. „Ich bin total gespannt“, sagt Rainer Klein.

Neugierig ist er auf den Beitrag der Jugend zu diesem Zukunftsthema: Nisha Toussaint-Teachout, die Sprecherin von Fridays for Future in Baden Württemberg, habe sich total über die Einladung gefreut. Die gebürtige Stuttgarterin studiert Philosophie und Gesellschaftsgestaltung.

Nicht weniger neugierig ist er auf Ralf Fücks, den vierten Referenten in dieser Saison. Dieser halte eine Privatisierung der Klimafrage für ganz falsch. Eine ambitionierte Klimapolitik müsse ihre wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen im Auge behalten, fordert der einstige Mitbegründer von Bündnis 90/die Grünen.

Wirtschaftswissenschaftler Professor Niko Paech macht sich dann auf die Spuren einer Ökonomie ohne Wachstum. „All you need is less“ hat er eine Publikation aus dem Jahr 2020 überschrieben. „Auf den freu ich mich schon sehr“, verrät Musikwintermacher Rainer Klein. Ebenso wie auf die Begegnung mit Dr. Maja Göpel, die als Politökonomin dazu auffordert, die Welt neu zu denken und so eine lebensdienliche, nachhaltige Gesellschaft zu entwickeln.

Rainer Klein weiß, dass sich viele treue Bilderhausfans auf die Vorträge freuen - manche aber coronabedingt vorsichtig oder von 2/3G ausgebremst sind. Deshalb können Interessierte - was in der vergangenen Saison ein Erfolg war - auch den Online-Stream buchen und bequem von der Coach das spannende Geschehen im Bilderhaus verfolgen. Live gibt es ein Hygienekonzept.

Wir sind mit dem Thema aktueller den je.“

Rainer Klein,, Vorsitzender des Bilderhausteams
  • Die sechs Rendezvous-Abende
  • Mittwoch, 17. November, Professor Ulrike Ackermann: „Brauchen wir eine neue Wertschätzung der Freiheit.
  • Mittwoch, 8. Dezember, Professor Urs Niggli, Landwirtschaft. „Wir essen buchstäblich den Planeten auf.“
  • Mittwoch, 26. Januar, Nisha Toussaint-Teachout: Fridays for Future. Eine Generation steht auf.“
  • Mittwoch, 2. Februar, Ralf Fücks: Ökologie und Freiheit. Die Klimakrise wird zur Bewährungsprobe für die offene Gesellschaft.
  • Mittwoch, 9. Februar, Professor Niko Paech: Postwachstumsökonomie. Rettung des Klimas und der Freiheit künftiger Generationen?“
  • Mittwoch, 9. März. Professorin Maja Göpel: Politik, die Gegenwartsfalle.
  • Alle Veranstaltungen beginnen um 20 Uhr. Einlass ist ab 19.30 Uhr. Es gibt immer auch einen Online Stream.

Zurück zur Übersicht: Gschwend

Mehr zum Thema

Kommentare