Pläne für ein „schönes, grünes“ Gewerbegebiet

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Hohe Nachfrage nach Gewerbeflächen führt zu einer Erweiterung der Lachenwiesen in Brainkofen.

Iggingen. Im Gewerbegebiet in Brainkofen sei jetzt das letzte gewerbliche Baugrundstück verkauft worden, informierte Bürgermeister Klemens Stöckle den Gemeinderat in der jüngsten Sitzung. In den letzten 15 Jahren habe sich die Gemeinde „bescheiden“ bei den Erweiterungsplänen gezeigt, nach dem Bau der Ringstraße seien keine neuen Gewerbeflächen mehr ausgewiesen worden. Derzeit „fluten“ aber Nachfragen nach Gewerbeflächen über Iggingen herein. Ende letzten Jahres habe die Gemeinde eine sehr konkrete und interessante Anfrage nach einem größeren Gewerbegrundstück erhalten, der Interessent stellte rund 70 Arbeitsplätze in seinem Unternehmen in Aussicht. Gewerbeflächen in der gewünschten Größe seien nicht mehr vorhanden. Nach Vorgesprächen und Beratungen im Gemeinderat wurde beschlossen, in die Planungen für die Weiterentwicklung des Gewerbegebiets „Lachenwiesen VIII“ konkret einzusteigen. Die hierfür notwendigen Grunderwerbsgespräche seien noch nicht abgeschlossen, Stöckle geht aber von positiven Ergebnissen aus.

Stadtplaner Friedrich Hampel vom Planungsbüro LK&P stellte in der Sitzung das städteplanerische Konzept des rund drei Hektar großen Gebietes vor. Mit den Planungen des „Lachenwiesen VIII“ stehe man noch am Anfang des Verfahrens, führte der Stadtplaner ein. Im Bestands- und Konfliktplan seien unter anderem einige alte Bäume sowie ein nahezu im Erdreich verschwundenes Biotop eingetragen. Diese Bereiche müssten ökologisch ausgeglichen werden. In der Relevanzprüfung des Artenschutzes seien Habitate von Fledermäusen, Zauneidechsen und Brutvögeln vorhanden, es werde derzeit bereits geprüft, ob diese Habitate besiedelt sind.

Zwei große Gewerbeflächen und neun kleiner Flächen könnten in den „Lachenwiesen VIII“ entstehen. Das Gremium erwog, ob als ökologischer Ausgleich, eine Dachbegrünung für die Bauherren vorgeschrieben werden könnte, in der Fragerunde der Räte kristallisierte sich der Wunsch nach einem möglichst großen ökologischen Ausgleich im Gewerbegebiet heraus. Zusammenfassend meinte der Bürgermeister: „Wir werden ein schönes, grünes Gewerbegebiet bauen“ und die ökologischen Ausgleichsmaßnahmen maximal aber für die Gewerbetreibenden sinnvoll im Gebiet ausweisen.

Für das Baugebiet „Sonnen-Halden III“ wurde von der Baufirma die erste Schlussrechnung eingereicht. Auf dieser Grundlage konnte der Bürgermeister nun einen Zwischenstand über die Finanzierung geben. Den vorläufigen Ausgaben von 4 348 030 Euro stehen die Einnahmen aus Bauplatzverkauf und Erschließungsbeiträgen in Höhe von 4 592 160 Euro entgegen. Damit befinde sich Iggingen bereits „im Plus“, meinte Stöckle erfreut. Vier Bauplätze stehen noch zum Verkauf.

Auf der Grundlage der Anregung einiger Anwohner aus dem Baugebiet „Sonnen-Halden“ wurden von der Landschaftsarchitektin Margot Rieg-Zweig erste Ideen für einen Spielplatz in den „Sonnen-Halden III“ entworfen. Die Entwürfe wurden dem Gremium vorgestellt und sollen mit den Eltern und Bauplatzbesitzern in dem Gebiet besprochen werden.

Der Hohlweg im Baugebiet „Sonnen-Halden III“ soll - in Anlehnung an den alamannischen Anführer Ucko, der sich hier niederließ und den Ort „Uckingen“ (Iggingen) gründete - Uckoweg genannt werden.

Knapp 100 000 Euro nimmt Iggingen für die Erweiterung des Waldkindergartens in die Hand. Ein weiterer Waldkindergartenwagen soll angeschafft werden, der mit dem ersten Gruppenwagen über eine Terrasse verbunden ist. Auch die dortigen Toiletten sollen komfortabler werden: Für die notwendige Anschaffung zweier autarker Sanitärlösungen zum Preis von 31 535 Euro, für die weder Strom, Wasser- noch Abwasseranschlüsse erforderlich sind, gab das Gremium die Zustimmung. Andrea Rohrbach

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