Landesstraße L 1080 ist ab Juni wieder befahrbar

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Die Baustelle der L1080 zwischen Frickenhofen und Rotenhar aus der Vogelperspektive.

Gschwender Gremium befasst sich außerdem mit der Breitband-Erschließung, einer Außenbereichssatzung oder der Sanierung des Kriegerdenkmals. Jantschik

Gschwend. Seit rund 800 Jahren besteht der Wohnplatz Hetschenhof aus landwirtschaftlichen Anwesen mit einer Handvoll Wohngebäuden. Innerhalb der gewachsenen Struktur möchte der Besitzer nun ein vorhandenes landwirtschaftliches Gebäude abbrechen, um an selber Stelle Wohnraum zu schaffen. Um eine rechtliche Handhabe dafür zu erlangen, muss eine Außenbereichssatzung erstellt werden.

Das Mutlanger Ingenieurbüro LK&P kümmert sich um die Satzung. Und die Gschwender Gemeinderäte rund um Bürgermeister Christoph Hald stehen einig hinter dem Vorhaben. „Für die Gemeinde spielt die Nachnutzung landwirtschaftlicher Hofstellen und landwirtschaftlich geprägter Weiler und Wohnhöfe eine besonders wichtige Rolle“, betont Bürgermeister Hald. Man sieht ein großes öffentliches Interesse am Erhalt und an der Nachnutzung dieser Bereiche. Auch im Sinne des Erhalts von Kulturgut, da Gschwend eine Flächengemeinde mit 84 Wohnplätzen ist. Dieser Außenbereichssatzung liegt das konkrete Vorhaben der Bauherrschaft zugrunde. Eine große Scheune soll für ein kleineres Wohngebäude weichen. „Es ist also keine Art von Zersplitterung anvisiert“, betont Hald. Die Satzung bezieht sich auf eine Fläche von 0,28 Hektar Land. „Wir wollen unseren Bürgern das Bauen vor Ort ermöglichen“, stellte der Bürgermeister fest.

Die Gemeinderäte sahen dies ebenso, der Beschluss zur Satzungsauslegung war einstimmig. Und man war sich auch einig darüber, dass der Bund über Außenbereiche und Umwandlung von landwirtschaftlichen Gebäuden in Wohnraum an gleicher Stelle, beziehungsweise dessen Genehmigung nachdenken sollte.

Die Sanierung der Straße L 1080 zwischen Rotenhar und Frickenhofen ist im Zeitplan und wird Anfang Juni 2022 fertiggestellt sein, kündigte der Bürgermeister in der kürzlichen Gemeinderatssitzung an.

54 300 Euro aus dem Digitalpakt

Weiter, fließen im Rahmen des Digitalpakts 8300 Euro an die Grundschule in Frickenhofen und weitere 46 000 Euro an die Heinrich-Prescher-Schule in Gschwend. Beide Zuschussanträge wurden folglich bewilligt.

Als Mahnmal erhalten

Nochmals ins Gespräch kommen will man bezüglich des Kriegerdenkmals in Gschwend mit dem Denkmalamt. Die Gemeinderäte und die Verwaltung möchten den unteren Teil der Schrifttafel neu anfertigen lassen und den oberen Teil sanieren. Das Denkmalamt ist dagegen für „belassen“ und lediglich die Schrift auf dem maroden unteren Teil zu erneuern. Doch dies ist dem Gschwender Gremium zu wenig. Auch angesichts des Ukrainekriegs will man symbolisieren, dass Krieg sinnlos ist und viele Opfer kostet. „Es soll als Mahnmal erhalten werden“, fasste Christoph Hald das Ansinnen von Verwaltung und Gemeinderat zusammen.

Projekt Wohnmobilstellplätze

Obwohl es nicht 60, sondern nur 40 Prozent Zuschuss für das Anlegen von Wohnmobilstellplätzen an der Mehrzweckhalle und dem Badsee aus dem LEADER-Programm gibt, hält man an der Planung fest. Mit dieser wurde das Westhauser Büro Plan Werk Stadt beauftragt. „Das wäre ja ein Schuss in den Ofen“, stellte Andreas Joos fest, „wenn man diese nun aufgrund weniger Zuschusses nicht anlegt“. Denn immerhin fließen gut 100 000 Euro aus dem EU-Zuschusstopf.

Geduld muss die Gemeinde bezüglich des Breitbandausbaus beweisen. Aufgrund des aufwendigen Verfahrens – ein Generalübernehmer muss über eine EU-weite Ausschreibung gefunden werden – kann mit einem Baustart nicht vor dem Frühjahr 2023 gerechnet werden. Dies machte Thorsten Sager-Roßbroich deutlich, der via Videokonferenz in die Sitzung zugeschaltet war. Als Projektleiter des Ingenieurbüros Breitbandberatung BW informierte er, dass weitere 70 Hausanschlüsse an der Trasse über das Graue-Flecken-Programm mit angeschlossen werden. Gestartet wird in den Teilorten Schlechtbach und Horlachen. „Da bleibt’s dabei“, stellte Christoph Hald fest. Trotz Zeitverzögerung und Kostensteigerung beim Tiefbau bleibt es bei den 90 Prozent, mit denen Bund und Land den Ausbau bezuschussen. Wenn sich weitere Zeitverzögerungen einstellen, wird eine Fristverlängerung über 2024 hinaus beantragt. 

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