Individuelle Kreativität prägt den Ort

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Ob Ostern auf dem Marktplatz, die tatkräftige Unterstützung für die Flutopfer im Ahrtal, die Fasnet mit Butzen und Hexen oder Feste wie der Biergarten oder Markt auf dem Kotteler: Die Iggingerinnen und Igginger gestalten ihre Gemeinde lebens- und liebenswert. Fotos: Archiv
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Wo Einzelne und Vereine mit uneigennützigem Engagement die Gemeinde zu etwas Besonderem machen. In Iggingen ist Einsatz und Einfallsreichtum außergewöhnlich groß.

Iggingen

Das ist ein Ding der Unmöglichkeit: In Iggingen den einen Menschen zu finden, der die Gemeinde repräsentiert. Denn das ist das Besondere hier: Es gibt beeindruckend viele, total unterschiedlich kreative Iggingerinnen und Igginger, die sich mit bemerkenswertem Tun um das Gemeinwohl verdient machen.

Oder gemacht haben: Erinnert sei hier zunächst an jüngst verstorbene, unvergessene Bürgerinnen und Bürger wie Roland Haug, der das Musical über den Igginger Bänklesweg geschrieben und zudem mit vielen Auftritten unzählige Menschen begeistert hat; an Wolfgang Wilhelm, den passionierten Pädagogen, Archäologen und visionären Heimatforscher, der unter anderem die besonderen Bräuche der Igginger Fasnet recherchiert und wiederbelebt hat. Oder auch an Regina Schleicher, die mit der kreativen Theatergruppe des VfL Iggingen oft für Begeisterungsstürme sorgte, die das Café Mi im Vereinsheim erfunden hat und auch den Anstoß gab für den wunderbaren Mini-Weihnachtsmarkt in der Adventszeit im VfL-Heim.

Diese bemerkenswerte Reihe außergewöhnlicher Menschen erschöpft sich aber nicht im Rückblick. Mit uneigennützigem Wirken bereichert zum Beispiel Albert Heinzmann, unterstützt von seiner Frau Martina, das Zusammenleben in der Gemeinde - nicht nur durch sein musikalisches Engagement im äußerst rührigen Gesang- und Musikverein Cäcilia, sondern auch durch die Sanierung von Kleindenkmälern und Bänken, die Restaurierung der Lourdesgrotte oder das Binden der Osterkrone für den Marienbrunnen vor dem Rathaus. Letzteres übrigens in kreativer Zusammenarbeit mit Ellen Schmid, die das ganze Jahr über immer wieder auf dem Marktplatz, dem Kotteler, künstlerische Akzente setzt.

Was literarisch-kreativ dann wiederum von Ingrid Hammel begleitet wird - mit Gedichten und Geschichten, passend zum Anlass und zur Jahreszeit. Die gerade 80 Jahre alt gewordene Heimatschriftstellerin hat auch in anderen Kooperationen Schönes für die Gemeinde geschaffen - etwa mit ihrem Büchlein über den Bänklesweg, den ein weiterer bemerkenswerter Igginger angelegt hat: Otto Müller. Kreativ auch als Alleinunterhalter, Wanderführer und Erfinder des legendären Schnupftabakprojekts.

Die Reihe lässt sich fortsetzen: Hans-Hermann Bleicher hat, unterstützt von Marlies Ulrich, den Dorfbrunnen auf historischem Grund in Brainkofen restauriert ebenso die Moste, das Milchhäusle und die Ulrichskapelle. Er hat ein Heimatbuch über Brainkofen verfasst und einen Kultur- und Landschaftspfad initiiert. Der Schmied Josef Stütz bereichert die Gemeinde mit seinen Arbeiten - wozu etwa die Weltkugel auf dem Kreisel bei Brainkofen zählt - und er hat in seiner Scheune ein wunderbares Museum über alte Handwerkskunst angelegt. Ein Team mit Bernhard Maier an der Spitze hat das Schönhardter Backhäusle in Schwung gebracht. Seit fast 20 Jahren ist es Pilgerstätte für alle Fladesfans. So wie das Obsthäusle bei Schönhardt vom rührigen Verein um Hermann Behringer längst Mekka für Gartenbegeisterte ist. Helmut Schauaus mit seinem Buch über Kriegsheimkehrer, seinem Rundgang durch die Ortsgeschichte oder dem Theaterstück Hexenheide. Anita Stütz mit dem Senioren-Mittagstisch. Je tiefer man gräbt, um so mehr wächst das Gefühl, jemanden vergessen zu haben von den vielen Menschen und Vereinen - die einem das aber sicher nicht krumm nehmen, weil sie diese Gemeinde ganz uneigennützig zu etwas Besonderem machen.

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