Krippen-Puzzle mit tausend Lichtern

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Im Zentrum des Geschehens: Die Heilige Familie. Der Stall ist aus uralten, selbst gesammelten Hölzern.
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Warum es viele Tage dauert, bis die wunderbare Weihnachtslandschaft in der St. Georgskirche steht und warum viele Mutlangerinnen und Mutlanger zur Besichtigung "pilgern".

Mutlangen

Einfach nur schön", sagt eine Besucherin fast ehrfürchtig, als sie in der St. Georgskirche diese Landschaft betrachtet – und die tausenden Lichtlein drumherum. Etwas ganz Besonderes ist diese Darstellung der Geburt Christi, kreativ und traditionsbewusst zugleich, prächtig und trotzdem bescheiden, in Jahrzehnten gewachsen mit immer wieder neuen Details.

"Das meiste habe ich schon übernommen", erzählt Mesnerrin Gertrud Vogel, die immerhin im kommenden Mai ihr "Arbeitsjubiläum" feiern kann. Denn dann macht sie seit 25 Jahren Mesnerdienst in der St.-Georgs-Gemeinde. Und hat entsprechend Erfahrung im Aufbau des riesigen Puzzles, das jedes Jahr im Dezember in die Kirche einzieht. Direkt nach dem zweiten Adventssonntag hat das Team um Gertrud Vogel diesmal mit der Arbeit begonnen. Zunächst wurden die stattlichen Christbäume, gestiftet aus Mutlanger Gärten, mit dem Bagger durch die Gemeinde gefahren und schließlich, die letzten Meter, mit Muskelkraft in die Kirche geschafft. Drei Tage lang haben Klaus Vogel, Klemens Wamsler und Alexander Dauser dann Lichterketten drapiert. Teils meterhoch im Geäst. Jedes einzelne der fast 7000 LED-Birnchen mit einer Schlinge extra befestigt.

Dann war der Weg frei für die exakt ausgetüftelten Aufbauten der Krippenlandschaft. Vorsichtig wurde jede der kostbaren Holzwurzeln platziert, die Tische oder auch die Wanne aus der sich später die immer sprudelnde Quelle in der Krippenlandschaft speisen würde.

Als alles mit einem Untergrund aus altem Moos gepolstert und mit frischem Moos geschmückt ist, werden die Figuren platziert. "Extrem vorsichtig", betont Gertrud Vogel und erzählt, wie im letzten Jahr die Marienfigur zerbrochen ist – "zum Glück erst beim Abbau" - und wie nach langer Suche und mit Unterstützung eines Restaurators aus der Nähe von Günzburg Ersatz gefunden werden konnte.

Zuletzt platziert Gertrud Vogel dann die Besonderheiten, kleine Hingucker, die sie das Jahr über für die Krippe sammelt. Kleine Pilze zum Beispiel, die sie in einem Deko-Sonderverkauf entdeck hat.

Diese Kleinigkeiten sind es, die besonders den Besuchern auffallen, die öfter zur Krippe in St. Georg kommen. Der rege Besuch, darunter auch viele Familien mit Kindern, freut die ehrenamtlichen Krippenbauer. Auch das positive Echo, das Gertrud Vogel und ihr Team bekommen.

Bis zum 28. Januar kann die Krippe nun noch bewundert werden. Dann wird sie abgebaut, denn zu Lichtmess, am 2. Februar, soll die Kirche wieder "leer" sein. Auch die Abbauarbeiten sind generalstabsmäßig geplant. Alles wird sorgfältig verpackt, "damit wir im nächsten Advent alles wieder finden", erklärt Gertrud Vogel lachend.

Klemens Wamsler, Gertrud Vogel.
Im Hintergrund plätschert sogar ein kleiner Bach.
Seit Jahrzehnten werden die hölzernen Wurzeln in der Krippe drapiert und immer neu geschmückt. Im Hintergrund tausende Lichter.

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