Pionierarbeit für den Glauben

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Mit Hightech in der Kirche: Mirko Bleilinger und Robin Sing beim Check-up.

Die Vorbereitungen für einen ganz besonderen Gottesdienst in Iggingen am Abend des Gründonnerstag laufen.

Iggingen

Es dürfte ein einzigartiger, noch nie da gewesener Gottesdienst werden. Der Aufwand ist groß, die Motivation ebenso.

Dies zeigte sich am Samstag bereits beim Öffnen der Tür von der katholischen Kirche St. Martinus in Iggingen: Im Mittelgang steht ein Tisch, so breit wie der Gang. Darauf platziert Monitore, Videomischer, ein kleines, schwarzes Kästchen, das den Internetzugang garantiert und viele Kabel und Steckdosen – hier geht es multimedial zu.

"Hast du mir noch ein LAN-Kabel?" oder "passt die Position der Kamera auf der Empore?", solche Fragen werden gestellt. Marc Knödler justiert am Computer nach, Mirko Bleilinger richtet die Kabel. Derweil holt Sänger Immanuel Roth tief Luft und lässt seine Stimme auf der Empore erklingen. Am E-Piano begleitet ihn Yannick M. Groß. Er ist auch der musikalische Leiter. "Klappt!", kommt von unten die Bestätigung. Zufriedene Gesichter beim technischen Leiter Samuel Domhan und dem Gesamtleiter Robin Sing. Letzterer war der, der die Idee für den multimedialen Gottesdienst hatte. Und gleich Mitstreiter fand, es sind ja auch einstige Oberministranten der Seelsorgeeinheit am Limes in der Leitung.

Mit Trailern wird bereits jetzt im Internet auf den Gottesdienst am Gründonnerstag ab 20.30 Uhr aufmerksam gemacht: pfiffig geschnitten und an Dramatik kaum zu überbieten. Es gelang etwa, Szenen aus den Passionsspielen in Oberammergau mitzuverwenden. "Da hab‘ ich angerufen und sofort grünes Licht erhalten", freut sich Robin Sing.

Auf was darf man sich am Gründonnerstag abends freuen? Auf Pionierarbeit – denn der Gottesdienst kann nicht nur im Livestream mitverfolgt werden, über einen Button kann man sich auch selbst beteiligen. So wollen die Köpfe des Projekts die Gläubigen zum Mitmachen anregen. Dazu gibt's Musik von Pop bis Bach, es werden also nicht nur Klänge aus der Johannespassion, sondern beispielsweise aus dem Musical "Jesus Christ Superstar" gespielt. Für die Live-Musik sorgen Lukas Hadinger am Fagott und Niels Thorwart mit der Oboe.Beteiligt sind auch Kinder, die Texte wiedergeben – und Pfarrer Johannes Waldenmaier, der ebenfalls einen Part übernimmt. Alles ist coronakonform.

Aus Oberammergau hab‘ ich sofort grünes Licht erhalten.

Robin Sing, Gesamtleiter

Die letzten Stunden im Leben des Jesus von Nazareth werden dargestellt, mit Hilfe jeder Menge Technik. Es ist das beste Beispiel dafür, dass Not erfinderisch macht. Kulisse ist der Altarraum von St. Martinus.

"Die Zuschauer sollen nicht nur konsumieren, sondern sich einwählen und interaktiv werden", wünscht sich Gesamtleiter Robin Sing. Wer um 20.30 Uhr am Gründonnerstag keine Zeit hat, "live" an seinem Endgerät zuhause dabei zu sein, kann den Gottesdienst jederzeit auf Youtube anschauen. "Es wird ein Angebot für jeden, der mit Gott was anfangen kann", verspricht Robin Sing. Man darf gespannt sein.

Info: Beginn an Gründonnerstag um 20.30 Uhr unter www.se-am-limes.de.

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