Gut – und am nächsten Tag noch besser

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Gemüse aus dem schwäbischen Garten – zubereitet auf italienische Art.
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"Leckere Kräuterküche" (2) Wie sich mit Gartengemüse, Brennnesseln, Basilikum und Wildem Dost ein leckerer Antipastisalat zaubern lässt, der obendrein richtig gesund ist.

Abtsgmünd-Hangendenbuch

Sommer, Sonne, Urlaubsgefühle – ach wie schön ist die Sommerzeit", schwärmt Nicoletta Diebold, auch wenn die schönsten Wochen des Jahres sich diesmal etwas anders gestalten. Kocherstrand statt Rimini, was mit Blick auf Corona gesünder ist. "Aber wir können trotzdem ein wenig mediterrane Stimmung auf unseren Esstisch bringen", findet die kräuterkundige Akteurin des Vereins Kochergarten und setzt auf italienische Küche mit schwäbischem Flair.

Neben Pizza und Pasta habe die italienische Küche nämlich auch viel Vegetarisches zu bieten, sagt Nicoletta Diebold. Denn Gemüse werde hier wirklich wertgeschätzt und viel verwendet. Knackige Salate und Antipasti – gesundes und köstliches Essen mit hochwertigem, nativem Olivenöl verfeinert – ideal im Sommer, weil leicht bekömmlich, vitalstoffreich und lecker.

Die Kräuterexpertin weiß von etlichen Studien, die den guten Einfluss der gemüsereichen Kost auf das Herz/Kreislaufsystem und auf den Cholesterinspiegel belegen oder untermauern, dass die Pflanzenbegleitstoffe das Immunsystem, das sich im übrigen zu 80 Prozent im Darm befinde, stärken. Deshalb sei der Aufbau und die Stärkung aller im Darm befindlichen Bakterienstämme (Mikrobiom) extrem wichtig. "Wildkräuter und Gemüse enthalten die dafür notwendigen Vital- und Ballaststoffe", betont Nicoletta Diebold.

Das Gericht: Und dann schlägt sie vor, einen Antipastisalat mit den verschiedenen heimischen Kräutern zu zaubern, der sich sehr gut auf eine Grillfeier mitnehmen lasse oder zu einem Picknick. "Er macht sich gut zu Weißbrot und Käse, oder als Beilage zu Gegrilltem und schmeckt am nächsten Tag sogar noch besser", verspricht sie.

"Da wir bei uns auf dem Koiserhof bei Abtsgmünd auch Gemüse anbauen, haben wir immer reichlich Zucchini übrig, die über die Normgröße hinaus gehen und Ihr kennt das vermutlich aus Eurem eigenen Garten, wenn man erst mal Zucchini hat, dann hat man massenhaft, also braucht man ein paar leckere Rezepte dafür und das hier ist mein Lieblingsrezept."

Die Zubereitung ist wirklich ganz einfach.

Nicoletta Diebold, Kräuterexpertin

Die Zutaten: 1 große grüne Zucchini; 2 kleine gelbe Zucchini; 20 Cocktailtomaten oder 4 große; 3 Zwiebeln; 8 Champignons; 3 Knoblauchzehen; 4 Handvoll Brennnessel; Blüten vom wilden Dost (oder Majoran oder Oregano aus dem Garten); Estragon; Basilikum; 2 TL Salz; 1 milde Chili oder schwarzer Pfeffer; 4 bis 6 EL Olivenöl.

"Die Zubereitung ist wirklich ganz einfach", versichert Nicoletta Diebold, "denn alles sollte eher grob geschnitten und dann auf ein tiefes Backblech gegeben werden": Also Zucchini in Scheiben, Zwiebeln in breite Ringe, Knoblauch in Scheibchen, Tomaten geviertelt oder ganz als Cocktailtomaten, Champignons vierteln. Alles auf dem Backblech mit dem Öl, dem Salz und der klein geschnittenen Chili vermengen und im vorgeheizten Backofen bei 230 Grad circa 25 Minuten garen.

Die Brennnessel in einer tiefen Schüssel mit der Schere klein schneiden, Basilikumblättchen abzupfen, Majoranblüten und Estragonblättchen vom Stängel abziehen und alles beiseite stellen. Das Gemüse aus dem Ofen nehmen, den Ofen ausschalten. Das Gemüse vorsichtig mit den Kräutern vermischen und dann noch etwa drei Minuten mit der Restwärme des Ofens ziehen lassen. Auf einer Platte anrichten, mit frischen Dostblüten dekorieren und kalt servieren.

Zum Schluss hat Nicoletta Diebold, die aus Dewangen stammt und nach einem Abstecher in die Großstadt Hamburg heute in Hangendenbuch bei Abtsgmünd lebt, noch einen Tipp: Brennnesselblätter lassen sich ganzjährig ernten. Im Frühling, wenn sie am zartesten sind, kann die ganze Pflanze verspeist werden. Im Sommer werden entweder die nachwachsenden Nesseln nach der Mahd verwendet oder die obersten Blätter der älteren Pflanze abgezupft. "Ich empfehle dazu Handschuhe zu tragen", sagt Nicoletta Diebold. Alternativ könne die Pflanze von unten nach oben streifend vorsichtig abgezupft werden. Das lohne sich, denn die Brennnessel enthalte viele Mineralien, wie zum Beispiel, Eisen, Kalium, Kalzium und Vitamin K,, C, B, antioxidatives Chlorophyll, Kieselsäure und jede Menge Ballaststoffe.

Nicoletta Diebold.

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