Rathaussturm im Schichtbetrieb

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Die "Schatzkiste" im Igginger Rathaus barg "Berliner für die Igginger Schlawiner".

Welche Ideen die Igginger Faschingstreibenden gehabt haben, um das Rathaus coronakonform zu stürmen.

Iggingen

Es hätte die schönste Zeit für die Igginger Fasnetsbutzen und -hexen sein sollen, erklären die Hexen Michaela und Gabi. Gemeint sind der Vorabend des "schmutzigen Donnerstag" und der Rathaussturm. Das bunte Faschingstreiben hat in Iggingen jahrzehntelange Tradition und wurde über die Jahre von der Bevölkerung mit Begeisterung angenommen. Und in diesem Jahr? Kein schaurig-schönes Treiben der Hexen und Butzen am Kotteler, die die historische Igginger Fasnacht feiern und um Feuerstellen tanzen. Keine singenden und tanzenden Bi-Ba-Butzenmänner, keine vergnügten Schülerbutzen, die das Rathaus in Besitz nehmen möchten.

Durch "verbotene Räume"

"Am schmutzigen Donnerstag wurde seither von den Butzen und Hexen zuerst die Schule gestürmt", erklärt Hexe Michaela. Die Lehrer "versteckten sich", es wurde gesungen und getanzt, um anschließend gemeinsam den Rathausschlüssel von Bürgermeister Klemens Stöckle zu erobern. Das alles sollte jetzt Corona geopfert werden? So geht das nicht, dieser Ansicht waren Dagmar Hanke, Lehrerin an der Igginger Grundschule, die Hexen und Butzen und das Rathaus-Team rund um Klemens Stöckle. Es wurde überlegt und gegrübelt, beraten und verworfen, am Ende kam die Idee des "etwas anderen Rathaussturms" auf.

Die Verkündung des coronakonformen Rathaussturm schien sich in Iggingen wie eine Lauffeuer verbreitet zu haben, noch vor der "offiziellen" Sturmzeit gaben sich Familien mit ihren Kindern ein Stelldichein am Rathausplatz. Kleine Einhörner und Prinzessinnen, Teddybären und furchtlose Piraten und Polizisten warteten in der Wintersonne auf ihren "persönlichen Rathaussturm". In "homöopathischen Dosen" durften die Familien im Rathaus auf Schatzsuche gehen, die Hexen und Butzen kontrollierten derweil die Abstands- und Maskenpflicht. Manch kleiner tapferer Krieger traute sich angesichts der Masken nicht an den Hexen vorbei. Ein freundliches Wort half oft weiter. Begleitet von Bürgermeister Stöckle, in traditioneller Igginger Tracht gewandet, begaben sich die Besucher auf eine "geheimnisvolle" Schatzsuche. Eine "Schatzkarte" und etwas "Schützenhilfe" vom Schultes führte die "Stürmer" durch die Räume des Rathauses, es ging Treppen hinauf durch "verbotene Räume". Am Ende wies eine "Geheimtür" zu einer von vielen großen haarigen Spinnen bewohnten engen Stiege, die zum gesuchten "Schatz" im kalten Dachgeschoss führte. Die "Schatzkiste" barg Leckereien: "Berliner für die Igginger Schlawiner", die von Hexe Gine "bewacht" wurden. Während sich Luna und Bruder Leo mit Mama Petra über den "Schatzfund" freuten, begehrten vor dem Rathaus immer mehr Menschen Einlass.

Für Bürgermeister Stöckle ein sportlicher Tag, Treppen rauf mit den Schatzsuchern, Treppen wieder runter, um die nächsten Gäste durch die heiligen Hallen zu führen. Die Kindergartenkinder des katholischen St. Martinus Kindergarten machten den bunten Anfang. Da der Weg für die Kleinen aus den Kindergärten Im Gänsegärtlein und dem Waldkindergarten zu weit gewesen wäre, erhielten diese die Leckereien angeliefert.

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