49 Wohneinheiten auf dem Rieg-Areal an der Lein

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Auf dieser Fläche südlich der Lein und westlich der Landsstraße will ein Investor Wohnraum schaffen.
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Leinzeller Gremium sieht den großen Bedarf im Ort und stimmt dem Bauvorhaben samt Tiefgarage mit 52 Stellplätzen mehrheitlich zu. Baurechtsbehörde ist das Landratsamt.

Leinzell.

Der Gemeinderat ist keine Baurechtsbehörde. Er kann nur abwägen, ob eine Bebauung aus städtebaulicher Sicht ins örtliche Gefüge passt. Das ist unsere Aufgabe.“ Klare Worte sprach Bürgermeister Ralph Leischner zum Thema „Rieg-Areal“. Neben der Brücke in der Ortsmitte möchte ein Investor insgesamt sieben dreigeschossige Gebäude erstellen, die jeweils noch ein Staffelgeschoss als Penthouse bieten. Insgesamt 49 Wohneinheiten könnten so in Leinzell entstehen. Unter der bebauten Fläche will der Planer 52 Stellplätze in einer Tiefgarage realisieren.

Bedenken der Behörden bezüglich des Gewässerschutzes wurden durch eine Planoptimierung ausgeräumt. Der vorgegebene, fünf Meter breite Schutzstreifen zur Lein wird jetzt bei der Tiefgarage eingehalten. Die Höhe der Gebäude füge sich in die umliegende Bebauung ein, die Neubauten stehen in einer leichten Senke. Daher hat die Baurechtsbehörde kein Problem mit dem Vorhaben, wie der Bürgermeister bekannt gab.

Leischner erinnerte daran, dass man sich bereits zum fünften Mal über dieses große Bauvorhaben unterhalte. Die Fakten lägen alle längst auf dem Tisch. Edgar Neumair sah dies anders, wollte „nicht in zehn Minuten so ein Riesenprojekt durchwinken“. Man habe noch Fragen zur Verkehrssituation und zur Stellplatz- und Parksituation. „Das hat gravierende Folgen für Leinzell“, warnte er. Und fragte, ob nicht ein objektbezogener Bebauungsplan sinnvoll sei. Zudem gebe es Anliegereinwände.

„Es gibt nur einen Nachbarn, und Einwände sind klar Sache der Genehmigungsbehörde, nicht des Gemeinderats“, antwortete Leischner. Und einen diesbezüglichen Bebauungsplan sehe das Landratsamt als „nicht notwendig“ an.

„Natürlich“, räumte der Bürgermeister ein, gebe es mehr Verkehr im Ort durch die Bebauung. „Im Sinne des Allgemeinwohls müssen wir abwägen, ob es uns das wert ist“, empfahl er - mit Blick auf die vielen Wohnungssuchenden in Leinzell.

Zum Thema Stellplätze verwies der Schultes auf die Landesbauordnung. Diese sieht einen Parkplatz pro Wohnung vor. Und das Baugesuch bietet 52 Stellplätze, also drei mehr, als bei 49 Wohneinheiten  gesetzlich verlangt sind.

Werner Möbius erinnerte, dass verdichtete Bauweise politisch gefordert ist. „Wir können froh sein, dass in Leinzell gebaut wird.“ Im Blick hatte er ebenso wie Wilhelm Schneele, dass in Leinzell sonst kein Baugelände mehr zur Verfügung steht. „Und wir haben viele Anfragen von Leinzellern“, sagte Möbius.

Ramazan Ezdi blickte auf Nachbarkommunen, die jede Menge Baugebiete ausweisen. „Und der Verkehr fließt auch durch Leinzell“, begrüßte er die projektierte Bebauung, die Steuerkraft für Leinzell bringe. Wilhelm Schneele machte klar: „So eine Chance dürfen wir uns nicht rausgehen lassen.“ Letztlich wurde das Bauvorhaben mit großer Mehrheit, sieben zu drei Stimmen, befürwortet.

Durch eine Planoptimierung kann im Zuge der Generalsanierung am Schulzentrum der Kostenfaktor nicht nur heruntergeschraubt werden, sondern auch zwei Schulhofbereiche anstatt einem modelliert und gestaltet werden. Die Pläne erläuterten die Architekten Thomas und Nicolas Müller. Beide Architekteninformierten, dass durch den Wegfall eines zuerst geforderten Aufzugs zusätzlich Gelder eingespart werden können. Das Gremium begrüßte die Planungen, die ab den Osterferien ausgeführt werden.

Bürgermeister Leischner ist erleichtert, dass nach fünf Jahren der Sanierung und räumlichen Zusammenführung der Verbundschule, die Bauarbeiten nach den Sommerferien beendet werden können. Rund 7,2 Millionen Euro wurden investiert. „Ich bin gottfroh, dass wir so weit sind.“ Das Lehrerkollegium habe die Einschränkungen durch die Bauarbeiten „fast immer ohne Murren“ ertragen, fügte er dankbar an. Zur Planung der Schulhofbereiche stellte er fest: „Es ist eine gelungene Planung, alles wurde berücksichtigt.“

Gegen Hass und Hetze

Über dem Reisebüro in Leinzell wurden Räume für ein AfD-Büro angemietet. Edgar Neumair schlug dem Gremium vor, ein Banner zwischen Bäckerei und Reisebüro anzubringen, um damit als Gemeinde „Farbe zu bekennen“. Auf buntem Hintergrund wollte er den Satz „Leinzell ist bunt und liberal und gegen Hass und Hetze“, stehen sehen. Gemeinderäte und Verwaltung stimmten einig zu.

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