Zwei Sessel und viel Optimismus

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Moderatorin Sabine Fuchs interviewt Marc Knödler. Er ist Gesamtvorsitzender des GMV Cäcilia Iggingen. Per Livestream verfolgten – coronakonform – über 100 Zuschauer die Veranstaltung in der Gemeindehalle.

Nach musikalischen Spaziergängen, klangvollem Frühschoppen und Autoquarantöne bietet der Gesang- und Musikverein (GMV) Cäcilia Iggingen Livestream-Unterhaltung.

Iggingen

Not macht erfinderisch. Das hat sich am Samstagabend wieder einmal bewiesen. Die Not entstand im Frühjahr, als die Corona-Pandemie das Leben vieler Vereine aufgrund des Kontaktverbots auf Eis legte. So auch in Iggingen beim Gesang- und Musikverein Cäcilia. Die GMV-Mitglieder suchten nach Alternativen, die eine Zusammenkunft ermöglichten. Und boten musikalische Spaziergänge. Weiter ging's mit einer öffentlichen Probe auf dem Parkplatz der Gemeindehalle. Es folgte ein musikalischer, coronakonformer Reigen im Sommer auf dem Kotteler. Schließlich kam die Autoquarantöne, bei der die Zuhörer es sich in ihren Autos bequem machten, während sie den musikalischen Weisen folgten.

Am Samstag gab's ein ganz besonderes Angebot: Zuhause, am Computer oder am internetfähigen Fernseher, konnte man unter "Blasmusik 4 You" mittels Livestream dabei sein, als es sich Moderatorin Sabine Fuchs mit Interviewpartnern auf zwei Sesseln bequem gemacht hatte, um ihnen Fragen zu stellen. Bereits zu Beginn saßen 110 Zuschauer am Youtube-Kanal – die Zahl wuchs stetig. Zwischen den Interviews gab's Einspieler von Musikstücken. Auch die Zugabe, der "Böhmische Traum", fehlte nicht.

Unter der Regie von Mirko Bleilinger und Johannes Bihlmaier wurde das Zeitmanagement eingehalten, Walter Laible und Chris Schupp kümmerten sich um Video und Technik, Pascal Meßner um die EDV. Besonderer Pfiff war, dass man live einen Kommentar absetzen konnte, den die Moderatorin in ihrem Sessel checkte. So kamen etwa Grüße aus England an, später folgten aufmunternde Grüße von Musikern aus Lorch und Hussenhofen. Mit einem im Vorfeld aufgezeichneten Video gab's ein Grußwort von Bürgermeister Klemens Stöckle, der dem GMV zu seiner Kreativität gratulierte. Er bezeichnete den Verein als "besonders wertvollen Partner der Gemeinde" und kündigte an, dass man für 2021 einen "optimistischen Veranstaltungskalender" plane.

Unter den Interviewpartnern fand sich auch der stellvertretende Vorsitzende des Blasmusikverbands, Roland Haag. "Viel ist auf der Strecke geblieben", beschrieb er das Problem der weggefallenen Proben, der finanziellen Einbußen durch gestrichene Feste und Konzerte. Als "nette Geste vom Land" bezeichnete er die Tatsache, dass jeder Verein – je nach Größe – zwischen 800 und 1400 Euro bekommen habe. Zudem habe der Kreisverband die Jugendbeiträge selbst übernommen. Keiner wisse, wie es weitergehe, bedauerte er. Und hatte die Sorge, dass mancher Senior wohl nach der Pandemie sein Instrument nicht mehr aus dem Koffer holen wird.

Weitere Interviewpartner waren der Musikervorstand Luis Knödler, Dirigent Valentin Sachsenmaier, Petra Abele vom Frauenchor "Passione", Johannes Bihlmaier, der einst den "Igginger Marsch" komponierte sowie Gesamtvorstand Marc Knödler. Dieser bot abschließend, während 135 Zuschauer live am Computer saßen, einen Ausblick für 2021.

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