Hilfstransport und Katastrophenplan

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Das Orgateam des Benefizkonzerts mit dem Künstler (v.l.) Bruno und Janine Fuchs, Ralph Leischner, Franz Pitzal, Heike Hilbig, Tony Marshall, Markus Weiland, Hildegard und Werner Möbius.
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Fünfköpfige Delegation aus Leinzell fährt mit 12 000 Euro Geld- und einem Transporter voller Sachspenden ins Ahrtal. Leintalgemeinde plant zudem Starkregen-Risikomanagement.

Leinzell

Zweieinhalb Monate sind vergangen, seit eine bislang beispiellose Flutwelle das Ahrtal verwüstet, Menschen in den Tod gerissen und viele Häuser zerstört hat. Aus den Köpfen ist das Thema zum Glück nicht verschwunden. Denn die Betroffenen benötigen weiterhin Hilfe. „Es gibt einige Verbindungen hier in unsere Region“, sagt Bürgermeister Ralph Leischner und nennt zum Beispiel Feuerwehrmann Bruno Fuchs. Der engagierte Leinzeller hat sich von Beginn an als Aufbauhelfer engagiert und das Ahrtal schon mehrmals besucht.

Unter anderem mit Pfarrer Franz Pitzal war er in der Gemeinde Kreuzberg, wo das Hochwasser vielen der rund 650 Einwohner alles genommen hat. Da habe es auch das Feuerwehrhaus und das Gemeindehaus voll getroffen, die Sportplätze und der Campingplatz sind zerstört. Ehrensache für die Gemeinde, dass der Einsatz von Bruno Fuchs und Pfarrer Pitzal unterstützt wird. Ein Benefizkonzert mit Toni Marshall hat Leinzell auf die Beine gestellt und auch danach weiter fleißig Geld- und Sachspenden gesammelt.

Weshalb eine fünfköpfige Delegation am kommenden Mittwoch mit dem Gemeindebus ins Ahrtal fahren wird. Kommandant Wolfgang Fischer und Bruno Fuchs sind für die Feuerwehr mit von der Partie, Thomas Max vom Bauhof und Hausmeister Markus Weiland. Im Gepäck hat der Bürgermeister den mittlerweile 12 000 Euro dicken Scheck, im Transporter dazu Dinge für den täglichen Gebrauch, Arbeitsmaterial für die Feuerwehr, Spielzeug für die Kinder. Mit seiner Kreuzberger Kollegin Anke Hupperich will Ralph Leischner über eine längerfristige Freundschaft eine nachhaltige Hilfe in die Wege zu leiten.

Gleichzeitig werde man Eindrücke sammeln, sagt der Bürgermeister mit Blick auf die Tatsache, dass auch große Teile seiner Gemeinde im Tal und dicht am Fluss liegen. „Deshalb wollen wir ein Starkregen-Risikomanagement aufbauen - mit Evakuierungsplänen, Abläufen für einen Krisenstab, Notunterkünften. Zwar habe man mit einem mehrere Millionen-Euro-teuren Rückhaltebecken und einem Netz an Regenüberläufe in der Vergangenheit baulich viel gemacht - aber ein Ereignis wie im Ahrtal habe Dimensionen, denen man nicht vorbeugen könne. Gemeinsam mit der Feuerwehr und dem Schulzentrum, „wo im Notfall unsere Zentrale stationiert wäre, wollen wir einen Leitfaden ausarbeiten, der im Ernstfall den Stress mildern hilft.“

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