Trotz Corona in die Selbstständigkeit

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Viel Mut und Optimismus in Pandemie-Zeiten beweist Mandy Jäger aus dem Gschwender Teilort Ottenriet: Sie hat nun ein eigenes Fotostudio eröffnet. 
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Mandy Jäger aus dem Gschwender Teilort Ottenried hat trotz Corona-Krise den Schritt in die Selbständigkeit gewagt und ihr eigenes Fotoatelier eröffnet.

Gschwend-Ottenried. Der Lebenslauf der 41-Jährigen lässt erahnen, dass sie mit schwierigen Situationen umgehen kann. „Man muss aus jeder Situation immer das Beste draus machen“, ist Mandy Jäger überzeugt. Das habe sie schon in jungen Jahren gelernt, als sie vor der Wende mit ihren Eltern aus Thüringen in der damaligen DDR flüchtete. „Wir haben es geschafft“, ist sie dankbar über die mutige Entscheidung der Eltern.

So eröffnete sich ihr nach der Schulbildung, die sie an der Mutlanger Realschule absolvierte, die große Vielfalt der Berufswahl. Und nachdem sie erfolgreich ein Praktikum während ihrer Schulzeit bei einem Gmünder Fotoatelier absolviert hatte, trat dieses an sie heran mit der Frage, ob sie nicht eine Ausbildung zur Fotografin im eben jenen Atelier machen wolle? Gesagt, getan. Mandy Jäger schlüpfte fortan in die Rolle der Beobachterin hinter die Kamera und arbeitete zunächst in einem Fotostudio in Aalen.

Mit der Geburt ihrer beiden heute zehn und 14 Jahre alten Kinder änderte sich vieles für Mandy Jäger. Vor allem aber kam ihr der Gedanke, sich selbstständig zu machen. Nachdem sie im Gschwender Teilort gemeinsam mit ihrem Ehemann im Jahr 2004 ein Haus gebaut hatte, verwandelte sie kurzerhand einen Kellerraum in ein Ministudio. „Das hat sich rumgesprochen“, erinnert sie sich daran, wie damals immer mehr Aufträge für Portraits, Familienfeste, Hochzeiten, Kommunionen und Konfirmationen bei ihr landeten.

Ich war und bin mir für keinen Auftrag zu schade.“

Mandy Jäger, Fotografin

Schnell war klar, dass der kleine Kellerraum nicht mehr genügt. „Wir haben uns dazu entschlossen, statt einer Einliegerwohnung ein Fotostudio einzubauen“, erinnert sie sich. Dann kam die Corona-Pandemie. Während aufgrund der Kontaktbeschränkungen kaum noch Hochzeiten oder Konfirmationen stattfanden, gingen bei Mandy Jäger die Handwerker ein und aus. Und was machte sie in dieser Zeit? „Ich war und bin mir für keinen Auftrag zu schade“, sagt sie und fügt hinzu, dass sie auch wegen drei Konfirmanden den Foto schnappt und sich auf einen Termin begibt. „Man muss flexibel sein. Ich steh auch für drei Kinder auf“, erklärt sie. Lamentieren sei nicht ihr Ding. So hat sie etwa eine Fotoreihe für einen Gipser gemacht, um seine unterschiedlichen Baustellen abzulichten. Oder Tierbilder angefertigt.

Optimistisch in die Zukunft

Geboren in der Stadt, in Altenburg, hat sie seit langem das Landleben schätzen gelernt. „Die Natur ist einfach wunderschön und liefert die besten Motive“, weiß sie. Und: „Der Zusammenhalt im Dorf ist einfach klasse.“ Sprich, als die Kinder noch jünger waren, standen entweder die Schwiegereltern oder auch einfach Nachbarn parat, um sich für die Zeit ihres Fototermins um die Sprösslinge zu kümmern. Zudem macht sie klar, dass ihre Freunde für sie die Motivatoren waren, den Antrieb gaben, ein Fotostudio einzurichten.

So war es denn nicht verwunderlich, dass im Laufe des Eröffnungstages kürzlich die meisten Ottenrieder bei ihr auf ein Gläschen Sekt vorbeischauten. Denn die Handwerker sind ausgezogen, dafür ein gemütliches und hochwertiges Fotostudio eingezogen. „Ich freue mich auf meine Arbeit in den eigenen vier Wänden“, strahlt sie. Und blickt optimistisch in die Zukunft. Wie immer in ihrem bisherigen Leben.

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