Als nächste kommt der Aufzugturm

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Die Verbundschule in Leinzell aus der Vogelperspektive.
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Die umfangreichen Bauarbeiten an der Verbundschule in Leinzell sind im Zeit- und Kostenplan. Warum das für die Gemeinde jetzt ganz besonders wichtig ist.

Leinzell

Rund 14 Monate sind vergangen, seit die Handwerker an der Verbundschule in Leinzell eingezogen sind. Jetzt hat der Gemeinderat die meisten Gewerke vergeben und man ist mit dem Mammutprojekt im Zeit- und Kostenplan. „Rund 97 Prozent aller Arbeiten sind vergeben“, informierte Architekt und Bauleiter Rainer Wolf vom Büro SSM-Architekten. Und „sehr zufrieden“ ist Bürgermeister Ralph Leischner mit dem Fortgang der umfangreichen Sanierungsarbeiten, die, so meint er, einer „Operation am offenen Herzen“ gleichen.

Viele Punkte sind auf der Agenda inzwischen abgehakt: die Dächer sind saniert, die Wärmedämmung ist aufgebracht. Vor allem dem Brandschutz muss an den unterschiedlichen Gebäuden aus verschiedenen Baujahren Tribut gezollt werden. Dazu ist bereits eine Heizung inklusive der erforderlichen Infrastruktur installiert. Die Energie gibt’s durch ein Nahwärmenetz, das alle Gebäude Mit einer Heizzentrale versorgt. Neu verlegt wurden sämtliche Versorgungsleitungen wie Strom und Wasser.

Der Blick auf die Kosten zeigt, wie umfangreich die Arbeiten sind. Schließlich werden insgesamt 7,26 Millionen Euro investiert. Wobei Leinzell eine Schulbauförderung seitens des Landes in Höhe von 5,5 Millionen Euro erhält. Lange Gesichter gab’s hingegen bei der Zuteilung weiterer Förderung aus dem Mitteltopf für finanzschwache Kommunen: Statt der erhofften Million flatterte lediglich ein Zuschussbescheid über 100 000 Euro ins Rathaus. „Ich dachte ich hab‘ mich verlesen, oder die haben eine Null vergessen“, beschreibt Bürgermeister Ralph Leischner enttäuscht das Gefühl. Das 900 000-Euro-Loch muss nun an anderer Stelle im Haushalt reingeschwitzt, sprich nachfinanziert, werden.

„Ich bin froh, dass wir bei der Generalsanierung im Kostenplan sind“, zeigt sich Leischner erleichtert. Und freut sich über jeden Euro, der im Zuge der Bauarbeiten eingespart werden kann. Zum Beispiel, als in der die Schließanlage vergeben wurde: Statt der rund 81 000 Euro aus der Kostenberechnung werden nun „nur“ rund 16 000 Euro hierfür benötigt. Grund ist, dass man sich gegen die ursprünglich vorgesehene, komplett elektronische Schließanlage entschieden hat. Jetzt werden lediglich die Eingangstüren mit einem Transponder versehen.

Neben dem Brandschutz ist die Barrierefreiheit einer der Schwerpunkte bei der Sanierung. In der nächsten Woche wird mit dem Bau eines Aufzugturms an der Nordfassade des Werkrealschulgebäudes begonnen. Insgesamt gibt’s im Schulzentrum dann drei Aufzüge und einen Treppenlift. Bereits saniert sind die Sanitäranlagen. Die Fenster wurden dort ausgewechselt, wo es nötig war. Ebenso die Bodenbeläge in den Klassenzimmern. Auch die Infrastruktur für den Digital-Pakt ist nun realisiert. Sprich, unzählige Leitungen wurden verlegt.

Besonders angetan zeigen sich die Gemeinderäte und der Bürgermeister über das Farbkonzept von Architekt Nicolas Müller, Geschäftsführer von SSM-Architekten. Ihm sei es gelungen, eine Harmonie zwischen dem Erhaltenswerten und dem Neuen zu erzeugen.

Die Schülerschar darf sich zudem auf eine Neugestaltung im Außenbereich freuen. Diese wird im Frühjahr 2022 realisiert und soll dafür sorgen, dass es eine Art grünes Klassenzimmer zwischen den Gebäuden geben wird, das auch als Veranstaltungsfläche genutzt werden kann. Eingeschmiegt in die Hanglage wird es unter anderem Sitzblöcke aus Stein geben. Und auch ein sehnlicher Wunsch des Bauhofs soll dann in Erfüllung gehen: Es wird eine Zufahrt geben.

Das gleicht einer OP am offenen Herzen.“

Ralph Leischner,, Bürgermeister
Die Generalsanierung am Schulzentrum Leinzell ist eine Operation am offenen Herzen. Beim Jour fix: (v.li.) Schulleiter Nikolai Wilka, Bürgermeister Ralph Leischner, Architekt Rainer Wolf und Elektriker Marcel Hölldampf.

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