84 Schüler sind vorerst in Quarantäne

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Das Schulzentrum Leinzell wird von Grund-, Werkreal- und Realschülern besucht.
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Wie Eltern, Lehrer, Schüler und Schulleitung in Leinzell auf die Infektion von zwei Kindern reagiert haben und was das jetzt für den Unterricht bedeutet.

Leinzell

Fast sieben Stunden lang haben Rektor Philipp Mathes und Konrektor Nicolai Wilka am Mittwoch telefoniert, nachdem die Meldung des Gesundheitsamts eingegangen war. In 75 Familien mussten die Eltern darüber informiert werden, dass ihre Kinder vorerst zum Homeschooling verdonnert sind. Der Grund: Zwei positive Coronatests – einer in einer 7., der andere in einer 10. Klasse.

Wie es den beiden betroffenen Schülern geht oder wo sie sich angesteckt haben – "das alles wissen wir nicht", sagt der Rektor und verweist auf den Datenschutz, der vom Gesundheitsamt streng gewahrt werde. Was Philipp Mathes aber bewundert und freut: Wie gefasst und verständnisvoll die Eltern der jeweiligen Klassenstufen die Hiobsbotschaft aufgenommen haben, auch wie diszipliniert sich die Schüler verhalten und wie kooperativ die Pädagogen. "Da guckt keiner auf die Uhr und sagt, dass er oder sie erst zwei Stunden später Unterricht hat", erzählt der Schulleiter. Und er ist erleichtert, dass die Diagnose nicht auf die Stimmung im Schulzentrum drückt: Im Schulhof sei nach wie vor aus vielen Ecken ein Kichern zu vernehmen – "die Kinder haben zum Glück noch ihren Spaß".

Gleichzeitig werde mit großer Gelassenheit das Fernlernkonzept umgesetzt, das die Schule nach dem Lockdown im Frühjahr erarbeitet hat. Dieses basiere auf einer Plattform zum Austausch von Dateien sowie Wochenplänen mit den Themen und Aufgaben, die die84 Schülerinnen und Schüler, die sich in Quarantäne befinden, nun zuhause selbstständig bearbeiten können. Bislang gebe es keine Familie, in der das nicht umgesetzt werden könne. Aber die Schule wäre auch auf Härtefälle vorbereitet, versichert der Rektor – zum Beispiel, wenn auch Eltern im Homeoffice arbeiten und es deshalb zuhause gar nicht genügend Computerplätze gibt. Auf die dritte Säule, das sind Videokonferenzen in den Kernfächern, werde man vorerst wohl verzichten können, meint Mathes mit Blick darauf, dass die Quarantäne bis zum 26. Oktober vorbei ist, wenn keine weiteren Fälle dazu kommen.

Dadurch, dass es dem Hygienekonzept folgend derzeit keinen jahrgangsübergreifenden Unterricht gibt, könne man die Kontakte der Schüler ganz gut eingrenzen, erklärt Mathes, der sich gar nicht vorstellen möchte, welches Ausmaß eine solche Infektion sonst an einem Zentrum mit immerhin 490 Schülern annehmen könnte.

Den ganzen Donnerstag war das Kreis-Gesundheitsamt mit der Nachverfolgung der Infektionsketten beschäftigt. Am Abend meldet Pressesprecherin Susanne Dietterle: 38 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 7 und 46 der Klassenstufe 10 als Kontaktpersonen ersten Grades in Quarantäne. Die Recherchen bei den Lehrkräften dauern an.

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