Großbaustelle auf dem Schulcampus

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Da geht's um jeden Zentimeter: Im einstigen Innenhof des Schulcampus Leinzell verlegen Bauarbeiter derzeit eine neue Heizleitung.

Die Generalsanierung am Bildungszentrum in Leinzell ist in vollem Gange. Die Gemeinde investiert dort insgesamt 7,26 Millionen Euro.

Leinzell

Während die rund 500 Schüler ihre Sommerferien genießen, tummeln sich am Leinzeller Schulzentrum die Handwerker aus unterschiedlichen Gewerken. Momentan klafft ein großes Loch im Pausenhof zwischen den beiden Realschulgebäuden. Der Grund: Die Infrastruktur für die neue Heizung wird verlegt. Viele Meter Leitung müssen eingelegt werden, damit nach Fertigstellung alle Schulgebäude an die neue Heizzentrale angeschlossen werden. Bislang war jedes Gebäude für sich mit einer Ölheizung versehen. Künftig gibt's die Wärme aus einem Blockheizkraftwerk auf Gasbasis. Einzig die Mensa ist dann noch separat versorgt. Doch auch für deren Anschluss wird bereits eine Leitung eingelegt.

Auch im Realschulgebäude A aus den 1960er-Jahren wird ein großer Aufgabenkatalog abgearbeitet. Zum einen werden auch hier Heizleitungen verlegt, zum anderen gibt's einen Vollwärmeschutz, partiell neue Fenster und eine Brandmeldeanlage. Dazu gesellen sich in einigen Räumen unter anderem abgehängte Decken. Auch die kompletten Elektrik- und Wasserleitungen werden ausgetauscht. Sämtliche Arbeiten sollen in diesem Jahr, aber auch noch bis Ende 2022 in zwei Bauabschnitten erledigt werden. "Ende 2022 fällt der Hammer", erklärt Leinzells Bürgermeister Ralph Leischner.

Für die Generalsanierung sind Kosten von insgesamt 7,26 Millionen Euro angesetzt – einen Zuschuss in Höhe von 5,5 Millionen Euro gibt's vom Land Baden-Württemberg. Da Leinzell eine kleine Gemeinde und finanziell nicht auf Rosen gebettet ist, wird bis Ende Januar 2021 noch ein Antrag an einen weiteren Fördertopf des Landes, den Ausgleichstock, mit einer Million Euro gestellt. Leischner hofft, dass diese Mittel auch großzügig zugeteilt werden. Denn der verbleibende Eigenanteil an der Generalsanierung ist vergleichsweise hoch. Zumal im zweiten Bauabschnitt im Jahr 2021 unter anderem vier kostenintensive Aufzüge und ein Treppenlift in den Gebäuden für Barrierefreiheit, und die Bildung unterschiedlicher Brandschutz-Abschnitte für Brandschutz sorgen werden.

Viele Rädchen müssen bei den unterschiedlichen Handwerksleistungen für die Sanierung ineinander greifen – nahtloses Arbeiten ist Trumpf. Eine Herausforderung für das Architekturbüro SSM aus Göggingen. Und es stehen noch weitere Aufgaben an. So wird etwa momentan eine Konzeption erstellt, wie die Außenanlagen des künftigen Schulcampus mit Grundschule, Werkrealschule und Hauptschule neu gestaltet werden können. Im Frühjahr 2021 werden dann die Arbeiten ausgeschrieben.

Zudem feilt Architekt Nicolas Müller von SSM-Architekten aktuell an einem Farbkonzept für alle Gebäude. "Dieses wird in der Gemeinderatssitzung Ende September vorgestellt", kündigt Bürgermeister Leischner an. Und betont, wie wichtig frische Farben für die Gebäude, die aus unterschiedlichen Jahrzehnten stammen, sind. Eine harmonische Einheit der Campusgebäude soll durch den frischen Anstrich entstehen.

Mit Bedauern stellt Leischner zudem fest, dass die großen Arbeiten und Herausforderungen nach der vollendeten Generalsanierung für die Bürgerschaft nicht zu sehen sein werden. Leitungen, Elektrik, infrastrukturelle Voraussetzungen für die fortschreitende Digitalisierung und vieles mehr verschwinden im Boden und in den Wänden. "Aber die farblichen Akzente, die sieht dann jeder. Und die müssen einfach passen", argumentiert er. Und ist erfreut, dass nach Beendigung der Generalsanierung dann der Schulcampus für die nächsten Jahrzehnte bestens gerüstet ist. "Denn wenn es um die Bildung geht, darf man nicht sparen. Optimale Voraussetzungen sind nötig. schließlich geht es um Kinder – und die sind die Zukunft."

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