Sanierung für „fürstlichen“ Blick

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Hanspeter Mangold vom Gschwender SAV präsentiert die sanierte Holzfassade am Hagbergturm. Jetzt geht's um die Neugestaltung des Vorplatzes.
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Kräftig die Ärmel hochgekrempelt haben die Mitglieder des Schwäbischen Albvereins Gschwend für die Sanierung des Hagbergturms.

Gschwend

Stattliche 23 Meter streckt sich seit 1901 der Hagbergturm in Gschwend gen Himmel. Und bietet demjenigen, der die Stufen nach oben erklommen hat, einen traumhaften Ausblick auf Gschwend und das Limpurger Land. Diesen Blick genoss bereits Churfürst Friedrich von Württemberg, als er 1805 den Hagberg besuchte – damals allerdings noch ohne Turm. Der Fürst war daher der Ansicht, dass genau an dieser Stelle ein Turm errichtet werden sollte. Was auch geschah, allerdings erst fast ein Jahrhundert später. Der Churfürst hätte wohl seine helle Freude daran gehabt, wenn er sehen könnte, wie viele Wanderfreunde seither den Hagbergturm besuchen.

Heute ist der Turm in Besitz des Hauptvereins des Schwäbischen Albvereins (SAV). Und die Mitglieder dessen Gschwender Gruppe empfangen immer sonn- und feiertags die Ausflügler mit Getränken und kleinen Vespern. Und sie kümmern sich um den Turm. Doch in den vergangenen Jahren hat es immer wieder sorgenvolle Blicke auf den Fassadensockel gegeben. Am Fichtenholz nagte der Zahn der Zeit. Kurzerhand bewarb sich Mangold im Namen seines SAV beim EU-Fördertopf um einen Zuschuss. Und der wurde schließlich bewilligt: 13 500 Euro flossen in die Sanierung der Fassade. Also etwa 80 Prozent der Gesamtkosten. Restliche Mittel flossen durch großzügige Spenden.

Viel Eigenarbeit

In vielen hundert Stunden Eigenarbeit erfolgte schließlich die Sanierung der Fassade im Sockelbereich. Das marode Fichtenholz wurde gegen Douglasie ausgetauscht, zudem gab’s eine ordnungsgemäße Hinterlüftung der Fassade. Ein neuer Anstrich erfolgte und die Bänke vor dem Turm wurden aufgefrischt. Neu sind mehrere Sonnenbänke im Außenbereich, für die es separate Spender gab.

Momentan liegt ein großer Schotterhaufen vor dem Turm. Daneben Säcke voller Pflastersteine. Diese werden sich, ebenfalls nach vielen ehrenamtlichen Arbeitsstunden, schon bald im neugestalteten Eingangsbereich zum Turm verlegt, finden. Dann geht es eben, ohne Absatz, ins historische Gemäuer. Im kommenden Jahr wird die Arbeit auch nicht ausgehen, wie Hanspeter Mangold schildert. Er deutet auf einzelne marode Fassadenbereiche im oberen Bereich des Turms, die dann ebenfalls ausgetauscht werden.

Grillen wie bei den Cowboys

Vor 127 Jahren gegründet, finden sich aktuell rund 115 Mitglieder in der Gschwender Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins. Und vor rund drei Jahren wurde eine eigene Familiengruppe gegründet, die sich äußerster Beliebtheit erfreut. So wird bereits der Nachwuchs aus dem Kindergarten für das Wandern durch die idyllische Landschaft der Frickenhofer Höhe und des Limpurger Lands begeistert. Dazu gibt’s Grillen wie bei den Cowboys – jeder hat am Lagerfeuer ein eigenes Pfännchen – und auf Kräuterwanderungen wird zu dem das Wissen zur Heilkraft und Schmackhaftigkeit der Kräuter vermittelt.

Hanspeter Mangold freut sich darüber, dass auch viele Jugendliche und junge Erwachsenen bei der Sockelsanierung mitgeholfen haben. Schließlich ist es nicht jedermanns Sache, auf ein Gerüst zu steigen. „Da waren eigentlich alle Generationen beim Helfen dabei“, beschreibt er. Zudem packten auch viele an, die nicht im SAV Gschwend sind. „Der Hagbergturm hat viele Freunde.“

Dienst im Schichtbetrieb

Mit Hygienekonzept, Desinfektionsmittel und Plexiglas an der Ausgabe, sind die Gschwender Albvereinler bei der Bewirtung ihrer Gäste sonn- und feiertags von 10 bis 18 Uhr gut gerüstet. „Rund 70 Ehrenamtliche sorgen im Schichtbetrieb unterm Jahr für die Besucher“, zählt Hanspeter Mangold auf. Rund um den Hagbergturm gibt’s zudem jede Menge Platz, so, dass die Tische und Bänke beliebig weit auseinander aufgestellt werden können. Seit Fronleichnam ist der Turm sonn- und feiertags wieder geöffnet. Und die Bewirtung dank der Schwäbischen Albvereinler gewährleistet. Wer die vielen Stufen nach oben erklommen, und den tollen Ausblick genossen hat, kann sich so dann wieder unten angekommen, bei einem Vesper stärken.

„Rund 70 Ehrenamtliche sorgen im Schichtbetrieb unterm Jahr für die Besucher.“

Hanspeter Mangold,, Gschwender Albverein

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