Zu viel Verkehr und kein Arzt in Iggingen

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Iggingen aus der Vogelperspektive. Im Hintergrund am oberen Bildrand sieht man Brainkofen. Foto: Anja Jantschik
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Wie die Bürgerinnen und Bürger ihre Gemeinde bewerten und welche Anregungen sie zur Verbesserung ihrer Lebenssituation auf den Fragebögen vermerkt haben.

Iggingen

Das zeigt der Ostalb-Check: Die Stärken der Gemeinde liegen in der Lebensqualität, der Sauberkeit und beim Immobilienmarkt. Was den Bürgerinnen und Bürgern unter den Nägeln brennt, sind die Einschränkungen auf die Gemeinderat und örtliche Verwaltung wenig bis gar keinen Einfluss nehmen können - allem voran der Verkehr. Die Landesstraße 1157, die als Hauptstraße und Brainkofer Straße den Ort durchschneidet, und die Kreisstraße 3260, die als Gmünder Straße von der Bundesstraße aus auch von schweren Lastwagen genutzt wird, um Richtung Nordwesten die Stadt im Tal zu umfahren, belasten Iggingen massiv. Tempo 30 in der ganzen Gemeinde, vor allem aber an den Ortseingängen wünschen sich deshalb viele Umfrageteilnehmer. Auch der Teilort Brainkofen leidet unter dem Durchgangsverkehr - produziert von vielen, die aus dem Leintal und von der Frickenhofer Höhe in Richtung Gmünd fahren.

Ein Busbahnhof in Herlikofen wäre sinnvoll.“

Anregung, zur Verbesserung des ÖPNV

Dazu kommt der Bürgerwunsch nach einem wesentlich verbesserten Busverkehr - besonders am Wochenende. Und dass die Route nach Schwäbisch Gmünd nicht umständlich über Hussenhofen durchs Tal, sondern direkt über Herlikofen führt. Eine komplette Umstrukturierung schlägt sogar ein Umfrageteilnehmender vor, weil sich dann eine bessere Taktung erreichen ließe. Die Anregung lautet: Für die Raumschaft bis Frickenhofen „wäre ein Busbahnhof in Herlikofen sinnvoll. Die Linien ins Leintal müssten dann nur bis Herlikofen fahren, dort müssten dann die Fahrgäste in den Stadtbus umsteigen. Im Stadtgebiet gibt es eh eine 30-minütige Taktung. Die ÖPNV Anbieter für das „Hinterland“ müssten nicht mehr in die Stadt hineinfahren. Somit weniger Busverkehr in der Stadt und die Anbieter könnten schneller wieder in die Gemeinden zurückfahren.“ Die Anregung eines weiteren Umfrageteilnehmers: dass es auch Busverbindungen in andere Orte in der Nähe gibt - nach Heuchlingen zum Beispiel oder zum Bahnhof nach Böbingen.

Dass sie so stadtnah leben und trotzdem ein Auto für den Einkauf brauchen, finden viele Umfrageteilnehmer nicht gut: „Ein Supermarkt in Iggingen wäre toll“, heißt es da zum Beispiel. Noch viel, viel wichtiger wäre den Iggingerinnen und Iggingern aber „eine Arztpraxis im Ort“. „Wenn es der Bundesregierung um Gesundheit geht, wie bei dieser Impfung, wo sind denn dann die Ärzte und die Vorsorge in unseren kleinen Gemeinden“, fragt ein Beitrag. Dass die Bankfiliale nicht mehr geöffnet hat und es im Hauptort auch kein Gasthaus mehr gibt, gehört zu den weiteren Kritikpunkten.

Und schließlich gibt es sie dann doch, die Wünsche, die direkt vor Ort bearbeitet werden könnten: „Klimaschutz mit E-Mobilität-Säulen, Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden und Firmenhallen ausbauen. Wertschätzung von Bäumen, die Einhaltung von Pflanzgeboten - inklusive Ersatz in älteren Siedlungen durchsetzen, Steingärten nicht tolerieren, mehr Blumenwiesen statt gepflegte Straßen- und Wegränder, die Förderung Baumpflanzungen in Privatgärten“. Auch einen Profischnitt für alte Bäume, regt eine Teilnehmende an, ein anderer den Flächenverbrauch zu reduzieren sowie die landwirtschaftliche Infrastruktur zu erhalten, zu reaktivieren und zu unterstützen.

Alle Ergebnisse finden Sie auf www.tagespost.de/ostalbcheck

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