Wespenspinne im Rosenbeet

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Die Wespenspinne im Rosenbeet am Obsthäusle des Igginger Obst- und Gartenbauvereins.
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Das Pflegeteam des Obst- und Gartenbauvereins rund um den Vorsitzenden Hermann Behringer hat einen eher ungewöhnlichen Gast entdeckt. Wissenswertes über einen Klimaeinwanderer.

Iggingen

Ohne Frage: Sie ist ein Hingucker und kann mit ihrer Streifenzeichnung bei der ersten Begegnung gehörigen Respekt einflößen. Die Rede ist von der Wespenspinne, einer großen und sehr auffallenden Art aus der Familie der Echten Radnetzspinnen, die 2001 sogar mal Spinne des Jahres war.

Ob es damals schon Wespenspinnen im Ostalbkreis gab, ist nicht bekannt. Denn bis vor etwa 50 Jahren war diese Art hauptsächlich im südlichen Europa verbreitet und in Mitteleuropa sehr selten. Es gab sie nur dort, wo das Klima warm und mild war - in der oberrheinischen Tiefebene etwa oder im Rhein-Maingebiet. „Insofern könnte man von einem Klimaeinwanderer sprechen“, sagt Ralf Worm, der Geschäftsführer des Landschaftserhaltungsverbandes. Denn inzwischen hat die Wespenspinne ihren Lebensraum auch auf die Ostalb ausgeweitet und sich hier an sonnigen Standorten mit niedriger bis halbhoher Vegetation etabliert.

Zum Beispiel am Obsthäusle beim Igginger Teilort Schönhardt. Hier hat das rührige Team mit dem Vorsitzenden Hermann Behringer an der Spitze bei Gartenpflegearbeiten die Wespenspinne als neue Untermieterin im Rosenbeet entdeckt. „Es handelt sich um ein richtiges Prachtexemplar“, berichtet Behringer. Der auch weiß, dass die Wespenspinne ihre Opfer - vor allem Heuschrecken aber auch Bienen und Wespen - einwickelt und mit Gift tötet.

Für den Menschen dagegen ist die Wespenspinne nicht gefährlich, denn ihre Giftklauen sind so kurz, dass sie die normale Haut nicht durchdringen können. Höchstens an dünnen Hautstellen, wie zum Beispiel den Ohrläppchen, wäre ein Biss möglich, dessen Folgen dann Schwellungen, Rötungen oder auch leichte Schmerzen sein könnten.

Die Aktiven des Igginger Obst- und Gartenbauvereins haben die Arbeiten am Rosenbeet trotzdem eingestellt. Denn sie wollten die Wespenspinne, die mit ihren Netzen die Zahl der Schädlinge dezimiert, nicht stören. Hermann Behringer hat auch beobachtet, dass das Tier mittlerweile einen Kokon mit sich herumträgt.

Dort hinein, erklären entsprechende Fachartikel, werde das Weibchen ab Ende August ihre Eier in so genannten Eipaketen ablegen. Die Jungspinnen bleiben im Kokon, bis es draußen wieder warm genug ist.

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