100 Tage Bürgermeister in Leinzell: Marc Schäffler hat „noch keine Sekunde bereut“

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Marc Schäffler ist seit 100 Tagen im Amt als Bürgermeister von Leinzell.
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Marc Schäffler ist seit Juni Bürgermeister von Leinzell. Und er hat noch viel vor: „Tempo 30“ auf der Ortsdurchfahrt, eine Lösung für die Kindergartensituation und die Schulzentrumssanierung.

Leinzell

Vor 100 Tagen wurde Marc Schäffler in Leinzell ins Amt des Bürgermeisters eingesetzt. Nach 16 Jahren hatte sich Ralph Leischner nicht mehr zur Wahl gestellt. Durch das Wählervotum verabschiedete sich Marc Schäffler aus der Wirtschaft und nahm im Rathaus Platz.

Er startete in einer schwierigen Zeit, in der Corona und Ukrainekrieg zum Alltag gehören. Und sich so zum klassischen Geschäft einer Verwaltung noch zeit- und nervenaufreibend dazugesellen. Dennoch hat sich Schäffler schnell in seine Aufgaben eingearbeitet   und stellt fest: „Ich habe es bislang keine Sekunde bereut.“ Flexibilität im Arbeitsalltag ist für ihn nichts Neues. Verantwortung zu übernehmen ebenfalls nicht. Er war Teamleiter einer weltweit agierenden Firma und zuständig für ein rund 18-köpfiges Team. „Allein bin ich nichts. Es wird im Team gearbeitet“, macht der Bürgermeister deutlich, dass er auch als Rathauschef auf seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählt.

 Von Anfang an setzt er auf Präsenz. „Ich vergrabe mich nicht am Schreibtisch, bin kein Bürohengst.“ Er sucht den Bürgerschaftsdialog. So will er am 4. Oktober in der Kulturhalle eine Bilanz seiner ersten Monate vor den Leinzellern ziehen.  Dabei werden einige Dinge zur Sprache kommen, die aktuell am Laufen sind. Etwa die Bemühung um die Schaffung eines Ärztehauses auf dem einstigen Rieg-Areal. „Ich habe Kontakt mit Medwald aufgenommen“, berichtet er. Hierbei handelt es sich um eine Genossenschaft, die von zwölf Gemeinden im Schwäbischen Wald und zugelassenen Vertragsärzten gegründet wurde. Denn die medizinische Versorgung der Bürgerschaft habe bei ihm hohe Priorität.

Allgemein sieht er sich als „Freund der kurzen Wege“. Sprich, Schäffler erledigt Dinge gern sofort, greift zum Telefon, hakt nach. Viel Unterstützung erhält er zudem vom Kommunalamt, dessen Know How er gern in Anspruch nimmt. „Ich scheue mich da nicht.“ Auch beim Regierungspräsidium ist er als Leinzeller Schultes bereits bekannt. Er bezeichnet sich selbst als hartnäckig, wenn es darum geht, die Entwicklung Leinzells voranzutreiben. „Da kann ich auch mal nerven bei Behörden.“

Bezüglich des Gemeinderats zeigt er sich erfreut darüber, dass er auf gute Zusammenarbeit trifft. „Ich denke nicht in Fraktionen, sondern in Menschen. Gemeinsam für Leinzell“, sagt er.

„Ich habe meine Sichtweise und werde mich nirgends dazu gruppieren“, macht er seinen Standpunkt deutlich. „Ich arbeite professionell und projektbezogen. Es gibt keine persönliche Schiene“, beschreibt er, dass ihm das Wohl der Gesamtgemeinde und deren Weiterentwicklung am Herz liegt. Was bedeutet, dass er auch die Umlandkommunen in die Pflicht nehmen will, wenn es etwa ums Hallenbad geht. „Hier lernen die Schülerinnen und Schüler schwimmen.“ Am Schulzentrum, dessen Generalsanierung „Chefsache“ ist – „alles geht über meinen Schreibtisch“ - , sind viele auswärtige Kinder aus dem Umland im Unterricht. Aber den Abmangel fürs Hallenbad muss Leinzell allein tragen. Und der ist hoch. Durch die Energiekrise ist es ein „Riesenthema“, beschreibt er eine Lösungssuche. Auch mit Energieversorgern. „Wir halten eben auch viel Infrastruktur für andere Orte vor.“

Ebenfalls ein großes Thema für ihn ist Tempo 30 in der ganzen Ortsdurchfahrt, also auf allen Landesstraßen in alle Richtungen.

„Es braucht eine Lösung“, blickt der Bürgermeister auch auf die Kinderbetreuung. Beide kirchlichen Kindergärten sind sanierungsbedürftig, ein Neubau ist anvisiert. „Aber zuerst muss die Trägerschaft geklärt sein“, betont er. „Priorität ist das Wohl des Kindes“, macht er klar.

Sprich, die Themen gehen nicht aus – vieles wurde in den ersten 100 Tagen bereits angesprochen. „Es wird nicht langweilig“, freut sich Schäffler auf die kommenden Herausforderungen.

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