Leader-Finanzspritze für Horlachen

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Acht neue Vitrinen konnten aus dem europäischen Förderprogramm finanziert und angeschafft werden. Sie sind nun die Basis für die neue Konzeption im Museum.

Gschwend-Horlachen

Die Freude ist groß und die Motivation noch viel größer: Als noch relativ neuer Vorsitzender des Museums in Horlachen kann Ralf Brix sehr positives über die Zukunft berichten. Denn der im Februar gestellte Zuschussantrag an die europäische Förderkulisse LEADER wurde nicht nur positiv beschieden, sondern es flossen inzwischen auch Mittel in Höhe von 8500 Euro ans Museum.

So konnten acht neue Vitrinen beschafft werden, die mittlerweile auch installiert sind. Ihr Transport ins Gebäude kostete mannigfaltig Muskelkraft. Dankbar beschreibt der Vorsitzende, wie Mitglieder der Jiu-Jitsu-Abteilung des TSF Gschwend parat standen, um die schweren Stücke nach deren Anlieferung in den ersten Stock hochzutragen. "Das war einfach klasse", schwärmt er.

Als coronabedingt der Schlüssel des Museums hatte umgedreht werden müssen, startete das Museumsteam auch sogleich mit den nötigen Renovierungsarbeiten: Böden schrubben, Wände neu streichen oder gar verputzen und vieles mehr war angesagt.

Ab September wird wieder für Sonderführungen geöffnet. Auch wer früher einmal Gast in dem Museum war, wird dann viel Neues entdecken. Vor allem ist die Konzeption eine Andere. Und in den Ausstellungsräumen ist es "luftig" geworden. Das Museum wurde quasi "entrümpelt". Exponate, die mehrfach ausgestellt waren, wurden dezimiert. Was sich unter anderem in der "Küche" zeigt.

Gemeinsam mit Gattin Sandra Brix und der zweiten Vorsitzenden Sibylle Hornung sowie weiteren Teammitgliedern hat Ralf Brix daran gearbeitet, den Besuchern ein modernes Museum zu bieten. So soll etwa eine professionelle Beschriftung der Exponate inklusive eines QR-Codes umgesetzt werden. Ein Rundgang für die Museumsgäste ist in dem Zimmer schon fertig, in dem sich der große Webstuhl befindet. Hier wird nun aufgezeigt, wie aus Flachs, Stoffe entstehen.

Das war einfach klasse.

Ralf Brix, dankt als Vorsitzender den kräftigen Jiu-Jitsu-Sportlern.

Zudem zeigt das Museum mit Wagnerutensilien, Schmiedewerkzeug und einigem mehr, was noch zum alten Handwerk zählt. Brix findet die neuen Vitrinen "sehr effektiv", da sie jede Menge Platz für Exponate bieten. "Wir haben keine große Depotfläche", argumentiert er.

Übrigens werden aktuell noch irdene Teller gesucht, womit man den Alltag von einst anschaulich darstellen möchte. Zudem schwebt Brix der Aufbau eines kleinen Ladens aus früherer Zeit in einem der Ausstellungsräume vor. Mit Theke und Co. Wobei auch die Museumspädagogik, die viel mit Nachhaltigkeit zu tun habe, unterstrichen wird. Denn anno dazumal wurde mit dem Krug und dem Korb zum Einkaufen gegangen, und nicht eine Tüte im Laden erstanden.

Auch Multimedia soll irgendwann ins Museum Einzug halten. Um das zu Sehende noch besser zu erläutern. Etwa unterstützt von Touchscreens, die der wissbegierige Besucher selbstständig betätigen kann. "Man muss aber auf dem Teppich bleiben", weiß der Vorsitzende, dass bis dahin noch ein langer Weg ist. Also Zukunftsmusik, die sich Brix jedoch fest vorgenommen hat. Er weiß, dass das Team noch einen langen Weg vor sich hat, aber die Motivation ist zu spüren.

Momentan werden Freiwillige gesucht, die sich um den Aufbau einer eigenen Homepage fürs Museum kümmern wollen. Und eine Archivierung der Exponate ist ebenfalls ein großer Wunsch des Museumsteams. Allgemein will man die Attraktivität des Museums steigern. Wozu die neuen Vitrinen maßgeblich beitragen.

"Es gibt noch viel zu tun", sagt der Vorsitzende. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer seien stets willkommen. Schließlich will man neues Publikum gewinnen, vor allem der Nachwuchs soll mehr angesprochen werden. Dieser soll den Hauch des Alltags in früheren Zeiten beim Museumsbesuch "spüren" können.

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