Impfzentrum in Mutlangen gestartet

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Termine für 754 über 80-Jährige aus Mutlangen, Durlangen, Ruppertshofen, Spraitbach, Täferrot und Lorch sind vergeben. Zwei Impfteams, viele Helfer und das DRK im Einsatz.

Mutlangen

Vom schmucken Einladungsbanner vor der Halle bis zum Infofilm der Polizei, der die Wartezeit verkürzen soll: In etwas mehr als einer Woche haben die Gemeinden des Verwaltungsverbands Schwäbischer Wald, inklusive Lorch, und allen voran viele Helferinnen und Helfer aus Mutlangen ein mobiles Impfzentrum eingerichtet, das sich sehen lassen kann. Findet nicht nur Landrat Dr. Joachim Bläse, der sich freut, dass die kommunale Familie jetzt endlich für ihre über 80-jährigen Bürger aktiv werden und man die Menschen deshalb schnell erreichen kann.

Bläse lobt bei der Eröffnung der temporären Einrichtung im Mutlanger Forum auch das Land, das Wort gehalten und mit dazu beigetragen habe, die "Unwucht" bei der Impfstoffverteilung aufzufangen. Und er erklärt mit Blick auf alle 42 Städte und Gemeinden, dass ebenso zeitaufwendige wie hervorragende Arbeit geleistet worden sei. Alle Bürger, die 80 Jahre und älter sind, wurden kontaktiert in Mutlangen, Durlangen, Spraitbach, Ruppertshofen, Täferrot und Lorch. Aktuell sind deshalb 754 Termine für Impfungen vergeben, die im Mutlanger Forum bis Montag mit zwei Impfteams – eines vom Robert-Bosch-Krankenhaus und eines vom Ostalbkreis – verabreicht werden.

Bürgermeisterin Stephanie Eßwein lobt in diesem Zusammenhang besonders die organisatorische Unterstützung vom Team des Ostalbkreises mit Dezernent Thomas Wagenblast an der Spitze. Der gibt einen kurzen Einblick in die "Puzzelei", die es bedeute, bis zu 9000 Impftermine so zu takten, dass es keinen Leerlauf gibt und auch jeder greifbare Tropfen Impfstoff im Kreis verabreicht wird. Der noch herrschende Mangel und die oft unsichere Liefersituation sorge für manche Aufregung, verrät er.

"Eine riesige Herausforderung, die hier hervorragend gemeistert wird", lobt Geschäftsführer Steffen Alt für das Gmünder DRK, das die Aktion im Mutlanger Forum mit Bereitschaftsdiensten unterstützt.

Wir brauchen einfach die Durchimpfung.

Dr. Joachim Bläse, Landrat

Derweil treffen die ersten "Impflinge" im Mutlanger Forum ein. Auch in dieser Hinsicht haben die Organisatoren Grund zu danken, merkt Verbandsvorsitzender Peter Kühnl an. Denn alle seien so gut zusammengestanden, dass es sogar einen Fahrdienst gebe für die älteren Impfberechtigten, die keine andere Möglichkeit haben, ins Mutlanger Forum zu kommen.

Trotz ihres hohen Alters von 93 und 84 Jahren haben Dr. Heinz-Dieter Heiß und seine Frau Tilde diesen Weg noch alleine bewältigt. Sie sind die ersten, die den Impfstoff bekommen. Nebenwirkungen fürchtet der ehemalige Chefarzt des Stauferklinikums keine – und wenn, dann gebe es eine Telefonnummer, an die man sich wenden könne. Das Ehepaar freut sich schon auf die Zeit, in der es wieder unbeschwert das Zusammensein mit der vier Kinder, zehn Enkel und drei Urenkel großen Familie genießen kann.

Und weil sich alle Menschen im Kreis das unkomplizierte Miteinander wieder wünschen, werde man, wenn der Impfstoff zu bekommen ist, konsequent das Angebot in die Fläche ausweiten, verspricht Landrat Bläse. "Wir brauchen einfach die Durchimpfung. Möglichst schnell."

Während im Hintergrund das Impfteam ankommt, dankt die 88 Jahre alte Maria März (sitzend) der Bürgermeisterin.
Geschafft: Dr. Heinz-Dieter Heiß und Tilde Heiß sind die ersten und können Bürgermeisterin Eßwein und Landrat Dr. Bläse berichten.

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