Gschwender Etat ist festgezurrt

+
Die Gschwender Feuerwehr erhält für 50 000 Euro einen Container ans Magazin angedockt, um bis zum Bau eines neuen Rettungszentrums, der für 2026 anvisiert ist, nicht weiter unter der Platzenge leiden zu müssen.
  • schließen

Gemeinderäte stimmen am Montagabend dem Planwerk für 2022 zu. Steuerschätzung bringt Mehreinnahmen.Was die Gemeinde im kommenden Jahr vorhat.

Gschwend

Der Gschwender Haushalt für 2022 ist beschlossen. Und soll noch vor Weihnachten der Rechtsaufsichtsbehörde vorgelegt werden, wie Bürgermeister Christoph Hald am Montagabend in der letzten Sitzung für dieses Jahr ankündigte. Die Gemeinderäte stimmten mit großer Mehrheit für das 267 Seiten starke Zahlenwerk.

Kämmerin Jasmin Jeske ging nochmals sowohl auf den Ergebnis- als auch auf den Finanzhaushalt ein. Positives hatte sie beim Ergebnishaushalt im Gepäck: Durch die Novembersteuerschätzung des Bundes kann Gschwend mit Mehreinnahmen beim Finanzausgleich von 233 615 Euro rechnen. Unter anderem ist der Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer gestiegen. „Geld, das wir gut brauchen können“, wie Hald kommentierte.

Rathausneubau geplant

Für große Investitionen werden im Etat 2022 die Weichen gestellt. Etwa für den Rathausneubau, für den sich eine Planungsrate mit 100 000 Euro findet. Der eigentliche Bau soll 2024 starten. Für die Baukosten von sechs Millionen Euro, aufgesplittet in zwei Jahre, wird mit einem Zuschuss von 60 Prozent gerechnet. Unter anderem finden sich auch für eine Bauhof-Lagerhalle 350 000 Euro. Zwei Millionen Euro will Gschwend 2022 fürs schnelle Internet investieren. 90 Prozent werden hierbei künftig durch die Bund-Land-Förderung aus dem „Weiße-Flecken-Programm“ refinanziert. Auch gut 200 000 Euro werden in Kanalsanierungen investiert. Und 240 000 Euro Eigenanteil finden sich für den Mehrgenerationen-Freizeit-Erholungspark am Badsee. Mit einem LEADER-Zuschuss von 200 000 Euro wird gerechnet. Rund 300 000 Euro sollen für Umgestaltungen auf dem Friedhof, unter anderem für neue Bestattungsarten, ausgegeben werden. Und die Ortskernsanierung Gschwend II präsentiert sich mit 600 000 Euro sowie mit 100 000 Euro für Umgestaltungsmaßnahmen im Sanierungsgebiet.

Die Gschwender Feuerwehr erhält für 50 000 Euro einen Container ans Magazin angedockt, um bis zum Bau eines neuen Rettungszentrums (2026 anvisiert) nicht weiter unter der Platzenge leiden zu müssen.

Unterm Strich stellte Hald zum Etat 2022 fest: „Wir sind handlungsfähig und können Projekte umsetzen.“

Ob die geplante Jahresschlusssitzung am Dienstag, 28. Dezember, in der Mehrzweckhalle, zu der auch Landrat Dr. Joachim Bläse begrüßt werden soll, stattfinden kann, werden die aktuellen Inzidenzzahlen in der Corona-Pandemie entscheiden. Stand jetzt findet sie statt, gab Christoph Hald bekannt.

Zu viele Projekte?

Gemeinderat Steffen Wahl begrüßte es ausdrücklich, dass der Etat 2022 so früh festgezurrt werden konnte. Und sparte nicht mit Lob für die Verwaltung. „Dann können wir hoffentlich im kommenden Jahr gleich mit dem abvespern beginnen“, wünschte er. Allgemein stellte er fest, dass für sein Empfinden zu viele Projekte vorgesehen sind.

Ebenfalls in der Sitzung am Montagabend wurde dem Antrag auf Erteilung einer Aufforstungsgenehmigung von den Gemeinderäten einstimmig stattgegeben. Christoph Hald beschrieb das Vorhaben als „nicht störend“.

Der Bürgermeister bedankte sich bei den Gemeinderäten für die konstruktive Zusammenarbeit: „Man muss nicht immer einer Meinung sein.“ Vor allem hob er den Fleiß hervor, schließlich gab es allein in der eigentlichen Sommerpause drei Sitzungen.

Insgesamt gab es 2022 24 Gemeinderatssitzungen. Hier sind Ausschusssitzungen noch nicht dazugezählt. „Und den Lockdown muss man auch abziehen“, blickte Hald auf ein sitzungsreiches Jahr zurück. Unumwunden stellte er fest, dass die Corona-Pandemie der Verwaltung sehr viel abverlangte. Zumal es immer wieder vorkam, dass auch Rathauspersonal in Quarantäne war.

Zurück zur Übersicht: Schwäbischer Wald

Kommentare